Die Photonik-Stiftungsprofessuren an der Hochschule Aalen werden durch eine starke Gemeinschaft finanziert: Neben dem Ostalbkreis beteiligen sich auch die Städte Aalen und Oberkochen sowie die Unternehmen TRUMPF und ZEISS an der Finanzierung. Dieser Zusammenschluss unterstreicht die Bedeutung der Photonik als wichtige Zukunftstechnologie. Im Sommersemester 2026 wurden die beiden Stiftungsprofessuren besetzt: Prof. Dr. Thomas Schwarzbäck trat seine Professur im März an, Prof. Dr. Andrea Toulouse folgte im April. Mit ihrer Expertise werden sie den Forschungsschwerpunkt Photonik an der Hochschule Aalen gezielt weiterentwickeln und neue Impulse für Wissenschaft und Industrie setzen.
Prof. Dr. Thomas Schwarzbäck ist Physiker und entschied sich nach Tätigkeiten in der Industrie, unter anderem für die EurA AG in Ellwangen, für eine Rückkehr in die Wissenschaft an der Hochschule Aalen. Er freut sich auf das neue Aufgabengebiet: „Mein Steckenpferd war bisher die Lasermikrobearbeitung mit Ultrakurzpulslasern. Neben der anwendungsnahen Forschung bei der Bearbeitung von transparenten Materialien wie Glas, begeistert mich vor allem die Vielfalt der Fertigungsmöglichkeiten, die Laser bieten. Dieser Begeisterung kann ich jetzt am LaserApplikationsZentrum der Hochschule Aalen voll nachgehen.“ Seine Kollegin Prof. Dr. Andrea Toulouse, ebenfalls Physikerin, wechselte vom Institut für Technische Optik an der Universität Stuttgart, wo sie zuletzt als Nachwuchsgruppenleiterin geforscht hat, an die Hochschule Aalen. „Die Forschungsprofessur an der Hochschule Aalen gibt mir die einzigartige Möglichkeit, mit Studierenden, die sich speziell für Photonik begeistern, in der Lehre in Kontakt zu treten und gleichzeitig meine Forschung im Bereich mikrooptischer Systeme weiter voranzutreiben. Ich freue mich darüber, mit zwei mitgebrachten Drittmittelprojekten zum endoskopischen 3D-Druck mit einer eigenen Gruppe am Zentrum für Optische Technologien durchstarten zu können“, erklärt sie.
Die Hochschule Aalen gehört zu den forschungsstärksten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland und hat sich in den vergangenen Jahren insbesondere im Bereich Photonik sowie in neuen Materialien und Fertigungstechnologien profiliert. Mit den neuen Stiftungsprofessuren sollen diese Schwerpunkte weiter ausgebaut und zusätzliche Anwendungsfelder zugänglich gemacht werden. „Die Stiftungsprofessuren erschließen uns ganz neue Möglichkeiten im Ausbau unseres Forschungsschwerpunkts Photonik und verbinden Grundlagenforschung mit konkreten industriellen Anwendungen – also genau das, was eine Hochschule für angewandte Wissenschaften wie uns auszeichnet“, freut sich Rektor Prof. Dr. Harald Riegel über die Besetzung der Stiftungsprofessuren.
Bedeutende Zusammenarbeit für die Region
„Gerade in Zeiten von Transformation und internationalem Wettbewerb brauchen wir regionale Innovationsökosysteme, die Hochschulen, Industrie und Mittelstand konsequent zusammenbringen“, betont Landrat Dr. Joachim Bläse. „Entscheidend ist, dass mit den Stiftungsprofessuren nicht nur exzellente Forschung gestärkt wird, sondern auch Fachkräfteentwicklung, Technologietransfer und Kooperationen zwischen der Hochschule Aalen und Unternehmen nachhaltig verankert werden.“ Auch die Stadt Aalen sieht in ihrem Engagement eine wichtige Investition in die Zukunft: „Die beiden geförderten Professuren festigen unser Photonic Valley. Aalen setzt sich seit Langem dafür ein, Forschung direkt mit Industrie und Technologietransfer zu verknüpfen. Damit leisten wir unseren Beitrag zu den Innovationszielen der neuen Landesregierung und der Entwicklung in der Region Ostwürttemberg“, erklärt Oberbürgermeister Frederick Brütting. Die Förderung sei ein entscheidender Beitrag zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und Beschäftigung in Ostwürttemberg. Sein Amtskollege Marcel Winter, Bürgermeister in Oberkochen, stimmt zu: „Die Initiative setzt ein starkes Zeichen für die Kraft regionaler Zusammenarbeit und die Zukunftsfähigkeit unserer Region. Für Oberkochen ist es von großer Bedeutung, dass Industrie und Wissenschaft hier so eng verzahnt agieren, um Zukunftstechnologien aktiv zu fördern. Wir Kommunen zeigen, wie agil wir als Partner von Wissenschaft und Industrie sind.“
Auch die Industriepartner unterstreichen die Bedeutung des Engagements für die Zukunftsfähigkeit der Region und den Technologietransfer: „Photonik ist eine Schlüsseltechnologie für zentrale Zukunftsfelder. Deutschland nimmt hier eine führende Rolle ein, diese gilt es weiter auszubauen. Dafür müssen wir Forschung, industrielle Anwendung und Talententwicklung zusammendenken. Mit den Stiftungsprofessuren investieren wir in diese Schnittstelle und stärken zugleich die Innovationskraft unserer Region nachhaltig“, sagt Richard Bannmüller, Chief Technology Officer (CTO) Lasertechnik bei TRUMPF. Auch seitens Zeiss wird die Zusammenarbeit als wichtiger Baustein für Innovation bewertet: „Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie ist für uns wichtig, um Innovationen in der Photonik noch schneller in die Anwendung zu bringen und die technologische Zukunftsfähigkeit der Region weiter zu stärken“ erklärt Michelangelo Masini, Head of Corporate Research & Technology bei ZEISS. Beide Unternehmen betonen die zentrale Rolle der Photonik als Schlüsseltechnologie und die Notwendigkeit, Forschung und industrielle Anwendung eng zu verzahnen.