21. April 2026

Internationale Talente für die Fachkräftesicherung

Am Institut für Materialforschung Aalen (IMFAA) der Hochschule Aalen zeigt sich, wie Forschungseinrichtungen dem steigenden Bedarf an qualifizierten Fachkräften begegnen und gleichzeitig Innovationen in zentralen Zukunftsfeldern vorantreiben können: Internationale Nachwuchstalente werden frühzeitig an der Schnittstelle von Materialforschung und künstlicher Intelligenz in der anwendungsnahen Forschung eingebunden, gezielt gefördert und so langfristig für die Region gewonnen. Zwei Beispiele dafür sind Sanchita Goswami und Prithu Banik aus Indien, die seit 2025 am IMFAA forschen und in Aalen bleiben wollen.

Zwei indische Studierende forschen am IMFAA

Am IMFAA werden internationale Studierende gezielt in die Forschung eingebunden, die aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen adressiert. An der Schnittstelle von Machine Learning und Materialwissenschaft arbeiten sie an Lösungen für Ressourceneffizienz, Klimaschutz und Digitalisierung, etwa in den Bereichen Energiespeicher, Magnetmaterialien oder datenbasierte Materialanalyse.

Sanchita Goswami (23) aus Kalna und Prithu Banik (26) aus Siliguri, beide aus dem indischen Bundesstaat Westbengalen, studieren im Forschungsmaster „Advanced Materials and Manufacturing“ mit Schwerpunkt Machine Learning. Der Weg nach Aalen begann für sie mit einem internationalen Praktikum im Jahr 2025.  Ausschlaggebend waren der gute Ruf der Hochschule Aalen, die Forschungsschwerpunkte im Bereich Machine Learning und die Möglichkeit, direkt in Projekte eingebunden zu werden.

Forschung an der Schnittstelle von KI und Materialwissenschaft

Im Gegensatz zu klassischen Studienprogrammen setzen die Forschungsmaster an der Hochschule Aalen auf eine enge Verzahnung von Theorie und Anwendung. Die Studierenden arbeiten direkt an Projekten mit Industriebezug und erhalten frühzeitig Einblicke in reale Anwendungen. „Es geht hier nicht nur um KI, sondern um angewandte KI. Ich arbeite an Themen wie Magneten und Batterien und kann selbst Daten generieren, um Defekte frühzeitig zu erkennen“, sagt Sanchita Goswami. Diese Verbindung von Machine Learning und Materialforschung eröffnet neue Möglichkeiten, Materialien effizienter zu entwickeln und Prozesse nachhaltiger zu gestalten. Prithu Banik entwickelt aktuell ein generatives Sprachmodell, vergleichbar mit textbasierten KI-Systemen wie ChatGTP, das speziell auf die Materialmikroskopie zugeschnitten ist und bei der Auswertung und Einordnung von Daten unterstützen soll.

„Wir qualifizieren internationale Talente gezielt für Zukunftsthemen und bieten ihnen gleichzeitig Perspektiven in der Region“, erläutern Dr. Timo Bernthaler und Andreas Jansche, beide verantwortlich für die KI-Aktivitäten am IMFAA. „Die enge Zusammenarbeit mit der Industrie sorgt dafür, dass aus Forschung konkrete Anwendungen entstehen. Genau dort werden diese Fachkräfte gebraucht.

Brücke zwischen internationalem Talent und regionaler Wirtschaft

Die enge Kooperation mit Industriepartnern – von mittelständischen Unternehmen bis hin zu internationalen Technologiekonzernen – ist dabei ein entscheidender Faktor. Studierende arbeiten an realen Fragestellungen und knüpfen frühzeitig Kontakte zu Unternehmen. So entsteht eine direkte Verbindung zwischen internationalem Nachwuchs und regionaler Wirtschaft. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, auch nach dem Studium in der Region zu bleiben. Sanchita Goswami und Prithu Banik können sich beide gut vorstellen, ihre berufliche Zukunft in Süddeutschland zu verbringen. Das liegt nicht nur an den fachlichen Komponenten des Studiums, findet Prithu Banik: „Für mich ist das IMFAA wie ein zweites Zuhause geworden.“