Was macht man eigentlich im Studiengang Wirtschaftspsychologie?

Im Laufe des Studiums werden viele Inhalte vermittelt, doch welche genau das sind und wie sich diese im Studium und später in der Praxis einsetzen lassen, ist nicht immer sofort ersichtlich. Auf dieser Seite wollen wir Ihnen daher einen Einblick in die Projekte geben, die die Studierenden während Ihrer Semester mithilfe Ihrer erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auf die Beine stellen, egal, ob allein, in Gruppen oder in Kooperation mit externen Organisationen.

Bereits im zweiten Semester sammeln die Studierenden der Wirtschaftspsychologie in Gruppen Erfahrungen im Planen und Durchführen eigener Projekte. Im Modul Projektmanagement lernen sie Methodenbausteine kennen, um ein eigenes Konzept für ein fiktives Event oder Programm aufzustellen. Hierbei ist vor allem gute Teamarbeit und Organisationsgeschick gefragt. Die Inhalte der Projekte sind dabei sehr individuell und vielfältig; im letzten Jahr reichten sie von der Organisation eines Nachhaltigkeitstages bis hin zur Planung eines Sportfestivals an der Hochschule.

Ein weiteres Projekt war die Einrichtung von Zoom-Konferenzen in einem Altersheim, um den Bewohnern den Kontakt zu ihren Angehörigen während der Corona-Situation zu erleichtern. Der erste Schritt ist hierbei, sich ein klares Ziel zu formulieren. Dieses wurde dann in konkrete kleine Unterziele unterteilt, wie etwa das nötige technische Equipment zu besorgen oder finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten abzuklären. Über den Verlauf des Semesters wurden dann weitere Methoden eingesetzt, um die Aufgaben zu verteilen und die Termin- und Ressourcenplanung aufzustellen. Auch Risken und Schwierigkeiten mussten mit einkalkuliert werden – etwa, dass nicht genug Geld zur Verfügung steht – und dann nötige Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zum Ende des Semesters stand dann der vollständige Plan für das Altersheimprojekt inklusive aller Methoden, die vermittelt wurden. Mit der Präsentation des Vorhabens konnte das Modul erfolgreich abgeschlossen werden.

Das Experimentalpraktikum im dritten Semester gibt den Studierenden die Möglichkeit, viele theoretische Inhalte der ersten beiden Semester erstmals praktisch umzusetzen. Mithilfe ihrer Kenntnisse der Diagnostik, Datenanalyse und des wissenschaftlichen Arbeitens konzipieren die Studierenden eine eigene Studie und schreiben nach erfolgreicher Durchführung eine wissenschaftliche Arbeit über ihr Projekt. Von der Formulierung einer Forschungsfrage über die Planung der Erhebung bis zur Auswertung der Ergebnisse werden dabei alle Stufen einer wissenschaftlichen Studie durchlaufen und den Studierenden so ein Einblick in die psychologische Forschung gewährt.

Das Oberthema, unter welchem das vergangene Experimentalpraktikum stand, war die Untersuchung von Geschlechterunterschieden in Bezug auf digitale Technologien an der Hochschule Aalen. In der konkreten Planung des Projekts wurde den einzelnen Gruppen dabei freie Hand gelassen, was zu ganz unterschiedlichen Fragestellungen führte, wie etwa, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Akzeptanz und dem Einfluss des Klausuren-Tools Digi Exam gibt oder ob sich die Internetnutzung männlicher und weiblicher Studierender unterscheidet. Der erste Schritt war allerdings bei allen gleich: Die Forschungsfrage musste konkret formuliert werden und dann Literatur zur theoretischen Fundierung der Arbeit gesammelt werden. Danach wurden Hypothesen zum jeweiligen Thema aufgestellt, wie etwa im Fall der Internet-Gruppe: „Männliche Studierende nutzen das Internet intensiver als weibliche“. Um diese zu überprüfen, wurden von den Teams jeweils eigene Fragebögen erstellt und an andere Studierenden der Hochschule verschickt werden. Die erhaltenen Ergebnisse wurden ausgewertet und schlussendlich alle Erfahrungen und Befunde in einer eigenen wissenschaftlichen Studie festgehalten. Dabei wurden auch einige unerwartete Dinge festgestellt, wie etwa, dass weibliche Studierende sich mit den Klausuren-Tool Digi Exam wohler fühlen als männliche. Neben der wertvollen praktischen Erfahrung konnten die Studierenden mit ihren Studien somit auch etwas zur aktuellen Forschung auf diesem Gebiet beitragen und auch Denkanstöße für die Hochschule selbst generieren.

Im 5. Semester steht ein weiteres Projekt an, das noch mehr Praxisbezug als das vorherige enthält. Die Studierenden bearbeiten hier eine Fragestellung direkt im Auftrag eines Unternehmens oder anderweitiger externer Organisationen. Im vergangenen Semester konnten die Studierenden dabei zwischen einem Projekt in Kooperation mit Bosch oder mit DEKRA wählen.

In der Bosch-Gruppe ging es um eine Weiterentwicklung der Unternehmenskultur in einem der Werke. Hierbei wurde mit bereits vorhandenen Daten gearbeitet, die vorher mittels eines Fragebogens zum Thema Kulturverständnis unter den Mitarbeitenden erhoben worden waren. Die Aufgabe für die Studierenden bestand dann darin, diese Daten auszuwerten und auf der Basis dieser konkrete Maßnahmen zur Verstärkung erwünschter Aspekte der Arbeitskultur abzuleiten. Besonders spannend war dabei für die Studierenden, mit realen Daten und einem echten Ansprechpartner arbeiten zu können. Sie durchlebten aber auch typische praktische Probleme, wie etwa die Anforderungen des Unternehmens und der Hochschule zu vereinbaren. Doch letztendlich konnten die Studierenden ihr Projekt zu ihrer eigenen Befriedigung wie auch der ihres Partners erfolgreich beenden.

Beim DEKRA-Projekt war es Ziel, ein Konzept zu entwickeln, das den Beruf des Unfallanalytikers ansprechender wirken lässt. Anders als die Bosch-Gruppe lagen ihnen jedoch noch keine Daten vor. Um die nötige Datengrundlage zu schaffen gingen die Studierenden zweigleisig vor: Zum einen wurden Interviews mit Mitarbeitenden dieses Feldes bei DEKRA geführt, zum anderen wurden deutschlandweit Studierende zur Attraktivität des Berufs und DEKRA als Arbeitgeber befragt. Mit Hilfe der ermittelten Ergebnisse entwickelte die Gruppe dann ein Konzept mit verschiedenen Ansatzpunkten, das DEKRA einen ganzen Baukasten an Maßnahmen von ausformulierten Stellenanzeigen bis hin zu Drehbüchern für Instagram-Videos zur Verfügung stellte. Neben den wertvollen Erfahrungen im Umgang mit Auftraggebern waren die Studierenden besonders stolz auf das Wissen, dass ihre Arbeit zur Lösung realer Probleme beigetragen hat.