Impulsgeber für neue EntwicklungenTransferplattform Industrie 4.0: Die Hochschulen Aalen, Esslingen und Heilbronn kooperieren

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Vorstellung des Pilotprojekts in Esslingen. Für die Hochschule Aalen war Prof. Dr. Markus Kley (ganz links), Dekan der Fakultät Maschinenbau und Werkstofftechnik, dabei.

Fr, 13. November 2015

Die Hochschulen Aalen, Esslingen und Heilbronn wollen kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bei der Forschung und Entwicklung zum Thema „Industrie 4.0“ unterstützen. Dafür sollen sie in den kommenden drei Jahren eine Anschubfinanzierung von insgesamt zwei Millionen Euro erhalten. Die Landesregierung Baden-Württemberg hat die Mittel in den Nachtragshaushalt eingestellt. An der Planung dieser „Transferplattform Industrie 4.0“ hat sich neben den drei Hochschulen auch die SPD-Landtagsfraktion beteiligt.

„Mit diesem Pilotprojekt wollen wir das Thema Industrie 4.0 zeitnah in kleine Unternehmen hinein tragen“, sagte der Esslinger Hochschulrektor Prof. Dr. Christian Maercker bei der Vorstellung des Projekts. „Die Einstiegshürden für Forschung und Entwicklung sind für kleine Unternehmen zu hoch. Sie haben keine Kapazitäten, Forschungsanträge zu stellen, ein Projekt wissenschaftlich zu begleiten oder entsprechende Verträge zu schließen“, so Maercker.

So wollen die drei Hochschulen mit Personal, Gebäuden und Infrastruktur unterstützen. Ziel ist es, gerade KMU aus der Automobilbranche zu beraten und Modellprojekte anzustoßen. Dafür wollen die Hochschulen mit der Steinbeis-Stiftung und weiteren Partnern kooperieren. Geplant ist der Aufbau einer Technikplattform, mit der Modell-Lösungen im Bereich Industrie 4.0 erarbeitet werden können. Zudem sollen in speziellen Industrie 4.0-Laboren individuelle Angebote für KMU entwickelt werden.

„Die Transferplattform stellt einen greifbaren Mehrwert für die Wirtschaft dar“, stellte Rektor Maercker fest. „Gerade unsere drei Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind traditionell sehr eng mit der regionalen Wirtschaft verbunden. Wir haben mit dem Pilotprojekt die Chance, Impulsgeber für neue Entwicklungen zu sein. Zudem können wir durch die Entwicklungsprojekte sehr gut qualifizierte Führungskräfte ausbilden, die dann den KMU zur Verfügung stehen“, sagte er.

Die technologischen Ansätze der Industrie 4.0. werden absehbare Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit, auf neue Formen der Arbeitsorganisation und Veränderungen im Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik mit sich bringen. „Wir verfolgen daher mit dem Pilotprojekt auch einen interdisziplinären Ansatz: Neben dem technischen Know-how, bringen wir außerdem relevante Kompetenzen aus den Bereichen der Sozial- und Verhaltensforschung sowie der Betriebswirtschaft und der Unternehmensführung ein“, so der Heilbronner Hochschulrektor Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schröder.

Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider aus Aalen ergänzte: „Mit der Transferplattform in enger Kooperation mit Steinbeis werden wir uns noch konsequenter auf den Bedarf des Mittelstands ausrichten und Lösungen für wichtige Fragestellungen in einem gut funktionierenden Netzwerk kurzfristig erarbeiten können.“

„Die Plattform soll einen koordinierten und maßgeschneiderten Transfer von Wissenschaft und Wirtschaft ermöglichen und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen wichtige Anwendungsbeispiele und Lösungen im Bereich Industrie 4.0 aufzeigen“, sagen Claus Schmiedel, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, und der Esslinger SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Drexler.