Wie arbeiten Produktmanager in einem internationalen Technologieunternehmen? Welche Messverfahren kommen bei elektronischen Bauteilen zum Einsatz? Und wie wirken sich Strom, Temperatur und Materialeigenschaften auf elektronische Komponenten aus? Diesen Fragen gingen Elektrotechnik-Studierende der Hochschule Aalen bei einer Exkursion zur Würth Elektronik Group nach.
Gemeinsam mit Professor Dr. Heinz-Peter Bürkle erhielten die Studierenden im Rahmen einer „Lab Experience“ Einblicke in Entwicklungsprozesse, Produktmanagement und praktische Laborarbeit im Produktdesign-Labor des Unternehmens.
Zu Beginn stellte Würth Elektronik die Aufgabenbereiche eines Produktmanagers vor. Dabei wurde erläutert, dass Produktmanager die Verantwortung für elektronische Bauteile über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg tragen – von der ersten Idee über die Entwicklung bis hin zum Ende der Produktlaufzeit. Vorgestellt wurden unter anderem Aufgaben in der Neuproduktentwicklung, der technischen Unterstützung verschiedener Unternehmensbereiche, der Analyse von Messdaten, der Marktbeobachtung sowie der Zusammenarbeit mit Vertrieb, Marketing und Qualitätsmanagement. Zudem erhielten die Studierenden Einblicke in typische Arbeitsweisen und Software- bzw. Datenplattformen, die im Produktmanagement und in der technischen Dokumentation eingesetzt werden.
Im Praxisteil arbeiteten die Studierenden in zwei Laborstationen an realen Messaufbauten aus der Elektronikentwicklung. An der ersten Station untersuchten sie sogenannte Leistungsdrosseln („Power Inductors“), die unter anderem in Stromversorgungen und elektronischen Geräten eingesetzt werden. Mithilfe von Strommessungen und Infrarotkameras analysierten die Teilnehmenden, wie sich elektronische Bauteile unter Belastung erwärmen und wie sich Temperatur und Stromfluss auf deren Verhalten auswirken.
Die zweite Station beschäftigte sich mit Induktivitätsmessungen an BMS-Komponenten, wie sie beispielsweise in Batteriesystemen verwendet werden. Dabei lernten die Studierenden den Umgang mit professionellen Messgeräten kennen und untersuchten, wie unterschiedliche Materialien und Kabelaufbauten die elektrischen Eigenschaften von Bauteilen beeinflussen können.
Die Exkursion ging damit bewusst über einen klassischen Unternehmensbesuch hinaus und vermittelte praxisnahe Einblicke in Entwicklungs- und Prüfprozesse der Elektronikbranche. Formate wie diese ermöglichen es Studierenden, theoretische Inhalte aus dem Studium direkt mit industriellen Anwendungen zu verknüpfen und frühzeitig Einblicke in mögliche Berufsfelder der Elektrotechnik zu gewinnen.
Die Hochschule Aalen bedankt sich bei Würth Elektronik für die praxisnahen Einblicke und die Möglichkeit, moderne Entwicklungs- und Messverfahren direkt im Unternehmensumfeld kennenzulernen. Der intensive fachliche Austausch und die aktive Mitarbeit der Teilnehmenden machten die Lab Experience zu einer besonderen Praxiserfahrung.