Innovatives Kooperationsprojekt „BürgerEnergieWende“ geht an den Start

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von links nach rechts: (oberer Ausschnitt): Hans-Peter Weber, Max-Robert Salzer, Christina Neufeld, Prof. Dr. Carsten Lecon, Prof. Dr. Anna Nagl, Dr. Karlheinz Bozem, (unten v. l.) Andreas Ensinger, Klaus-Jürgen Lehmann, Prof. Dr. Bastian Kaiser, Anja Hoh Bildrechte: www.ingridhertfelder.com

13.07.2020 Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg fördert ein Innovatives Kooperationsprojekt der Hochschule Aalen und der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg sowie der Bürgerenergie-Genossenschaften OstalbBürgerEnergie eG (OBE) und der erneuerbaren Energien Rottenburg eG (eER). Ziel dieses Forschungsprojektes ist die Entwicklung von innovativen und nachhaltigen Geschäftsmodellen für Bürgerenergie-Genossenschaften. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert aus Photovoltaik-, Windenergie- und Bioenergieanlagen eingespeisten Strom für die Dauer von 20 Jahren. Damit endet zum Jahresende der Förderzeitraum für alle bis zum 31.12.2000 installierten und in Betrieb genommenen Anlagen. Für diese meist noch voll funktionsfähigen Anlagen gilt es Lösungen zu finden, wie diese Anlagen weiter betrieben und Strom ins Netz einspeisen können. Das ist zwingende Notwendigkeit, um die Ziele der Energiewende zu erreichen. Davon betroffen sind die meisten Bürgerenergie-Genossenschaften und Betreiber von privaten Erneuerbare Energie-Anlagen (EE-Anlagen).

Federführend im Projektteam sind Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen und Prof. Dr. Bastian Kaiser von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg mit ihren akademischen Mitarbeitern Max-Robert Salzer und Anja Hoh. Die energiewirtschaftliche und IT-technische Expertise liefern der Energieexperte Dr. Karlheinz Bozem aus München und der Aalener Informatikprofessor Prof. Dr. Carsten Lecon. Für die Energiegenossenschaften arbeiten Hans-Peter Weber, Vorstandsmitglied der OstalbBürgerEnergie eG, sowie Klaus-Jürgen Lehmann, Vorstandsmitglied der eER, im Forschungsprojekt mit. Betreut von Prof. Dr. Stefan Pelz von der HfR und Dr. Karlheinz Bozem erarbeitet darüber hinaus Andreas Ensinger von der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG (ÜZW) die energiewirtschaftlichen und -technischen Grundlagen in seiner Masterthesis im Studiengang Sustainable ENergy CompetenCE (SENCE).

Das Team um Prof. Dr. Anna Nagl eruiert nun Lösungen, den von den Alt-PV-Anlagen produzierten Strom zu bündeln und wirtschaftlich zu verwerten. Dabei sind Insellösungen, welche primär die Selbstnutzung des Stroms aus Erneuerbaren Energien (EE) im Blick haben sowie intelligente Vermarktungskonzepte zu analysieren. Insellösungen richten sich primär an private EE-Anlagenbetreiber. Dabei wird der Strom auf dem Anlagengrundstück soweit als möglich direkt verbraucht. Nicht direkt verbrauchter Strom wird in einer Batterie zwischengespeichert und dann verbraucht, wenn die PV-Anlage keinen Strom liefert. Dieses Konzept kann um Elektroautos und Warmwasserspeicher erweitert werden. Derzeit funktionieren Batteriespeicher und hoffentlich in absehbarer Zeit auch die Autobatterie als bidirektionale Speicher. Diese ermöglichen sowohl die Einspeisung als auch die Entnahme von Strom aus den Speichern. Der danach noch überschüssige Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Dabei ist zu beachten, dass über die Hälfte der PV-Anlagen eine Leistung von weniger als 10 kWp (Kilowatt Peak) aufweisen.

Bei größeren Anlagen ist der Selbstverbrauch im besten Fall eine Zusatzoption. Hier sind andere Geschäftsmodelle zu entwickeln. So beschäftigt sich das Projektteam auch mit der Bündelung des Stroms über eine elektronische Energieplattform, über die der Strom an interessierte Kunden vermarktet werden kann. Besondere Herausforderungen liegen darin, vorherzubestimmen, wieviel Strom unter Berücksichtigung der Wettervorhersagen und der Verbrauchsdaten der Kunden in zukünftigen Perioden produziert bzw. verbraucht werden wird. Dazu bedarf es des Einsatzes von Prognosekomponenten und künstlicher Intelligenz. Die Funktion der Bürgerenergie-Genossenschaften ist hierbei die Vermarktung des Stroms sowohl der eigenen Anlagen als auch aus EE-Anlagen der Mitglieder. An dieser Stelle ist dann auch die Nahtstelle zu den Stadtwerken und Netzbetreibern. Hier passgenaue Lösungen und Geschäftsmodelle zu erforschen, ist die Zielsetzung des „Innovativen hochschulübergreifenden Kooperationsprojektes BürgerEnergieWende“.

Weiterführende Links:

ww.hs-aalen.de/buergerenergiewende

https://www.facebook.com/erneuerbareEnergienRottenburg

https://www.instagram.com/p/CDDs0HxKHSd/

Aalen und Rottenburg erhalten den Zuschlag

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Land fördert hochschulübergreifendes Forschungsprojekt der Hochschule Aalen mit der OstalbBürgerEnergie eG

20.04.2020 Im Rahmen der hart umkämpften Ausschreibung „Innovative Projekte“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK), bei denen hochschulübergreifende Forschungsprojekte mit Kooperationspartnern aus der Wirtschaft vorrangig gefördert werden, haben die Hochschulen Aalen und Rottenburg gemeinsam mit ihren Bürger-Energiegenossenschaften Mitte April 2020 den Zuschlag erhalten. Die in diesem Innovativen Kooperationsprojekt entwickelten Maßnahmen werden einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Baden-Württemberg leisten. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, dass die Energiewende von breiten Bevölkerungsschichten mitgetragen wird.

Die OstalbBürgerEnergie eG (OBE), vertreten durch deren Vorstandsmitglied Hans-Peter Weber, wird gemeinsam mit Prof. Dr. Anna Nagl und ihrem Kompetenzzentrum für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen, dieses Innovative Projekt leiten. Landtagsabgeordneter Winfried Mack und der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter zeigten sich höchst erfreut über die Entscheidung der bundesweit zusammengesetzten Experten-Jury, die dem Ministerium die Förderung des hochschulübergreifenden Antrages empfohlen hat. Es sei volkswirtschaftlich überaus wichtig und zeitkritisch ergänzt Prof. Dr. Nagl, wirtschaftlich belastbare und ökologisch nachhaltige Geschäftsmodelle für die Nutzungsmöglichkeiten für PV-Anlagen nach Ablauf der garantierten Einspeisevergütung zu erforschen und in der Praxis zu testen. Ende diesen Jahres endet für die ersten Photovoltaikanlagen die Zeit der garantierten Einspeisevergütung. Ab diesem Zeitpunkt gilt es, den mit diesen PV-Anlagen umweltfreundlich erzeugten Strom durch die Anlagenbetreiber selbst zu vermarkten. 

Für die OstalbBürgerEnergie-Genossenschaft ist diese Zusage nach den Worten von deren Vorstandsmitglied Hans-Peter Weber eine besondere Herausforderung. Es gehe darum, für die OBE gemeinsam mit der eER Erneuerbaren Energien Rottenburg, Modelle zu entwickeln, die eine wirtschaftlich nachhaltige Entwicklung der zahlreichen Energiegenossenschaften im Land ermöglichen. Dazu werde man, so Weber, in Arbeitskreisen und Expertengremien nach sinnvollen Lösungen suchen. Hierbei wolle man auch engen Kontakt zum Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband halten. Selbstverständlich werde dabei auch die Speicherung von Strom in dezentralen Hausspeichern und die Nutzung der Batterien von Elektroautos eine wichtige Rolle spielen. Weber appellierte an die Politik, die eingeleitet und unter Klimagesichtspunkten dringend notwendige Energiewende nicht zu unterlaufen. So bedarf es dringend des weiteren Ausbaus der Nutzung von Sonnen- und Windenergie. In Anbetracht der Tatsache, dass Strom aus erneuerbaren Energien dezentral, also verbrauchernah erzeugt wird, müsse man auch dringend über das Thema „Netzentgelte“ sprechen. Hier bedarf es einer Entfernungskomponente, die berücksichtigt, wenn dezentral erzeugter Strom zwar ins Netz eingespeist wird, der Verbraucher aber nur kurze Entfernung vom Erzeuger entfernt ist.

Natürlich begrüßt auch Oberbürgermeister Thilo Rentschler als Aufsichtsratsvorsitzender der OBE den Bewilligungsbescheid aus Stuttgart. Dies biete eine gute Grundlage für die Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle der OstalbBürgerEnergie sowie weiterer Energiegenossenschaften.