Am 16. Juni 2026 besuchte eine Schülergruppe des Landesgymnasiums für Hochbegabte (LGH) gemeinsam mit ihrem kommissarischen Schulleiter Lutz Häcker die Fakultät Elektronik und Informatik der Hochschule Aalen. Der Besuch stand ganz im Zeichen der IT-Sicherheit und bot den 13 Schülerinnen und Schülern einen praxisnahen Einblick in einen der zentralen Zukunftsbereiche der digitalen Welt.
IT-Sicherheit zählt heute zu den entscheidenden Grundlagen moderner Gesellschaften und digitaler Infrastrukturen. Ob Online-Banking, Kommunikation, industrielle Systeme oder kritische Infrastrukturen – nahezu alle Lebensbereiche sind von funktionierenden Schutzmechanismen abhängig. Gleichzeitig entwickeln sich Angriffsmethoden stetig weiter, wodurch der Bedarf an qualifizierten Expertinnen und Experten im Bereich Cybersecurity kontinuierlich steigt.
Vorstellung des Studienangebots IT-Sicherheit
Zu Beginn der Veranstaltung stellte Prof. Christoph Karg die Hochschule Aalen sowie die Fakultät Elektronik und Informatik vor. Im Mittelpunkt stand dabei der Studienschwerpunkt IT-Sicherheit, welches im Studiengang Informatik verankert ist. Anhand des Curriculums erläuterte er den strukturellen Aufbau des Studienangebots und zeigte auf, welche technischen, mathematischen und analytischen Kompetenzen im Studium vermittelt werden. Darüber hinaus gab er einen Einblick in aktuelle Forschungs- und Anwendungsfelder der IT-Sicherheit sowie in berufliche Perspektiven, die sich in einem stark wachsenden Arbeitsmarkt eröffnen, von der Entwicklung sicherer Software über Netzwerksicherheit bis hin zur Analyse komplexer Angriffsszenarien.
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Praxisnahe Einblicke in Cybersecurity
Im anschließenden fachlichen Programm erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in konkrete Angriffstechniken und Schutzmechanismen der IT-Sicherheit. Den Auftakt bildete ein Beitrag von Studentin Corina Stoyan, die das Thema „Quishing“ vorstellte. Dabei handelt es sich um eine Form des Social Engineering, bei der manipulierte QR-Codes Nutzerinnen und Nutzer auf gefälschte Webseiten weiterleiten. Anhand einer eigens entwickelten Demo-Webseite wurde anschaulich demonstriert, wie solche Angriffe aufgebaut sind und warum sie für Anwender schwer zu erkennen sind.
Im Anschluss zeigte Prof. Karg ein Verfahren der visuellen Kryptographie. Dabei werden Informationen mithilfe zweier transparenter Folien verschlüsselt. Neben den mathematischen Grundlagen des Verfahrens stand insbesondere die praktische Anwendung im Vordergrund: Die Schülerinnen und Schüler konnten eigene Fotos verschlüsseln und dadurch unmittelbar erleben, wie kryptographische Verfahren Sicherheit erzeugen.
Zum Abschluss führte Nico Rücker, Masterstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang, in das Thema SQL-Injection ein. Diese Angriffstechnik zielt auf Datenbanksysteme ab und gehört zu den bekanntesten Schwachstellen in Webanwendungen. Nach einer theoretischen Einführung konnten die Teilnehmenden die Angriffe in einer vorbereiteten Laborumgebung selbst ausprobieren und deren Wirkungsweise nachvollziehen.
IT-Sicherheit als Zukunftsthema / Bedeutung von IT-Sicherheit im Hochschulkontext
Der Besuch machte deutlich, welche zentrale Rolle IT-Sicherheit in Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Anwendung spielt. Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche führt dazu, dass sichere Systeme nicht nur ein technisches Detail, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Vertrauen in digitale Technologien darstellen.
Hochschulen leisten in diesem Zusammenhang einen wichtigen Beitrag, indem sie Fachkräfte ausbilden, aktuelle Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen und junge Menschen frühzeitig für sicherheitsrelevante Fragestellungen sensibilisieren. Der direkte Austausch mit Schülerinnen und Schülern trägt dazu bei, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln und Interesse für technische Studienrichtungen zu fördern.
Schule trifft Hochschule
„Solche Besuche ermöglichen jungen Menschen einen authentischen Einblick in die Hochschulwelt und helfen dabei, Interessen und Talente frühzeitig zu entdecken“, erklärt die Schulkontaktstelle der Hochschule Aalen, die den Besuch organisiert hat. „Besonders wertvoll ist dabei der direkte Austausch mit Lehrenden und Studierenden, denn er macht Studieninhalte und spätere Berufsperspektiven greifbar.“
Die Hochschule Aalen legt großen Wert auf die Zusammenarbeit mit Schulen der Region und darüber hinaus. Schulbesuche, Workshops und individuelle Programme bieten die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler bei ihrer Studien- und Berufsorientierung zu unterstützen und ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen. Die Fakultät freut sich darauf, auch künftig junge Menschen für Informatik, Elektrotechnik und KI zu begeistern.
Abschluss der Veranstaltung
Gegen 17 Uhr endete der Besuch mit vielen neuen Eindrücken und praktischen Erfahrungen. Die Schülergruppe trat gut informiert und mit vertieftem Interesse an den Themen IT-Sicherheit und Informatik die Heimreise nach Schwäbisch Gmünd an. Die Fakultät Elektronik und Informatik der Hochschule Aalen freut sich über das große Interesse und den gelungenen Austausch mit dem Landesgymnasium für Hochbegabte und sieht Schulbesuche dieser Art als wichtigen Bestandteil der Nachwuchsförderung.