„Es war eine unglaublich große Ehre, Teil dieser bemerkenswerten Veranstaltung zu sein und die führenden Köpfe unserer Zeit persönlich zu treffen“, sagt Dr. Moyin Akintunde noch immer sichtlich beeindruckt von den Erlebnissen der vergangenen Woche. Die junge Wissenschaftlerin vom Institute for Sustainable Polymers and Composites (iSPC) durfte als Vertreterin der Hochschule Aalen und Stipendiatin der Carl-Zeiss-Stiftung an der Nobelpreisträgertagung teilnehmen. „Es war eine wahrhaft elektrisierende und bereichernde Erfahrung, ein absolutes Highlight in meinem Leben. Ich habe mir ganz viele Notizen gemacht, um alles in Erinnerung zu behalten“, erzählt sie begeistert.
Interdisziplinarität im Fokus
Das Jubiläumsmotto „Transcending Borders“ passte wortwörtlich zu Moyin Akintunde, hat sie doch selbst Grenzen überwunden: Vor bald drei Jahren hat sich die 35-Jährige von Nigeria auf den Weg nach Aalen gemacht und arbeitet als Postdoktorandin im Bereich Polymer Technology bei Prof. Dr. Iman Taha. Die renommierte Tagung bringt jedes Jahr ausgewählte junge Forschende aus aller Welt mit Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträgern zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen der Forschung auszutauschen und international zu vernetzen. Die diesjährige Tagung zum 75. Jubiläum rückte die Interdisziplinarität in den Fokus. Neben dem wissenschaftlichen Programm bot die Tagung zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch zwischen Preisträgern und Nachwuchswissenschaftlern, wie beispielsweise „Science Walks“ und „Laureate Lunches“, wo die Nachwuchsforschenden in kleiner Runde mit den Nobelpreisträgerinnen und -trägern ins Gespräch kommen konnten. Dabei ging es nicht nur um streng wissenschaftliche Themen, sondern auch um persönliche Erfahrungen auf dem Weg zur wissenschaftlichen Exzellenz.
Science Lessons und Life Lessons
So bot sich Moyin Akintunde die Gelegenheit, bei einem Science Walk mit David M. Beasley ins Gespräch zu kommen. Der ehemalige Gouverneur von South Carolina leitete von 2017 bis 2023 das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, das 2020 den Friedensnobelpreis erhielt. „Ich wollte ihn unbedingt treffen und habe mich riesig gefreut, dass es geklappt hat. Als Nigerianerin ist es mir auch ein Herzensanliegen, wie man zur Ernährungssicherheit des afrikanischen Kontinents beitragen kann“, betont Akintunde und fügt verschmitzt hinzu: „Wir hatten nicht nur hochspannende Science Lessons, sondern auch Life Lessons.“ Während eines gemeinsamen Dinners konnte sich die junge Wissenschaftlerin auch mit dem Biophysiker Prof. Dr. Johann Deisenhofer und dem Chemiker Prof. Dr. Kurt Wütherich austauschen, die 1988 beziehungsweise 2002 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurden. Eine eindrückliche Begegnung war für sie auch die mit der Biochemikerin Katalin Karikó, die 2023 mit dem Medizinnobelpreis für Arbeiten zur mRNA-Technologie als Grundlage für COVID-19-Impfstoffe ausgezeichnet wurde. „Letztlich sind es Menschen wie wir, die für ihre wissenschaftlichen Durchbrüche zahlreiche Herausforderungen gemeistert haben – ein Weg, der auch vor uns Nachwuchsforschenden liegt. Die Gespräche in Lindau waren inspirierend und motivierend zugleich. Ich bin meiner Mentorin Prof. Dr. Iman Taha und der Carl-Zeiss-Stiftung unglaublich dankbar für all diese tollen Erlebnisse“, strahlt Akintunde.
Foto: Dr. Moyin Akintunde (4. v. r. 1.R.) von der Hochschule Aalen mit dem Chemie-Nobelpreisträger Prof. Dr. Johann Deisenhofer (Mitte) und weiteren Stipendiatinnen und Stipendiaten der Carl-Zeiss-Stiftung vor der Kulisse des Bodensees.
Fotohinweis: © Carl-Zeiss-Stiftung