7. Mai 2026

Vortrag: Rechtliche Fallstricke der KI

Ein Vortrag vom Rechtsanwalt Michael Richter Fachanwalt für IT-Recht, Lehrbeauftragter für Informatik der Hochschule Aalen

Rechtsanwalt Michael Richter Fachanwalt für IT-Recht Lehrbeauftragter der Hochschule Aalen (Informatik) trägt seinen Vortrag über die rechtliche Fallstricke der künstlichen Intelligenz in einem vollen Saal vor

Am 5. Mai 2026 fand an der Hochschule Aalen ein Vortrag zum Thema „Rechtliche Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz in der konkreten Anwendung“ statt. Referent war Rechtsanwalt Michael Richter, Fachanwalt für IT-Recht und Lehrbeauftragter der Hochschule. Die Veranstaltung wurde von der Fakultät Elektronik und Informatik ausgerichtet und stieß auf großes Interesse: Der Hörsaal war gut gefüllt. 

Im Mittelpunkt stand die zunehmende Nutzung von KI-Anwendungen in Lehre, Forschung und Verwaltung und die damit verbundenen rechtlichen Fragestellungen. Während der Einsatz entsprechender Tools technisch oft unkompliziert ist, bleibt die rechtssichere Anwendung in vielen Fällen anspruchsvoll. 

Im Vortrag wurde anhand konkreter Beispiele aus dem Hochschulalltag gezeigt, welche Herausforderungen der Einsatz von KI mit sich bringt. Thematisiert wurden unter anderem KI-gestützte Prüfungsleistungen, der Umgang mit personenbezogenen Daten in externen KI-Systemen sowie die Nutzung KI-generierter Inhalte in Lehre und Hochschulkommunikation. Auch der europäische AI Act spielte eine zentrale Rolle: Richter erläuterte Risikostufen, Transparenzpflichten und Anforderungen an einen verantwortungsvollen KI-Einsatz. Ergänzt wurde dies durch datenschutz- und urheberrechtliche Fragestellungen, etwa beim Umgang mit Trainingsdaten, cloudbasierten Diensten oder KI-generierten Bildern und Texten. Deutlich wurde dabei, dass viele Anwendungen zwar leicht zugänglich sind, die rechtliche Bewertung jedoch oft komplex bleibt.

Im Bereich Haftung und Organisation ging es um Verantwortlichkeiten und notwendige Rahmenbedingungen innerhalb von Institutionen. Aspekte wie Dokumentation, Beschaffung und Freigabeprozesse wurden als zentrale Elemente für einen strukturierten und verantwortungsvollen KI-Einsatz hervorgehoben. Praxisbeispiele aus dem Hochschulalltag wie der Einsatz von KI zur Erstellung oder Bewertung von Prüfungsleistungen, die Verarbeitung von Interviewdaten oder die Nutzung KI-generierter Inhalte in der Lehre veranschaulichten die Relevanz der Themen und machten die rechtlichen Anforderungen greifbar. 

Besonders stark vertreten waren Studierende aus dem Bereich IT-Sicherheit. Ein Professor nutzte den Vortrag zudem direkt im Rahmen seiner Lehrveranstaltung „Datenschutz nach DSGVO“, deren Inhalte thematisch eng an die Veranstaltung anknüpften. Dadurch ergab sich für die Studierenden die Möglichkeit, aktuelle rechtliche Fragestellungen rund um KI anhand praxisnaher Beispiele aus erster Hand zu diskutieren. 

In der anschließenden Fragerunde wurden insbesondere konkrete Anwendungsfälle und bestehende Unsicherheiten diskutiert. Der Vortrag zeigte, dass Künstliche Intelligenz längst Teil des Hochschulalltags ist. Gleichzeitig wurde deutlich, dass ein reflektierter und rechtssicherer Umgang mit den Technologien zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die hohe Teilnahme unterstreicht das Interesse und den Bedarf an Orientierung in diesem Themenfeld innerhalb der Fakultät Elektronik und Informatik.