Im Mittelpunkt der Challenge steht die Frage, wie sich Informationen aus Unfalldatenbanken, Crashberichten, Videos, Karten und Sicherheitsnormen automatisch in Testfälle für autonomes Fahren überführen lassen. Das Vorhaben „TRACE“ verbindet dafür zwei Ansätze: Das Forschungsteam „Human in Command“ der Hochschule Aalen unter der Leitung von Prof. Dr. Doris Aschenbrenner bringt Methoden für vertrauenswürdige und menschlich kontrollierte KI ein. Sie sind unter anderem im bundesgeförderten Projekt „KI-Cockpit“ entstanden. Entscheidungen des Systems sollen auf ihre Belege rückführbar sein. Unsichere Ergebnisse werden gezielt an Fachleute übergeben; eine Prüfoberfläche macht sichtbar, was die KI abgeleitet hat. Starwit Technologies steuert seine quelloffene, kamerabasierte Verkehrserkennung bei. Sie erfasst Bewegungsdaten im Straßenverkehr, die in klassischen Unfallstatistiken häufig fehlen. Die Technologie ist bereits in Städten wie München und Wolfsburg im Einsatz.
„Ich bin stolz auf mein Team! Mit der Anwendung unserer existierenden Forschungsansätze aus dem Bereich Maschinenbau und Produktion auf Verkehrsdaten können wir einen europaweiten Beitrag leisten und Aalen international vertreten“, freut sich Prof. Dr. Doris Aschenbrenner. „Unsere offen zugängliche Software kann große Mengen an Videodaten auswerten und wichtige Informationen zum Verkehrsgeschehen sichtbar machen. Wir freuen uns darauf, mit den Daten neue Erkenntnisse für die Verkehrsanalyse und das autonome Fahren zu gewinnen“, sagt Startwit-CEO Anett Hübner.
In der „Advance Phase“ der aktuellen Wettbewerbsrunde arbeitet das Team nun fünf Monate lang an den Algorithmen, prüft die Ergebnisse und testet diese an echten Daten. Den Abschluss bildet eine Live-Demonstration in Brüssel. Das Siegerteam erhält 100.000 Euro. Zusätzlich werden zwei Sonderpreise von jeweils 12.500 Euro vergeben – einer für Innovation und einer für verantwortungsvolle KI. „Gemeinsam eine vorerst verrückt klingende Idee zu entwickeln und unsere Expertisen zu kombinieren, hat eine Menge Spaß gemacht“, sagt Linus Hoppe begeistert. „Auf den europäischen Vergleich sind wir besonders gespannt und freuen uns, teilnehmen zu dürfen“, fügt Robert Luft hinzu.
Foto: Robert Luft, Prof. Dr. Doris Aschenbrenner und Linus Hoppe (v.l.) freuen sich über die Qualifizierung für die nächste Wettbewerbsrunde bei der AI-BOOST Challenge.
Fotohinweis: © Hochschule Aalen | Saskia Stüven-Kazi
Info:
AI-BOOST („Artificial intelligence for better opportunities and scientific progress towards trustworthy and human-centric digital environment“) ist ein offenes Challenge-Preisprogramm der Europäischen Union. Es soll als Benchmark für die europäische KI-Community dienen. Ziel des Projekts ist es, wiederholbare KI-Innovationswettbewerbe durchzuführen. Diese sollen herausragende Teams aus der EU und den assoziierten Ländern anziehen und den wissenschaftlichen Fortschritt in zentralen KI-Bereichen vorantreiben. Dabei bringt AI-BOOST Industrie, Wissenschaft und Gesellschaft zusammen, um vertrauenswürdige und menschenzentrierte KI-Lösungen für reale Anwendungen zu entwickeln. Gefördert von der Europäischen Union im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101135737. Die geäußerten Ansichten und Meinungen stammen ausschließlich von den Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die der Europäischen Union wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.