Seit 2004 gibt es den Technikkompetenzpreis für Studierende der Hochschule Aalen. Er wurde einst von der ZF Lenksysteme GmbH – einem Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF – ins Leben gerufen. Seit der kompletten Übernahme der Lenkungsgeschäfte durch Bosch im Jahr 2015 führt die Robert Bosch Automotive Steering GmbH diese Tradition am Standort Schwäbisch Gmünd weiter – auch als Ausdruck der guten Zusammenarbeit mit der Hochschule Aalen.
„Kooperationen wie der Technikkompetenzpreis sind für uns sehr wichtig, da sie einen wichtigen Beitrag zur Förderung von Nachwuchstalenten und zur Gestaltung der Zukunft leisten“, hob Sascha Motz, kaufmännischer Leiter des Bosch-Werks in Schwäbisch Gmünd, zu Beginn der Veranstaltung hervor. Dass ein solches Format auch im Sinne von Unternehmensgründer Robert Bosch gewesen wäre, ist sich der Gmünder Bosch-Ausbildungsleiter Andreas Nebert sicher: „Technik zu verstehen und zum Nutzen der Menschen einzusetzen, ist eine wichtige Voraussetzung, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.“ Dafür brauche es neben Intelligenz auch Hartnäckigkeit und Ausdauer. All dies bringe der Preisträger Kai Röck mit. Vor allem habe der Lebenslauf und sein soziales Engagement der Jury imponiert.
Nach einer Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei der BSH Hausgeräte GmbH und Paul Hartmann AG holte Röck seine Fachhochschulreife in Heidenheim nach und studierte schließlich Elektrotechnik an der Hochschule Aalen. Nach dem Abschluss des Bachelors setzt Röck nun den Master in „Advanced Systems Design“ ebenfalls an der Hochschule Aalen drauf. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der sensorlosen Regelung elektrischer Antriebe. „Und nebenbei findet Herr Röck auch noch bis zu zehn Stunden in der Woche Zeit, um sich ehrenamtlich beim Musikverein Söhnstetten zu engagieren“, lobte Nebert weiter.
Einen Teil des Preisgeldes investierte Kai Röck auch direkt in „seinen“ Musikverein: Er schaffte sich einen 3D-Drucker an, um damit benötigte Teile zu produzieren oder zu reparieren sowie Anschauungsmaterial für den Unterricht herzustellen. Schon seit vielen Jahren engagiert sich der junge Mann als Notenwart, Technikbetreuer und wartet als Teil eines Teams die Beschallungsanlage für Events. „Wenn man Elektroniker ist, ist man praktisch prädestiniert dafür, auch mal ein Kabel zu löten“, sagte der Preisträger schmunzelnd. Daneben ist Röck seit 2012 Jugendsprecher und unterstützt bei der Vorbereitung der Vereinsjugend für Musikerleistungsabzeichen. „Uns ist es wichtig, die Kinder so früh wie möglich an ein Instrument heranzuführen und sie zu fördern, damit sie möglichst lange an diesem Hobby dranbleiben“, erklärte Röck sein Engagement. Schon als kleines Kind trat er in den Musikverein ein und findet dort auch heute noch Zeit neben seinen zahlreichen Tätigkeiten Posaune zu spielen.
„Die soziale Kompetenz, die bereits Robert Bosch ein Anliegen war, ist auch heute noch immens wichtig“, stellte Hochschulrektor Prof. Dr. Harald Riegel fest. Gerade in diesen Zeiten, in denen schlechte Nachrichten zu überwiegen scheinen, seien positive Nachrichten wie diese Auszeichnung eine schöne Abwechslung. Riegel bedankte sich anschließend bei der Robert Bosch Automotive Steering GmbH für die Stiftung dieses Preises und die damit verbundene Fachkräfteförderung in der Region.