Nichts geht verloren – alles dreht sich im Kreis! Beim diesjährigen Summer Science Slam der VolkswagenStiftung drehte sich alles rund um das Thema Zirkularität – von der Entwicklung über die Kreislaufwirtschaft bis zur Ressourceneffizienz. Mit ihrem jährlichen Summer Science Slam verfolgt die VolkswagenStiftung das Ziel, komplexe wissenschaftliche Inhalte verständlich, anschaulich und unterhaltsam einem breiten Publikum zu vermitteln. In jeweils zehnminütigen Vorträgen präsentieren Forschende ihre Themen auf der Bühne – ohne klassische Vorlesungsfolien, dafür mit Kreativität, Humor und einprägsamen Beispielen. Die Teilnehmenden werden dabei von einer Jury aus dem Publikum beurteilt.
Recycling alter Kunststoffrasenplätze
In ihrem Slam-Beitrag nahm Anna Lena Seibel die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf das Spielfeld ihrer Forschung: dem Recycling alter Kunststoffrasenplätze. Unter dem augenzwinkernden Motto „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ zeigte sie, dass sich hinter vermeintlich alltäglichen Sportstätten ein hochaktuelles umwelt- und ressourcenrelevantes Thema verbirgt. Schließlich sind Kunstrasenplätze aus dem modernen Sport kaum wegzudenken. Sie gelten als robust, witterungsbeständig und vergleichsweise pflegearm. Doch was passiert, wenn ein Platz nach vielen Jahren intensiver Nutzung ausgedient hat?
Forschung am Institute for Sustainable Polymers and Composites (iSPC)
Genau hier setzt die Forschung von Anna Lena Seibel vom Institute for Sustainable Polymers and Composites (iSPC) der Hochschule Aalen unter Leitung von Prof. Dr. Iman Taha an: Im Rahmen ihrer Doktorarbeit untersucht sie, wie alte Kunststoffrasenplätze effizienter recycelt und ihre Bestandteile hochwertig wiederverwendet werden können. Ziel ist es, praktikable und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, mit denen Kommunen, Sportvereine und Recycler von Sportanlagen künftig umweltverträglicher wirtschaften können. Beim Science Slam gelang es nun der gebürtigen Leipzigerin, anhand der „Lebensgeschichte“ der Familie Kunz, deren Mitglieder die verschiedenen Bestandteile eines Kunstrasenplatzes darstellten, das komplexe technische Thema verständlich und kurzweilig aufzubereiten. Visuell umgesetzt wurde die Geschichte mit charmanten Zeichnungen, die Seibel selbst von Hand gezeichnet hatte.
Wissenschaft verständlich machen
„In den vergangenen Wochen ist in meiner Freizeit jede freie Minute in die Vorbereitung des Slams reingeflossen“, erzählt Anna Lena Seibel und fügt fröhlich hinzu: „Mir ist wichtig, mit Humor Interesse an wissenschaftlichen Themen zu wecken. Im Studium lernen wir vor allem, Inhalte sachlich und korrekt zu formulieren – auf der Bühne darf Wissenschaft aber auch leicht, überraschend und unterhaltsam sein. Wenn Menschen schmunzeln und gleichzeitig neugierig auf Forschung werden, ist das doch toll.“ Das sieht ihre „Slam-Mitstreiterin“ Sophie Dagenbach, die ebenfalls am iSPC der Hochschule Aalen über die Recyclingfähigkeit von Multimaterialverbünden promoviert, auch so: „Science Slams sind eine großartige Möglichkeit, Wissenschaft für ein breites Publikum verständlich zu machen.“
Info: Hier kann man den Summer Science Slam 2026 der VolkswagenStiftung nachträglich anschauen.