Industrial Management

Master of Engineering

Professor Dr. Holzbaur präsentiert Hochschulqualität

Zu Gast beim Kongress Südafrikanischer Hochschulen

Auf dem Kongress der Südafrikanischen Hochschulen für Technik hat Prof. Dr. Ulrich Holzbaur einen Vortrag zu „Herausforderung und Unterstützung als Komponenten der Hochschulqualität“ gehalten. Das South African Technology Network (SATN) hatte ihn dazu eingeladen. SATN vertritt die sieben Hochschulen für Technik in Südafrika und Namibia mit jeweils zwischen 11.000 und 60.000 Studierenden. Schwerpunkt der Präsentation von Professor Dr. Holzbaur waren der studentische Lebenszyklus und studentische Projekte.

Ähnlich wie die Fachhochschulen haben die Universities of Technology (UoT) in Südafrika einen Wandel von Ingenieurschulen zu Hochschulen hinter sich. Allerdings sind die Südafrikanischen UoT deutlich größer als ihre deutschen Pendants. Prof. Dr. Ulrich Holzbaur hat diesen Transformationsprozess über die letzten zehn Jahre verfolgt und begleitet. Um sich erfolgreich zu positionieren, haben sich die UoT zum South African Technology Network SATN zusammengeschlossen. Die Jahreskonferenz der SATN  stand 2014 unter dem Motto „Bildung und Lehre“. Deshalb hat die SATN Professor Holzbaur eingeladen, über Qualität der Hochschule und den Einsatz von Projekten in der Lehre zur Qualitätsverbesserung zu berichten sowie das Aalener Konzept der Bildungskette vorzustellen.

Das Oberthema „Unterstützung für Studierende“ konnte Holzbaur am Beispiel der Hochschule Aalen vorstellen. Nicht nur während des studentischen Lebenszyklus, sondern fast lebenslänglich trägt die Hochschule zur Information und Bildung der Menschen bei. Dabei spielt die Zusammenarbeit mit Schulen und mit der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Auch die internen Prozesse der Hochschule tragen zur Qualität der Bildung und zum Erfolg der Studierenden bei.

Da der Begriff „Unterstützung“ die Studierenden zu sehr in eine Konsumentenrolle drängt, stellte Holzbaur dies dem Konzept der „Herausforderung“ gegenüber, das Studierende aktiviert und ihnen dadurch eine bessere Bildung und Qualifizierung ermöglicht. Dies geschieht beispielsweise durch Projekte, die wissenschaftliches Arbeiten und Praxisrelevanz verbinden. Die studentischen Projekte waren für die SATN interessant, da nicht nur deren Abwicklung, sondern die gesamte Einbindung in Forschung und Lehre der Hochschule betrachtet wurde.

Dass Projekte nicht nur konkrete Ergebnisse erzielen, sondern auch zur Bildung und Motivation beitragen, wird zurzeit in dem vom Land Baden-Württemberg unterstützten Projekt „Wissenschaft erleben, Praxisrelevanz erfahren und nachhaltig lernen in Projekten“ untersucht. Dabei soll auch eine Verringerung der Abbrecherquoten in den unteren Semestern erzielt werden, da die Studierenden früh mit relevanten Inhalten ihres Studiums konfrontiert werden und im Team konkrete Aufgaben bearbeiten müssen.

Diese Projekte haben aber auch eine positive Wirkung auf die Hochschule. An mehreren Beispielen konnte Holzbaur aufzeigen, wie studentische Projekte die Qualität der Hochschule verbessern. So entstand das Konzept der „Kette“ im Rahmen eines studentischen Workshops ebenso wie die Zusammenstellung von Absolventenlebensläufen als Orientierungshilfe für Schüler sowie viele Projekte zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung an der Hochschule und in der Stadt Aalen.

Beim anschließenden Besuch an der Partnerhochschule in Bloemfontein konnte Holzbaur gemeinsam mit Kollegen und Studierenden aus Bloemfontein und Aalen den Start der Trainings für das Planspiel „VAL-U“ vorbereiten. Dieses Planspiel dient der Motivation und fachlichen Bildung für zukünftige Existenzgründer und Unternehmer und der Unterstützung für Kleinstunternehmer in Südafrika. Das gemeinsame Entwicklungsprojekt der beiden Hochschulen wird in Bloemfontein durch die Aalener Studierenden Theresa Hübner (Master Industrial Management) und Julian Scherbarth (International Management) unterstützt. Das Planspiel führt mit sechs Ebenen von elementaren betrieblichen Prozessen über Management und Strategie bis zum Existenzgründungskonzept. Es soll zur nachhaltigen sozioökonomischen Entwicklung in Südafrika beitragen und wurde auch deshalb als Beitrag zur UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung anerkannt. Das Planspiel soll bis 2016 in der Region Bloemfontein eingesetzt werden und bis 2018 als selbständiges Spielkonzept für Südafrika und andere Länder entwickelt werden.