BMBF-Verbundprojekt CO2-arme Stadt

Innovative Geschäftsmodelle für die Elektromobilität

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Auf Einladung des Innovationsmanagers des Innovationszentrums an der Hochschule Aalen, Dr. Andreas Ehrhardt, besuchten am Donnerstag, 22.06.2017, Studierende der Studiengänge Internet der Dinge und Industrial Management das INNO-Z.




"Der Besuch des Innovationszentrum stellt die Abrundung des Vorlesungsprogramms der Module 'Management for Start-ups' und 'Geschäftsmodelle und Businessplan' dar", so die Leiterin des Kompetenzzentrums für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen, Prof. Dr. Anna Nagl.


Am Nachmittag präsentierten dann Studierende des Masterstudiengangs Industrial Management im Innovationszentrum vor der Jury unter der Leitung von Thomas Bolz, Abteilungsleiter Gewerbekunden der Kreissparkasse Ostalb, die von ihnen auf der Grundlage des von Prof. Dr. Anna Nagl neu entwickelten 'Aalener Business Model Builder' ihre Geschäftsmodelle. Zunächst stellte die "Future Drive Solutions GmbH" ein Geschäftsmodell für den Vertrieb eines "Rundum-sorglos-Pakets" für Auto-Händler für den Verkauf oder das Leasing von Elektroautos vor: Von der Installation des Ladepunkts über den Service bis hin zum deutschlandweit kostenfreien Laden der Elektroautos für die Kunden. Darauf folgte die Präsentation eines innovativen wirtschaftlich-belastbaren Geschäftsmodells für Second Life Batterien. Die "2Life GmbH" plant den Umbau ausgedienter Fahrzeugbatterien zu „Starterpacks“, um so in energieintensiven Industrien hohe Anlaufströme von großen Maschinen aufzufangen und Lastspitzen im Stromnetz zu vermeiden.


"Sehr gut aufbereitete und vorgetragene Präsentationen der Geschäftsmodelle", so dass einstimmige Fazit der Jury. Innerhalb von 24 Stunden konnten die Studierenden zur Perfektionierung ihrer Prüfungsleistung noch die Anregungen der Jury einarbeiten - was beide Teams auch erfolgreich hinbekommen haben - und damit eine sehr gute Prüfungsleistung abgeben. Dieser Schritt trägt aus Sicht von Prof. Dr. Anna Nagl zum nachhaltigen Lernen bei. "Der Aufbau der Vorlesungen mit den unterschiedlichen Dozenten genauso wie das Coaching von Ihnen und Ihrem Team war wirklich optimal und top organisiert", so das Fazit des Masterstudenten Florian Wiesbauer.


 



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Elektromobilität: Die ÜZW rüstet sich für den Wandel

ÜZW baut auf erneuerbare Energien in Verbindung mit der Elektromobilität

Di., 24. Januar 2017, erschienen in https://uezw-energie.de/privatkunde/aktuelles/pressemitteilungen/#c447

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekts „CO2-arme Stadt“ wurde von der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG (ÜZW) gemeinsam mit der Hochschule Aalen eine Kundenbefragung zum Thema „Laden von Elektroautos mit selbst erzeugtem Solarstrom“ durchgeführt.

Altheim Im Oktober vergangenen Jahres führte die ÜZW eine Umfrage bei 1.300 Kunden mit Photovoltaik (PV)-Anlagen durch, um deren Meinungen und Einstellung zur Elektromobilität und der Nutzung von selbst erzeugtem Ökostrom zu erfahren. Die hohe Rücklaufquote (22 Prozent) freut auch die Leiterin des Forschungsprojekts, Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen, die gemeinsam mit ihrem Team die Umfrage ausgewertet hat. Hierbei zeigte sich, dass sich 97 Prozent der Befragten vorstellen können, ihr Elektroauto mit selbst erzeugtem Ökostrom zu laden.

„Mithilfe der Erkenntnisse aus dieser Kundenumfrage wird die ÜZW ihre Leistungen um umweltfreundliche Angebote für die Elektromobilität erweitern“, erklärt ÜZW-Vorstand Michael Forstner. Um diese Angebote zusammen mit den Nutzern zu entwickeln, gibt es auch eine sog. Open Innovation Plattform (https://hs-aalen.co-creator.de). Hier können interessierte Kunden ihre Ideen und Meinungen zur Elektromobilität mit den Mitarbeitern der ÜZW, Fachleuten und Menschen aus der Region online teilen und diskutieren.

Um eigene Erfahrungen im Bereich der Batteriespeicher und Elektromobilität zu sammeln, kombiniert die ÜZW seit September 2016 ihre eigene PV-Anlage mit einem Batteriespeicher, einer Ladestation und einem Energiemanagementsystem. Außerdem wird die ÜZW in Zusammenarbeit mit dem regionalen Handwerk zukünftig bei PV-Anlagen nicht nur die Inbetriebsetzung vornehmen, sondern auch Anlagen inklusive eines Stromspeichers zum Kauf anbieten. Damit ist ein Rund-Um-Paket für Erneuerbare Energien gesichert. „Wir können unseren Kunden nichts verkaufen, wovon wir nicht selbst überzeugt sind“, so ÜZW-Vorstand Forstner.

Die ÜZW sieht sich durch die mit dem Forschungsprojekt gestarteten Aktivitäten bestens gewappnet für die kommenden Herausforderungen des Mobilitäts- und Energiemarkts. Selbstverständlich können sich Interessenten den Stromspeicher und die Vernetzung des Stromspeichers mit der Ladestation in Verbindung mit dem E-Mobil bei der ÜZW in Altheim kostenlos vorführen lassen. Beratungstermine können über die Ansprechpartner der ÜZW (Telefon 08703 9255 1594) vereinbart werden. Weiterführende Informationen zum Projekt CO2-arme Stadt gibt es im Internet unter: www.co2-arme-stadt.de



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Innovative Geschäftsmodelle – ein Schlüssel für Geschäfte mit der Digitalisierung

Zehn Fragen an Prof. Dr. Anna Nagl, Hochschule Aalen

Fr., 6. Januar 2017, erschienen in https://regioblog-ostwuerttemberg.de/wirtschaft/innovative-geschaeftsmodelle-ein-schluessel-fuer-geschaefte-mit-der-digitalisierung/

1. Sie sind Leiterin des Kompetenzzentrums für innovative Geschäftsmodelle: Was hat man darunter zu verstehen, für wen sind diese Geschäftsmodelle interessant?

Nagl: Im Kompetenzzentrum für innovative Geschäftsmodelle erforschen und setzen wir gemeinsam mit unseren Projektpartnern, der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG und bozem | consulting associates | munich Geschäftsmodelle für eine zukunftsorientierte Elektromobilität um.

Innovative Geschäftsmodelle sind generell für alle Branchen interessant, da sie – wenn sie der Erfüllung der Kundenbedürfnisse dienen – dem Anbieter einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb bieten. Gerade in Branchen, in denen um jeden Kunden gerungen wird, ist es wichtig, sich von Mitbewerbern und Branchenneulingen (z. B. Amazon & Co) durch innovative Geschäftsmodelle abzuheben.

2. Die Digitalisierung und Big Data werden viele herkömmliche Geschäftsmodelle gefährden. Lässt sich sagen, welche Typen von Geschäften besonders gefährdet sind?

Nagl: Ich würde nicht sagen, dass die Digitalisierung herkömmliche Geschäftsmodelle unbrauchbar macht, sie müssen allerdings auf den Prüfstand gestellt und optimiert werden. Es stimmt natürlich, dass manche Branchen stärker von der Digitalisierung betroffen sind als andere. Die Energiebranche als Beispiel muss sich insbesondere durch die Digitalisierung und die politisch gewollte Energiewende auf stark veränderte Rahmenbedingungen, Technologien und Kundenwünsche einstellen. Es wird nicht mehr der „reine“ Stromlieferant gefordert, sondern immer stärker ein Rund-um-Dienstleister. Hierum geht es auch im oben erwähnten BMBF-Verbundprojekt.

3. Internet und Werbung, das hat Google zum Unternehmen mit der größten Börsenkapitalisierung gemacht – wird die Produktion von Gütern als Geschäftsmodell zunehmend weniger lukrativ?

Nagl: Fakt ist, dass Deutschland und auch die Region Ostwürttemberg nur aufgrund des starken Mittelstands im produzierenden Gewerbe die Finanzkrise gut überstanden haben.

4. Wenn weltweiter Wettbewerb für im Überschuss produzierte Produkte die Gewinnmargen schmelzen lässt, wie aussichtsreich ist es, für einen Güterproduzenten – und die sind, wie Sie sagen, das wirtschaftliche Rückgrat in Ostwürttemberg – ein innovatives Geschäftsmodell mit neuen Gewinnquellen (neben dem klassischen Geschäftsmodell) zu entwickeln?

Nagl: Nehmen wir als Bespiel Automobilhersteller. Deren Geschäftsmodell war bis dato die Entwicklung und der Verkauf von Fahrzeugen. Im Zuge der Elektromobilität versuchen die meisten Hersteller neue Geschäftsfelder aufzutun. Daimler nutzt beispielsweise ausgediente Fahrzeugbatterien als Hausspeicher oder forscht an rückspeisefähigen Flottenfahrzeugen, um am Regelenergiemarkt teilzunehmen (Charge@work). Gerade bei solchen Geschäftsmodellen, in denen Branchengrenzen „überschritten“ werden (Fahrzeughersteller und Energieunternehmen), wird der Markt für neue und auch branchenfremde Anbieter interessant.

5. Im regionalen Kontext: Viele Einzelhändler beklagen die Markttransparenz durch das Internet. Dort weisen Vergleichsportale immer noch niedrigere Preise aus. Wie lassen sich rein lokale Elemente wie Beratung und Servicebereitschaft in einem neuen Geschäftsmodell als gerechtfertigter Mehrwert durchsetzen?

Nagl: Da die technischen Systeme heutzutage immer komplexer und komplizierter werden, ist es für die Kunden schwierig (oder mit hohem Zeitaufwand verbunden), den Überblick zu bewahren. Der Kunde benötigt also umfangreicheren Service als früher. Nehmen wir eine PV-Anlage mit einem Energiemanagementsystem: Diese gibt es im Internet mit hoher Wahrscheinlichkeit wesentlich günstiger als beim örtlichen Elektroinstallateur. Hat eines der Systeme aber eine Fehlfunktion, an wen wendet sich der Kunde dann? Der Verkäufer verweist auf Subunternehmer, die die Anlage aufgebaut haben. Allein diese Kommunikation dauert meist schon mehrere Tage. Bezieht der Kunde das System von einem Handwerker vor Ort, haben Sie einen direkten Ansprechpartner mit hoher Kompetenz und kurzen Anfahrtswegen. In diesem Markt müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden, um die Vorteile der Beratung und Servicebereitschaft dem Kunden klar zu vermitteln und ggf. höhere Preise zu rechtfertigen. (Bsp. Contracting bei Heizungsanlagen)

6. Kommunikation über das Internet lässt Distanzen schrumpfen, führt die Welt zusammen – wo stehen wir bei der Nutzung dieses Potenzials für neue Geschäftsideen (eher noch am Anfang oder schon weit fortgeschritten)? Anders gefragt: Muss man sich beeilen oder warten noch viele neue Möglichkeiten, wenn man ein auf diesem Aspekt beruhendes neues Geschäftsmodell entwickeln will?

Nagl: Eigentlich ist es nie zu früh, ein innovatives Geschäftsmodell zu entwickeln, da der Prozess sehr dynamisch ist und ein Geschäftsmodell kontinuierlich an neue Anforderungen und Kundenwünsche angepasst werden muss. Gerade die dauerhafte Anpassung an Kundenwünsche ist ein wichtiger Punkt des Design-Thinking-Ansatzes, welcher in jede Geschäftsmodellentwicklung einbezogen werden sollte. Dieser Ansatz wird derzeit beispielsweise auch bei der Firma Voith in Heidenheim, Geschäftsbereich Digital Solutions und natürlich in unserem Forschungsprojekt angewandt.

7. Gewinnt bei internet-basierten, global agierenden Geschäftsmodellen immer nur der erste/schnellste alle Marktmacht?

Nagl: Wie wir gerade am Beispiel der Aufspaltung der Unternehmen e.on und RWE sehen, kann es durchaus geschickt sein, als First Follower (und nicht First Mover) Markt- und Wettbewerbsvorteile haben. Die Frage ist nämlich, wie „gut“ ist das Geschäftsmodell oder das der Anderen, denn wenn die Modelle der Konkurrenz besser sind, hilft auch kein Zeitvorteil. Es ist also wichtig, sein Geschäftsmodell kontinuierlich auf den Prüfstand zu stellen und sicherzustellen, dass die Kundenbedürfnisse optimal erfüllt werden.

8. Wenn einen das Internet nicht als globales Netz interessiert, sondern nur als regionale Kommunikationsverbindung (z.B. zwischen einem Fahrzeug und einem Service-Standort) – macht das in Zukunft jeder Komponentenhersteller selbstständig oder übernimmt einer die Systemherrschaft (z. B. Getriebe vs. Fahrzeug)?

Nagl: Meiner Meinung nach macht es mehr Sinn, wenn ein Anbieter als Netzwerkbetreiber fungiert, so kann ein umfangreicheres Netzwerk aufgespannt werden, in dem viele Nutzer agieren. Facebook beispielsweise agiert global, wird aber mittlerweile sowohl von globalen als auch regionalen Unternehmen als Werbe- und Kommunikationsplattform genutzt. Der Netzwerkbetreiber kann seine Ressourcen für den reinen Netzwerkbetrieb nutzen und die Unternehmen können ohne hohen Ressourcenaufwand (Hardware, Software und Personal) die Vorteile des Netzwerks abrufen. So kann eine effiziente Ressourcennutzung auf beiden Seiten erzielt werden.

9. Zum zweiten Google-Treiber: Wird der Nutzen/die Wirkung der Werbung einmal an Grenzen stoßen, so dass darauf basierende Geschäftsmodelle an Wert verlieren? (Ich denke daran, dass die personalisierte Werbung bei mir nur Kopfschütteln auslöst, wenn ich nach der Buchung einer Ferienwohnung im Internet wochenlang Werbung für Ferienwohnungen eingeblendet bekomme).

Nagl: Werbung stößt sicherlich einmal an ihre Grenzen. Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen kann Werbung für innovative Ideen aber auch ein wesentlicher Bestandteil dessen sein. In Zukunft wird es darauf ankommen, die Werbung kundenspezifisch zu gestalten und zu schalten, also auf die jeweilige Kundengruppe mithilfe von Algorithmen zuzuschneiden.

10. Wenn Sie professionell innovative Geschäftsmodelle entwickeln: Unter welchen Umständen würden Sie selbst investieren?

Nagl: Es geht um Nachhaltigkeit auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht. Einen Leitfaden zur Erstellung eines Businessplans sowie erfolgreiche Praxisbeispiele finden Sie in meinem Buch „Der Businessplan – Geschäftspläne professionell erstellen“.


Quelle: regioblog-ostwuerttemberg.de



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Laden von Elektroautos in ländlichen Regionen mit dezentral erzeugtem Solarstrom

Innovative Geschäftsmodelle als Alternative zum großstädtischen Batteriepool

Fr., 30. Dezember 2016, erschienen in https://regioblog-ostwuerttemberg.de/wirtschaft/laden-von-elektroautos-laendlichen-regionen-mit-dezentral-erzeugtem-solarstrom/

Solange Elektroautos mit herkömmlichen Strom geladen werden, ist Elektromobilität aus Sicht der CO2-Reduzierung eine Milchmädchenrechnung. Wie schon im vorausgehenden Beitrag zu diesem Thema erwähnt, wird derzeit der Strom noch zu zwei Dritteln aus fossiler Energie gewonnen, das Elektroauto bewirkt also weitgehend nur eine Verschiebung der Emission hin zum Standort des Kraftwerkes, aber keine wesentliche Emissionsreduktion. Es muss deshalb angestrebt werden, das Elektroauto überall laden zu können und zwar unabhängig vom Energieanbieter, aber in Zusammenarbeit mit dem Infrastrukturbetreiber.

Erst wenn sich die Elektromobilität für Verbraucher, Unternehmen und Kommunen rechnet, wird sie sich durchsetzen. Das kann aber nicht heißen, die Subventionen zu erhöhen. Diese entwickeln Fehlanreize zugunsten einzelner Nutznießer, die sich später wegen des Lobby-Drucks dieser Profiteure kaum noch ändern lassen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Förderung der Ökostromerzeugung ist ein warnendes Beispiel, das die Stromkunden derzeit über 20 Milliarden Euro pro Jahr kostet und wetterabhängig große Überschüsse an Ökostrom bewirkt.

Deshalb macht es mehr Sinn als bestimmte Techniken zu subventionieren, nach zukunftsfähigen Geschäftsmodellen für ökologisch wünschenswerte Entwicklungen zu suchen. Diese dürfen sich aber nicht nach dem ökologisch Wünschenswerten richten, sondern müssen die tatsächlichen politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen antizipieren.

Zur Entwicklung und zum Testen wurde für ein Forschungsprojekt der Hochschule Aalen das Netzgebiet des Verbundpartners im Forschungsprojekt, der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG bei Landshut ausgewählt. Dieser im ländlichen Umfeld arbeitende Infrastrukturbetreiber bietet die Möglichkeit, die entwickelten Geschäftsmodelle für den CO2-armen Individualverkehr gleich in der Praxis zu testen. Den öffentlichen Nahverkehr in großen Städten kann man über politische Entscheidungen steuern. Es sind aber marktkonforme Individuallösungen erforderlich, da die Elektromobilität auch den Sprung in ländliche Regionen und mittelgroße Städte schaffen muss, um eine flächendeckende Nutzung in Deutschland zu erreichen. Denn gerade diese Regionen haben ein hohes Potenzial an dezentraler Ökostromerzeugung, das es besser zu nutzen gilt. So wird im Netzgebiet der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG bereits heute sehr viel Strom aus erneuerbaren Energien dezentral erzeugt. Und so wird der oft im Überschuss erzeugte Solarstrom mit den Ergebnissen des Forschungsprojekts für das Laden von Elektroautos nutzbar gemacht.

Die konkreten Zielrichtungen dieses Forschungsprojekts sind:

    1. Das Verbundprojekt dient als Best-Practice-Beispiel und Leuchtturmprojekt in der Elektromobilität. Im Netzgebiet der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG wird Elektromobilität intensiv für Bürger sichtbar und erfahrbar.
    2. Der dezentral erzeugte und stark überschüssige Ökostrom wird besser genutzt. Das Forschungsprojekt soll also nicht nur dazu beitragen, Ökostrom für Elektroautos bereit zu stellen, sondern auch die Netzüberlastung in sonnenreichen Tagesabschnitten zu reduzieren.
    3. Die Untersuchungen werden so durchgeführt, dass sich die Ergebnisse auch auf andere ländliche Regionen und mittelgroße Städte übertragen lassen.

Wenn diese Ziele erreicht werden, können deutschlandweit einsetzbare Geschäftsmodelle präsentiert werden, nach denen die Batterien von Elektroautos grundsätzlich überall mit selbst erzeugtem Ökostrom geladen werden können. Wenn das dann unter marktwirtschaftlichen Bedingungen umfänglich angenommen und praktiziert wird, lässt sich auch von einer echten Energiewende im Verkehrsbereich sprechen. Es bleibt dann noch, ein Geschäftsmodell für Wasserstoff als Antrieb von Autos mit Brennstoffzellen zu entwickeln. Damit würde der Langstreckenbereich abgedeckt, für den die Reichweite von Batterien nicht ausreicht. Dieses Thema wird in einem weiteren Beitrag beleuchtet.


Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen forscht an der Entwicklung wirtschaftlich belastbarer Geschäftsmodelle und vermittelt diese Kompetenzen an die Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen: in den Studiengängen „Internet der Dinge“, „Industrial Management“ und auch in der „Augenoptik“. Darüber hinaus leitet sie in der Fördermaßnahme des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) „Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität“ ein Verbundprojekt mit dem Ziel, zukunftsfähige Geschäftsmodelle für das Laden von Elektroautos mit selbst erzeugtem Ökostrom zu entwickeln und umzusetzen.


Quelle: regioblog-ostwuerttemberg.de



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Projekt CO2-arme Stadt – reich an innovativen Ideen

Hochschule Aalen forscht an Dienstleistungsinnovationen für Elektromobilität

Fr., 05. August 2016

Das Elektroauto überall mit selbst erzeugtem Ökostrom laden und das unabhängig vom Energieanbieter aber in Zusammenarbeit mit dem Infra-strukturbetreiber: Genau das soll durch das am 1. August gestartete Verbundprojekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) von der Hochschule Aalen in Zusammenarbeit mit der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG durch die Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle erforscht und umgesetzt werden.

Der vermehrte Einsatz von Elektroautos wird immer wichtiger. Etwa ein Viertel des CO2-Ausstoßes wird vom Straßenverkehr verursacht. Auch der so genannte „Diesel-Skandal“ und regelmäßige Feinstaubalarme in Großstädten machen dies deutlich. Elektroautos werden permanent weiterentwickelt und optimiert. Hier gibt es mittlerweile ein breites Angebot für Kunden. Von der automobiltechnischen Seite steht der E-Mobilität also nichts mehr im Wege.

Aber wieso steigen die Zahlen der angemeldeten E-Autos nicht wie geplant? Prof. Dr. Anna Nagl, Leiterin des Kompetenzzentrums für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen hat darauf eine Antwort: „Solange Elektroautos mit herkömmlichen Strom betrieben werden, ist Elektromobilität aus Sicht der CO2-Reduzierung eine Milchmädchenrechnung." Umsetzungspartner Dr. Karlheinz Bozem ergänzt: "Erst wenn die Elektromobilität sich für die Verbraucher, Unternehmen und Kommunen rechnet, wird sie sich durchsetzen.“

Genau dafür praxisnahe Lösungen zu entwickeln und in Pilotprojekten zu testen, darum geht es im Forschungsprojekt CO2-arme Stadt. Elektromobilität soll durch die Nutzung von dezentral erzeugtem Ökostrom attraktiver werden. Dies erfordert die Entwicklung wirtschaftlich belastbarer, nachhaltiger und innovativer Geschäftsmodelle. „Der Nutzer muss die Möglichkeit haben, sein Fahrzeug überall mit Ökostrom, besser noch mit selbst erzeugtem Ökostrom, zu laden. Nur dann macht E-Mobilität Sinn!“, so Nagl.

Die entwickelten Modelle werden in einer Pilotphase unter Einbindung der verschiedenen Zielgruppen praktisch getestet, um so einen CO2-armen Individualverkehr besser entwickeln zu können. Gerade die Individuallösungen sind wichtig, da die Elektromobilität auch den Sprung in ländliche Regionen und mittelgroße Städte schaffen muss, um eine flächendeckende Nutzung in Deutschland zu erreichen. Denn gerade diese Regionen haben ein hohes Potential an dezentraler Ökostromerzeugung, wie zum Beispiel Solarstrom.

Im Netzgebiet des Verbundprojektpartners, der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG, wird bereits heute sehr viel Solarstrom erzeugt. Durch die Nutzung der Solarstrompotenziale für das Laden von Elektroautos wird das Forschungsprojekt einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und somit auch zum Klimaschutz und zur Verringerung der CO2-Belastung leisten.

    1. Das Verbundprojekt dient als Best-Practice-Beispiel und Leuchtturmprojekt in der Elektromobilität. Im Netzgebiet der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG wird Elektromobilität intensiv für Bürger sichtbar und erfahrbar.
    2. Der dezentral erzeugte und stark überschüssige Ökostrom wird besser genutzt. Somit trägt das Forschungsprojekt neben der Schaffung von Mehrwert-Dienstleistungen zur Netzentlastung bei.
    3. Es entstehen skalierbare und auf andere Regionen übertragbare Geschäfts-modelle für die Nutzung von dezentral erzeugtem Ökostrom für das Laden von Elektrofahrzeugen.
    4. Das Laden der Elektroautos mit dezentral erzeugtem Ökostrom ist kostengünstiger als konventioneller Fahrstrom im Individualverkehr. Zudem bietet er ökonomische Chancen – sowohl für Erzeuger und Betreiber als auch für Nutzer – weswegen er ökologisch betrachtet auch ein Beitrag zum Klimaschutz sowie zur „Energiewende“ ist und damit die im Projekt angestrebte CO2-Minderung erfüllt.


Weiterführende Informationen gibt es im Internet unter www.co2-arme-stadt.de und bei den Projektleitern Prof. Dr. Anna Nagl (Telefon: 07361-576 4601, E-Mail: anna.nagl@hs-aalen.de) und Andreas Ensinger von der Überlandzentrale Wörth/I.-Altheim Netz AG (Telefon: 08703-9255 1501, E-Mail: ensinger@uezw-strom.de).

Foto: Peter Hoch, Kevin Braun, Harald Oßner, Andreas Ensinger, Prof. Dr. Anna Nagl, Max Fels, Michael Forstner sowie Dr. Karlheinz Bozem (von links).


Das Verbundprojekt "CO2-arme Stadt" wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter den Förderkennzeichen 02K12A150 und 02K12A151 gefördert.

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