Vom Gründergeist und dem Gold des 21. JahrhundertsAn der Hochschule Aalen entstehen zwei neue Masterstudiengänge

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Zum Wintersemester 2017/18 starten die Masterangebote "Business Development" und "Datenmanagement/Industrie 4.0".

Fr, 22. January 2016

An der Hochschule Aalen entstehen zwei neue Masterstudiengänge. Grünes Licht gab es jetzt vom Wissenschaftsministerium in Stuttgart: Zum Wintersemester 2016/17 starten „Business Development (Produktmanagement und Start-up-Management)“ und „Datenmanagement / Industrie 4.0“.

Seit der Einführung des ersten Masterstudiengangs im Jahr 1999 baut die Hochschule Aalen ihr Masterangebot kontinuierlich aus. Aktuell gibt es 21 Masterangebote, jetzt kommen zwei weitere hinzu. Der neue Masterstudiengang „Business Development (Produktmanagement und Start-up-Management)“ richtet sich speziell an junge Gründer, zukünftige Unternehmer und Innovationsbegeisterte sowie an angehende Produktmanager, die innerhalb bestehender Unternehmen für neue Produkte und Geschäftsmodelle verantwortlich sind.

„Mit dem neuen Master setzten wir auf einen hohen Praxisbezug und einen interdisziplinären Ansatz der Vermittlung betriebswirtschaftlicher und technischer Kompetenzen“, betont Prof. Dr. Harry Bauer von der Fakultät Optik und Mechatronik. Die Studierenden haben die Möglichkeit, ihre eigene Idee für ein Start-up in einem angeleiteten Umfeld zu verwirklichen und unternehmerische Schlüsselqualifikationen zu erwerben. Denn oftmals fehlt es nicht an zündenden Ideen, sondern an der Umsetzung und Entwicklung von marktreifen Produkten oder Dienstleistungen. „Viele trauen sich aus Angst vor dem Scheitern nicht. Wir möchten mit Hilfe des neuen Masterangebots mehr Leute ermutigen, diesen Schritt zu wagen. Durch den Studiengang bekommt man gleich das richtige Handwerkszeug mit“, sagt Prof. Dr. Harry Bauer. Hohe Synergiepotenziale verspricht sich der Professor, der Produktmanagement an der Hochschule Aalen lehrt, durch eine enge Verzahnung mit dem Innovationszentrum (INNO-Z). Dort haben sich derzeit neun Gründerfirmen, sechs studentische Gründungsprojekte in der Anfangsphase sowie zwei Unternehmen angesiedelt. So könnten die Studierenden in idealer Weise Theorie und Praxis vor Ort einüben. „Das INNO-Z dient quasi als Reallabor, um anhand der Gründer die Randbedingungen für erfolgreiche Start-ups zu erfahren – und den ‚Gründerfunken‘ überspringen zu lassen“, so Bauer.

Beim neuen Masterangebot „Datenmanagement/Industrie 4.0“ steht der verantwortungsvolle Umgang mit Daten im Mittelpunkt. Ob Digitalisierung von Inhalten, Integration digitaler Mess-, Steuer- und Regelsysteme („Embedded Systems“) in Alltagsgegenstände, Kommunikation dieser Daten mit „intelligenten Umgebungen“, Internet oder soziale Netzwerke – die Datenflut wächst ungebrochen. „Der intelligente Umgang mit riesigen und heterogenen Datenmengen ist ein sehr wichtiges Thema und wird unsere Gesellschaft in Zukunft noch stärker herausfordern“, sagt Prof. Dr. Markus Kley, Dekan der Fakultät Maschinenbau und Werkstofftechnik. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung in Produktions- und Logistiknetzwerken sei es im Rahmen von Industrie 4.0 von elementarer Bedeutung, den Absolventen eine zukunftsweisende digitale Kompetenz zu vermitteln.

„Der neue Master soll zu einem umfassenden Management der anfallenden Daten – von der Erfassung über die Speicherung und Analyse bis hin zur Fragestellung der Datensicherheit – befähigen“, erläutert Prof. Dr. Markus Kley. Nicht zu Unrecht würden Daten heutzutage als „Gold des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet: „Wer die Daten hat, der hat auch die große Macht. Für eine sicher vernetzte Welt ist es daher wichtig, das Feld nicht den Monopolisten zu überlassen, sondern dezentrale Kompetenzen aufzubauen“, betont Kley. „Der Bedarf an Ingenieuren mit diesen Kompetenzen wird stark zunehmen. Und wir bilden sie aus.“