„Freiräume für junge Talente schaffen“Deutschlandstipendiaten treffen Fördernde an der Hochschule Aalen

Beim Club-Event trafen sich die neuen und „alten“ Deutschlandstipendiaten mit ihren Fördernden zum Austausch. Foto: © Hochschule Aalen | Saskia Stüven-Kazi
30 Studierende werden an der Hochschule Aalen aktuell mit einem Deutschlandstipendium gefördert. Dass diese große Zahl an Stipendien vergeben werden kann, ist vor allem der großzügigen Unterstützung vorwiegend regionaler Unternehmen und Stiftungen zu verdanken – 14 Fördernde sind es derzeit. Beim gemeinsamen Club-Event an der Hochschule kamen Stiftende sowie Stipendiatinnen und Stipendiaten jetzt zusammen.
„Sie können richtig stolz auf sich sein“
„Das nimmt den Druck raus, arbeiten gehen zu müssen. Gerade im Prüfungszeitraum ist das eine große Erleichterung. Und für die Finanzierung meiner Orgelstunden ist das auch ganz geschickt“, freut sich Elisa Weiß. Die Mechatronik-Studentin mit Schwerpunkt Medizintechnik ist eine der 30 Studierenden, die an der Hochschule Aalen aktuell mit dem Deutschlandstipendium gefördert werden. „Sie alle haben gezeigt, was in Ihnen steckt. Sie können richtig stolz auf sich sein – wir sind es auch, dass wir hier so eine tolle und große Gruppe an Stipendiatinnen und Stipendiaten haben“, sagte Prorektorin Prof. Dr. Iman Taha bei ihrer Begrüßung. Im Namen der Hochschule bedankte sie sich herzlich bei den fördernden Unternehmen und Stiftungen: „Diese Unterstützung ist weit mehr als ein finanzieller Beitrag – sie ist ein Zeichen des Vertrauens in unsere Studierenden. Denn mit Ihrem Engagement investieren Sie nicht nur in individuelle Bildungswege, sondern tragen auch dazu bei, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes nachhaltig zu stärken.“
Herausragende Leistungen und ehrenamtliches Engagement
Derzeit sind es 14 vorwiegend regionale Unternehmen sowie Stiftungen, die durch ihre Unterstützung die Stipendien ermöglichen. Die Deutschlandstipendien werden an Studierende sowie Studienanfängerinnen und -anfänger vergeben, deren Werdegang herausragende Leistungen im Studium und Beruf erwarten lassen. Bei der Vergabe werden neben überzeugenden Noten auch gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen berücksichtigt. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, wird monatlich von einem der Fördernden mit 150 Euro unterstützt. Vom Bund gibt’s dann nochmal 150 Euro oben drauf, sodass den Stipendiatinnen und Stipendiaten insgesamt 300 Euro zugutekommen.
Studium mit Praxisbezug
Beim Club-Event im großen Senatssaal der Hochschule Aalen kamen jetzt Vertreterinnen und Vertreter der fördernden Unternehmen und Stiftungen – wie beispielsweise die Carl-Zeiss-Stiftung, die Max Schlatter GmbH & Co.KG, die Kreissparkasse Ostalb, die Kessler+Co GmbH & Co.KG oder die Inneo Solutions GmbH – mit den Stipendiatinnen und Stipendiaten zusammen. Finley Erler wird von der Sigi und Hans Meder Stiftung gefördert. Seit Oktober studiert der 19-Jährige aus der Nähe von Leipzig Optical Engineering mit vertiefter Praxis bei der Carl Zeiss SMT in Oberkochen. „Ich wollte unbedingt ein Studium mit Praxisbezug, und die Kooperation mit Zeiss ist super“, sagt der junge Mann. Um bei den Reisen in seine Heimat ein bisschen unabhängiger von der Deutschen Bahn zu sein, hat er sich vor kurzem ein Auto zugelegt. „Da kommt schon ein bisschen was an Spritkosten zusammen, deshalb freue ich mich sehr über die Unterstützung durch das Deutschlandstipendium“, sagt Erler und grinst verschmitzt.
„Das Stipendium ist ein großes Privileg"
Auch Anna-Lena Schill, die seit dem Sommersemester 2025 Mechatronik mit Schwerpunkt Medizintechnik studiert, freut sich über die finanzielle Entlastung: „Dadurch muss ich mir nicht so viele Gedanken um die Studienfinanzierung machen und kann mich stattdessen aufs Studium konzentrieren und mich weiterhin ehrenamtlich engagieren.“ Denn die 22-Jährige, die aus der Nähe von Reutlingen stammt und ebenfalls von der Sigi und Hans Meder Stiftung unterstützt wird, hilft in ihrer Freizeit tatkräftig beim Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) und bei der Studentenmission Aalen mit. Mit ihrem Deutschlandstipendium möchte die fröhliche, junge Frau auch einen Teil ihres Praxissemesters im Ausland finanzieren. „Das möchte ich kommendes Jahr in einem Krankenhaus in Malawi absolvieren“, erzählt Schill, die bereits Erfahrungen in Uganda sammeln konnte. „Die afrikanische Kultur und die Menschen dort faszinieren mich sehr. Sie haben so viel weniger und sind dennoch so viel dankbarer als wir“, findet die Studentin und fügt mit einem Strahlen hinzu: „Ich freue mich, dass meine Auslandspläne in greifbare Nähe rücken. Es ist ein großes Privileg, ein Stipendium zu bekommen.“
Den wissenschaftlichen Durchbruch von morgen
Auch Luitgard Abele von der Carl-Zeiss-Stiftung findet das Deutschlandstipendium eine tolle Sache: „Es freut uns, wenn wir damit Freiräume für junge, engagierte Talente schaffen. Das war das Ziel, mit dem die Carl-Zeiss-Stiftung vor über zehn Jahren in die Förderung der Deutschlandstipendien eingestiegen ist.“ Aktuell fördert die Stiftung in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Thüringen 150 Deutschlandstipendien. „Unsere Hoffnung ist, dass eines dieser Talente vielleicht den einen oder anderen wissenschaftlichen Durchbruch von morgen schafft – oder vielleicht sogar mal den Nobelpreis einheimst“, sagt Abele mit einem Schmunzeln.
Unterhaltsame Einblicke in Formgedächtnislegierungen und ins Kunststoffrecycling
Im Anschluss an die Vorstellungsrunde und der Überreichung der Urkunden an die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten gab es noch einen Impulsvortrag von Deutschlandstipendiat Nicolas Smolka über Formgedächtnislegierungen sowie eine Einführung zum Thema Künstliche Intelligenz im Kunststoffrecycling. Diese wurde unterhaltsam und interessant von vier Studierenden und Doktoranden von Prof. Dr. Iman Taha gehalten.
Info: Wer bei der neuen Runde 2026/27 dabei sein möchte, kann sich bis Ende Juli/Anfang August hier für ein Deutschlandstipendium bewerben.
