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Den Horizont erweiternEduard Gushakowski erhält den 33. Karl-Kessler-Preis

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Eduard Gushakowski (Mitte) wurde mit dem 33. Karl-Kessler-Preis ausgezeichnet. Mit ihm freuen sich Firmenvertreter, Gesellschafter, die Jury - und Auguste Kessler, die Frau des Firmengründers.

Ganz so einfach mit der Einzelradaufhängung wie er es sich anfangs dachte, war es dann doch nicht. „Am Ende hat mich das auch ein paar Nachtschichten gekostet“, erzählt Eduard Gushakowski und lacht. Doch der Einsatz und das Durchbeißen haben sich gelohnt: Für seine Bachelorarbeit „Erstellung eines Berechnungsprogramms zur Berechnung von Geometrie, Lenkungs- und Fahrdynamikparametern bei Einzelradaufhängungen in Abhängigkeit von Einfederung und Lenkwinkel“ wurde der 25-jährige Maschinenbau-Absolvent der Hochschule Aalen jetzt mit dem 33. Karl-Kessler-Preis ausgezeichnet.

Für herausragende Abschlussarbeiten an der Hochschule Aalen vergeben die Maschinenfabrik Alfing Kessler und Alfing Kessler Sondermaschinen jedes Jahr den Karl-Kessler-Preis, der an den Firmengründer der Alfing-Kessler-Werke erinnert. Außerdem soll sich die Arbeit mit einem Thema befassen, das für die Alfing-Firmen von besonderem Interesse ist. „Wir freuen uns, in Eduard Gushakowski einen Menschen gefunden zu haben, der diesen Anforderungen mehr als gerecht geworden ist“, sagte Prof. Dr. Markus Merkel von der Hochschule Aalen bei der Feierstunde im großen Sitzungszimmer des Unternehmens Alfing Kessler Sondermaschinen. Der Absolvent habe sich bereits während des Studiums durch seine hohe Kompetenz und Lernbereitschaft sowie sein gutes mathematisches Verständnis ausgezeichnet. „Mit seiner Bachelorarbeit hat er einen echten Mehrwert für das Unternehmen geschaffen“, sagte Merkel. Dabei bedankte sich der Maschinenbau-Professor im Namen der Hochschule und von Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider auch bei der Alfing-Kessler-Gruppe für das große Engagement: „Der Karl-Kessler-Preis ist für unsere Studierenden stets ein großer Motivator.“

Dr. Thomas Koch, Geschäftsführer der Alfing Kessler Sondermaschinen GmbH und Sprecher des Preisgerichts, lobte den Preisträger für seine „abgerundete Arbeit, die aus einem theoretischen Ansatz zu einem konkreten Ergebnis geführt hat“. Diese habe sich insbesondere durch die Verbindung von mathematischer, informatischer und maschinenbaulicher Kompetenz ausgezeichnet. „Da steckt viel Herzblut drin, Eduard Gushakowski ist ein Vollblut-Ingenieur“, sagte Koch. Das Berechnungsprogramm für Einzelradaufhängungen erleichtere den Ingenieuren ihre Arbeit wesentlich, da sie nun für ein begrenztes Anwendungsspektrum eigene Berechnungen anstellen können. „Jetzt können Ingenieure mit nur einem Knopfdruck am PC herausfinden, ob ein Fahrzeug aus der Kurve fliegt, wenn es in einer gewissen Geschwindigkeit sie durchfährt“, erläuterte Eduard Gushakowski. Ganz einfach sei das alles aber nicht gewesen, gibt der Preisträger lachend zu. Dass er jetzt ein Anwendungsprogramm entwickelt hat, mit dem sich komplizierte Probleme einfach lösen lassen, freut den 25-Jährigen, der in Dillingen aufgewachsen ist, umso mehr.

Nach dem Abitur studierte Eduard Gushakowski zunächst Mathematik in Heidelberg, stellte aber schnell fest, dass ihm das Studium zu „theorielastig“ war. „Ich wollte an etwas arbeiten, was einem Menschen etwas bringt“, sagt er über seine Motivation, nach Aalen zu wechseln, um dort an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Maschinenbau zu studieren. „Ich hatte mich beim Bewerberinfotag umgeschaut und dort Prof. Alpers kennengelernt, der sein Fach so überzeugend und mit so viel Elan vorgestellt hat – da war für mich klar, ich will nach Aalen!“, erzählt der Preisträger und grinst verschmitzt. Klar, dass seine Bachelorarbeit auch von Prof. Dr. Burkhard Alpers, gemeinsam mit Günter Bittlingmaier von der Firma Kessler+Co, betreut wurde. In seiner Laudatio hob Prof. Dr. Burkhard Alpers die „außerordentliche Selbständigkeit“ des Ausgezeichneten hervor sowie seine Fähigkeit, die Dinge anzupacken und „einfach zu machen“. „Sie brauchen nicht 1000 Gushakowskis in einer Firma. Aber wenn Sie keinen haben, dann haben Sie ein Problem!“, scherzte Alpers.

Mit dem Preis ist auch eine Reise ins Ausland zu Studienzwecken verbunden, die es dem Preisträger ermöglichen soll, das eigene Blickfeld zu erweitern. Denn schon Firmengründer Karl Kessler stellte 1941 fest: „Selbst als ich ein tüchtiger Ingenieur war, hatte ich nicht den Dünkel in mir, nun weiß und kann ich alles. Im Gegenteil, nun wollte ich die Welt kennenlernen, die Methoden und Formen anderer Völker, um meinen eigenen Horizont zu erweitern.“ Das wartet jetzt auch auf Eduard Gushakowski, der sich für eine Studienreise nach Shanghai, Toronto, Orlando oder Chicago entscheiden kann. „Das hört sich ja alles sehr verlockend an, da hat man ja die Qual der Wahl“, sagt der frisch gebackene Karl-Kessler-Preisträger und strahlt über das ganze Gesicht.