Die Welt ist voller Wunder. Doch oft sind sie erst zu sehen, wenn man ganz genau hinsieht – beispielsweise mit 1000-facher Vergrößerung unter einem Mikroskop. Was versteckt sich hinter dem Muster auf dem pink-roten Mikroskopie-Bild? Eine Himbeere? Blut? Nein – es ist der Kopf eines Streichholzes! Beim Quiz führte Materialwissenschaftlerin Sara Nester, die am Institut für Materialforschung (IMFAA) der Hochschule Aalen an ihrer Promotion arbeitet, die Kinder spielerisch an ihr „Arbeitspferd“ im Forschungsalltag heran – das Lichtmikroskop. „Für uns in der Materialforschung ist die Mikroskopie etwas ganz Selbstverständliches. Die Begeisterung der Kinder hat mir wieder gezeigt, wie faszinierend es ist, damit sichtbar zu machen, was sonst verborgen bleibt “, freut sich Nester.
Entdeckungsreise zum Rasterelektronenmikroskop
Sogar die kniffligste Aufnahme erkannte einer der jungen Forscher, einen 15.000-fach vergrößerten Ausschnitt eines Schmetterlingsflügels. Woher er das wusste? „Das habe ich mal in der Sendung mit der Maus gesehen“, sagte der Junge – und passender hätte die Antwort beim Aktionstag mit der Maus kaum sein können. Nach diesem Auftakt im Mitmach-Labor ging es auf Entdeckungsreise in die Forschungsgebäuden zum großen Rasterelektronenmikroskop. Dort konnten die Maus-Fans noch mehr Muster und Strukturen entdecken, die sich geheimnisvoll in ganz alltäglichen Dingen verstecken – Strukturen, die noch 50-mal kleiner sind als der Durchschnitt eines menschlichen Haares.
Reiz der Forschung
Die Kinder brachten viel Vorwissen mit. Doch als dann plötzlich die nur ein Millimeter große Maus mit dem kleinen Elefanten und der Ente auf den Metallplatten für das Elektronenmikroskop zum Vorschein kam, staunten alle. Der Mikroskopie-Experte und Doktorand Tim Schubert vom IMFAA freute sich über die leuchtenden Kinderaugen: „Mit dem Mikroskop wurde selbst das Allerkleinste zu einer großen Entdeckung für die Kinder. Es war toll zu sehen, wie die Kinder ins Staunen kamen und gleich weiterforschen wollten. Genau diese Neugier macht auch für uns den Reiz der Forschung aus.“
Interaktive Ausstellung im explorhino
Im explorhino lernten die Teilnehmenden dann mit einfachen Versuchen, wie Lichtbrechung genutzt wird, um Kleines ganz groß zu sehen. Im Anschluss durften die 8- bis 13-Jährigen ein eigenes Lichtmikroskop bauen, um zu Hause selbst weiterforschen zu können. Im Anschluss hatten die Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, in der interaktiven Ausstellung des explorhino Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik zu entdecken. Über 160 Experimentierstationen laden im Science Center dazu ein, Wissenschaft hautnah zu erleben – Mitte November auch nachts. Denn am Samstag, 14.11.2026, lädt das explorhino gemeinsam mit dem Limesmuseum und dem Besucherbergwerk Tiefer Stollen von 18 bis 23 Uhr wieder zur langen Museumsnacht ein. Unter dem Motto „Feuer & Eis“ erleben Gäste jeden Alters im Science Center zwischen flackernden Flammen und eisigen Temperaturen hitzige Aha-Momente und coole Erkenntnisse.
Foto: Am Institut für Materialforschung der Hochschule Aalen erfuhren die Kinder mit der Maus – und mit Doktorandin Sara Nester – spielerisch, welche Wunder sich in der Natur oder in Alltagsgegenständen gut verstecken, beispielsweise wie hier bei der Ansicht eines Insektenflügels.
Fotohinweis: © Hochschule Aalen | Kristina Lakomek