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Crowdfunding für den „Handy-Airbag“Aalener Mechatronik-Student startet Kickstarter-Kampagne

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In der aktiven Schutzhülle es Smartphones sind Sensoren eingebaut, die den freien Fall erkennen und sofort vier dämpfende Elemente ausfahren.

We, 19. Dezember 2018

Nie wieder eine Spider-App auf dem Smartphone: Mit der innovativen Handyhülle „ADcase“, die quasi als Airbag fungiert, bleiben Stürze folgenlos. Verbaute Sensoren erkennen den freien Fall, so dass sich blitzschnell schützende Metallfedern entfalten und den Sturz abdämpfen. Die pfiffige Erfindung von Philip Frenzel, der an der Hochschule Aalen seinen Mechatronik-Master macht, und Peter Mayer hat in den vergangenen Monaten weltweit für Furore und unzählige Medienanfragen gesorgt. Allerdings ist das ADcase derzeit noch nicht zu haben – zuerst steht die Finanzierung des Vorhabens an. Inzwischen ist das Projekt auf der bekannten Crowdfunding-Plattform Kickstarter online. Noch bis zum 15. Januar 2019 kann man ADcase finanziell unterstützen und so helfen, dass der Prototyp in Serie gehen kann.

550.000 Euro – soviel möchten Philip Frenzel und Peter Mayer mit ihrer Kickstarter-Kampagene innerhalb eines Monats an Spenden sammeln, um ADcase zum Laufen zu bringen. Kickstarter ist die weltgrößte Finanzierungsplattform für kreative Projekte. War es in früheren Zeiten notwendig, zu mehreren Banken zu gehen und die Kreditgeber von der eigenen Idee zu überzeugen, gibt es heute die Möglichkeit, über die Internet-Crowd die Finanzierung zu sichern. So können die Geldspender dafür sorgen, dass Produktideen nicht nur graue Theorie bleiben, sondern bunte Praxis werden. Allerdings funktioniert das Ganze nach dem Prinzip „Alles oder nichts“: Falls das Projekt sein Finanzierungsziel nicht erreicht, wird auch kein Geld ausgezahlt. „Mit 550.000 Euro haben wir die Hürde natürlich relativ hoch angesetzt, aber wir haben alle anfallenden Kosten einkalkuliert. Dafür haben die Kunden dann auch die Sicherheit, dass wir das Produkt ohne Probleme stemmen können und das ADdcase in ein paar Monaten auslieferbar ist“, erklärt Philip Frenzel.

Aktives Dämpfen

Die pfiffige Schutzhülle, die Smartphones mit ihren zerbrechlichen Displays aktiv vor Schaden schützt, hat Philip Frenzel im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Hochschule Aalen erfunden. In dem Spezialgehäuse sind Sensoren verbaut, die den freien Fall des Handys erkennen, so dass Metallferdern ausfahren und die Kraft und Energie aus dem Sturz dämpfen. Die Dämpfer werden dann manuell eingeklappt und sind wieder verwendbar. Daher heißt das Produkt auch „ADcase“, was für „active damping“, also „Aktives Dämpfen“ steht. Derzeit konzentrieren sich Philip Frenzel und Peter Mayer mit ihrer mechatronic factory GmbH auf die verschiedenen iPhone-Modelle. Nach einer erfolgreichen Finanzierung sollen Hüllen für Smartphones anderer Hersteller folgen.

Um das ADcase in größeren Mengen herzustellen, sind weitere Investitionen erforderlich. „Die Lieferanten stehen schon in den Startlöchern“, sagt Philip Frenzel und lacht. „Wenn unsere Kickstarter-Kampagne erfolgreich läuft, sind wir guter Dinge, dass wir bis kommenen Juli die ersten ADcases ausliefern können.“ Das Interesse der Leute sei in den vergangenen Monaten riesig gewesen. „Das ist richtig cool“, freut sich der 25-jährige Student, „wir hoffen, dass wir diesen Hype jetzt auch umsetzen können, damit aus dem Projekt Realtät wird“.


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