Der Wunsch nach persönlicher Individualmobilität ist ungebrochen

E-Mobilität und unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften und Werksverkehrs als Lösung

Nach über einjähriger Arbeit wurde die Phase 1 des vom Bund im Rahmen der Zukunftsinitiative „MobilitätsWerkStadt 2025“ geförderten Forschungsprojektes „AA-MOBIL“ abgeschlossen. An dem Projekt haben neben der Stadt Aalen (Amt für Wirtschaftsförderung), der Hochschule Aalen (Kompetenzzentrum für innovative Geschäftsmodelle) die OstalbBürgerEnergie eG (OBE) die Fa. Mapal Dr. Kress KG und weitere Unternehmen und der ÖPNV mitgewirkt. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden in einem Abschlussbericht zusammengefasst, der heute an den Oberbürgermeister Thilo Rentschler und dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter übergeben wurde. Dank der Unterstützung von Roderich Kiesewetter gelang es, ein Fördervolumen von 100.000 EUR auf die Ostalb zu holen.

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden durch das Projektteam um Felix Unseld (Leiter Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen) und Prof. Dr. Anna Nagl (Leiterin des Kompetenzzentrums für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen) sowie Hans-Peter Weber (Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG) online-Befragungen und Expertengespräche durchgeführt. So können die Projektergebnisse auf über 1300 Antworten von befragten Bürger*innen, Mitarbeiter*innen von Unternehmen und der Hochschule, Studierenden, Unternehmensleitungen, Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie Vertreter*innen der Träger des ÖPNV gestützt werden. Damit lassen sich fundierte Aussagen über die Mobilitätsbedarfe der Bürger*innen und deren Einstellungen zu CO2- und NOx-reduzierter Mobilität, vor allem E-Mobilität und Fahrradverkehr, ableiten.

In Design Thinking-Workshops mit Studierenden der Hochschule, Projektworkshops und zahlreichen Veröffentlichungen in den regionalen und auch überregionalen und wissenschaftlichen Fachpublikationen wurden die Projektideen diskutiert und einem breiten Spektrum interessierter Bürger*innen und Institutionen zugänglich gemacht. Ebenso wurden die Abschlussergebnisse dem Gemeinderatsausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung präsentiert sowie in Vorträgen an der Hochschule vorgestellt und erläutert.

Besonders hervorzuheben ist, dass die persönliche Individualmobilität mit dem Pkw nach wie vor eine große Bedeutung hat und vor allem in ländlichen Regionen wie der Ostalb auch in Zukunft ein wichtiger Mobilitätsfaktor sein wird. Insofern geht es dabei darum, diese Individualmobilität umweltfreundlich zu gestalten, wobei aus heutiger Sicht Elektrofahrzeugen jeglicher Art eine besondere Rolle zukommt. Ebenso sollte die berufliche Pendlermobilität "neu gedacht werden". Hans-Peter Weber, Vorstand der OstalbBürgerEnergie e.G. ist sich gemeinsam mit dem Forscherteam der Stadt und der Hochschule Aalen sicher, dass über die Entwicklung einer multimodalen auf die regionalen Bedürfnisse optimal zugeschnittenen Verkehrs-App Fahrgemeinschaften und Werksverkehre neu "gedacht werden sollten". Dies kann nur erfolgreich unter intensiver Einbindung von Unternehmen und Arbeitnehmern sowie der Studierenden an der Hochschule sein. Das Projektteam schlägt dazu vor, dass Fahrgemeinschaften und Werksverkehre unternehmensübergreifend und verkehrszweigübergreifend (Pkw, ÖPNV, Fahrrad) neu zu definieren und zu entwickeln sind.

Der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter ist davon überzeugt, dass die Erkenntnisse aus dem BMBF-Forschungsprojekt, die im heute übergebenen Abschlussbericht zusammengefasst sind, nun im Rahmen von SmartCity Aalen und dem Mobilitätspakt Aalen-Heidenheim weiterentwickelt und umgesetzt werden sollten. Dem schloss sich Oberbürgermeister Thilo Rentschler an und äußerte die Zuversicht, dass die überaus fundierten und innovativen Vorschläge von Gemeinderat und neuen Oberbürgermeister*in umgesetzt werden. Dies sei schon allein auf Grund der geforderten Klimaneutralität geboten.

AA-MOBIL: ökonomisch - nachhaltig - mobil

Abschlussveranstaltung: Wie mobil wollen wir in Zukunft sein?

Abbildung: Flyer mit Informationen zum Projekt AA-Mobil

Welche Mobilitätswünsche und -bedürfnisse haben die Menschen hier im Mittelzentrum Aalen? Im Rahmen der Richtlinie „MobilitätsWerkStadt 2025“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist ein Projektteam von Stadt Aalen, Hochschule Aalen und OstalbBürgerEnergie eG (OBE) dieser Frage nachgegangen. Dabei ging es vorrangig um die Suche nach Lösungsansätzen, wie unter Berücksichtigung der individuellen Mobilitätsanforderungen eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens und der damit verbundenen Belastung mit Co2 und Nox erreicht werden kann. Dazu wurde eine groß angelegte Befragung von Bürgern, Arbeitnehmern, Hochschulangehörigen und Studierenden durchgeführt.

Über das Ergebnis und das vom Projektteam erarbeitete Mobilitätskonzept berichtet das für die OBE als Projektkoordinator im Projektteam mitwirkende Vorstandsmitglied Hans-Peter Weber im Rahmen eines Vortrages. Die Leiterin des Kompetenzzentrums für innovative Geschäftsmodelle und Studiengangsleiterin, Prof. Dr. Anna Nagl, wird die Vortragsveranstaltung begleiten und Roderich Kiesewetter, Mitglied des Deutschen Bundestages, wird in seinem Grußwort zu den Projektergebnissen Stellung nehmen.

Ergebnisse des BMBF-Forschungsprojektes AA-MOBIL

Eingeladen sind alle an dem für das Mittelzentrum Aalen sehr wichtigen Thema interessierten Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch die Studierenden der Hochschule Aalen.
Für die Studierenden gibt es 5 Stunden workload Studium Generale.

Projektteam AA-MOBIL stellt innovative Ideen und Lösungsansätze für ein Gesamtmobilitätskonzept vor

Phase 1 des Projekts „AA-MOBIL“ ist abgeschlossen (v.li.): Stefanie Benz, Felix Unseld, Hans-Peter Weber, OB Thilo Rentschler, Prof. Dr. Anna Nagl und Bundestagsabgeordneter Roderich Kiesewetter unterstützen den Fortgang, nicht auf dem Foto Anja Hoh

Montag, 9. November 2020: Umweltfreundlich und nachhaltig, aber gleichzeitig einfach und nutzerfreundlich: So könnte das Mobilitätskonzept in Aalen für die Zukunft aussehen. Um dafür Lösungen zu erarbeiten, wurde das Verkehrsprojekt „AA-MOBIL“ ins Leben gerufen und im Rahmen der Richtlinie „MobilitätsWerkStadt 2025“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Das Projektteam um Wirtschaftsförderer Felix Unseld, Prof. Dr. Anna Nagl vom Kompetenzzentrum für innovative Geschäftsmodelle der Hochschule Aalen, und Hans-Peter Weber, Vorstandsmitglied der OstalbBürgerEnergie eG (OBE), legte nach bisher knapp einjähriger Projektarbeit im Beisein von Aalens Oberbürgermeister Thilo Rentschler und dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter seinen Schlussbericht vor. „Die Ideen lassen sich gut mit unseren weiteren Smart City-Projekten verknüpfen“, sagte Oberbürgermeister Rentschler.

Die Stadt Aalen hat mit dem Ziel der Verbesserung der Verkehrssituation, insbesondere des Berufspendlerverkehrs, ein Projekt skizziert und wurde zusammen mit deutschlandweit 50 Kommunen für diese Förderung ausgewählt. Vorrangiges Ziel der BMBF-Forschungsprojekt-Richtlinie "MobilitätsWerkStadt 2025" ist die Entwicklung von Konzepten zur Reduzierung des Individualverkehrs und der damit verbundenen Schadstoffemissionen.

In der bis Ende diesen Jahres abzuschließenden Phase 1 steht die Entwicklung von innovativen Ideen und Lösungsansätzen für ein modernes und nachhaltiges Gesamtmobilitätskonzept für die Region Aalen im Mittelpunkt. In der darauf folgenden, auf drei Jahre ausgerichteten, Phase 2 dieser BMBF-Förderrichtlinie, für die seitens der Stadt Aalen ein Förderantrag gestellt wird, geht es darum, die Lösungsvorschläge zu evaluieren und die Umsetzung mit einer Partnerkommune und Partnerunternehmen zu erproben. In der Phase 3 soll die Anwendbarkeit in Pilotprojekten konkret abgesichert werden und die Übertragbarkeit auf weitere Mittelzentren sichergestellt werden.

Erkenntnisse aus der Befragung in Phase 1

In der Phase 1 ging es insbesondere darum, die derzeitige Verkehrssituation zu betrachten und die Einstellungen der Menschen hinsichtlich ihrer persönlichen Mobilitätssituation und ihrer Mobilitätsbedürfnisse zu ergründen. Dazu wurden über 1300 Bürger, Arbeitnehmer, Unternehmen sowie Bus- und Bahnunternehmer befragt. Eines der Kernergebnisse ist, dass den Menschen in der Region ein hohes Maß an individueller Mobilität überaus wichtig ist. Mehr als die Hälfte der Befragten nutzt den eigenen Pkw für die Fahrt zur Arbeit oder Bildungseinrichtung. Nur 15 % fahren dabei mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 13 % fahren Rad und 8 % gehen zu Fuß.

Über zwei Drittel besitzen zwei oder mehrere Pkws im Haushalt; 96 % dieser Pkws werden durch Verbrennungsmotor angetrieben. 62 % der Befragten wollen bei Gelegenheit einen Umstieg auf ein E-Fahrzeug in Betracht ziehen. Hinsichtlich der Elektromobilität besteht erheblicher Informationsbedarf. Fünf Argumente gegen E-Fahrzeuge werden dabei vorgebracht: zu teuer, zu geringe Reichweite, zu wenige Ladesäulen, zu lange Ladedauer und negative Umweltaspekte der Batterie.

Auch in Bezug auf den ÖPNV bestehen Informationsdefizite: Vom Hauptbahnhof bzw. dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) gelangt man z. B. im 10-Minutentakt zur Hochschule. Die meisten Ziele in Aalen können im 20-Minutentakt erreicht werden. Ebenso ist bereits auf vielen Buslinien eine Echtzeitauskunft möglich. Insgesamt nutzen aber auch in Aalen nur 10 % der Menschen den ÖPNV - dies entspricht der durchschnittlichen Nutzung auf Landesebene.

Partizipation als oberste Prämisse in diesem BMBF-Forschungsprojekt 

In einem Projektworkshop, an dem neben den Mitgliedern des Projektteams auch Vertreter vom Stadtplanungsamt, Tiefbauamt sowie dem Amt für Umwelt, Grünflächen und umweltfreundliche Mobilität auch Industrieunternehmen teilgenommen haben, wurden Lösungsvorschläge erarbeitet. Im Rahmen dieses BMBF-Forschungsprojektes wird eine Koordinationsstelle für Mobilität bei der Stadt vorgeschlagen. Diese soll in Zusammenarbeit mit den Unternehmen und Bildungseinrichtungen einen für die Region maßgeschneiderten Mobilitätsbaukasten entwickeln, aus dessen Elementen sich die Unternehmen und Bildungseinrichtungen ihr individuelles Mobilitätskonzept zusammenstellen können. Dabei würden sie idealerweise von einem Mobilitätskoordinator beraten und begleitet.

Wichtiger Bestandteil des Mobilitätsbaukastens soll eine multimodale App sein. Diese soll u.a. unternehmensübergreifende Fahrgemeinschaften und Werksbuslinien ermöglichen und steuern - zeitlich und räumlich flexibel soll so zu den gewünschten Zielen gependelt werden. Die dazu notwendigen Infos von Fahrern und Mitfahrern sollen über diese Plattform erhoben und auf einem "kommunal in der Region verwalteten Server" gespeichert werden. Neben Privat- und Firmenfahrzeugen sollen neben dem ÖPNV sowie Sharing- und Taxi-Anbieter in diese Plattform optimal eingebunden werden. Auf diesem Weg soll die Verkehrssituation in den Mittelzentren Aalen und Heidenheim insbesondere zu Stoßzeiten deutlich entlastet werden. Durch eine E-Mobilitätsoffensive soll die Anschaffung und Nutzung von E-Fahrzeugen gefördert werden. Beide Maßnahmen sollen eine deutliche Verringerung des CO2- und NOx-Ausstoßes bewirken. Beim ÖPNV soll mittels einer Werbekampagne dessen Attraktivität aufgezeigt werden.

In der anstehenden Projektphase 2 kann die Stadt Aalen auf die Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter bauen. Er hat bereits in einem Brief an die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek um weitere Unterstützung von „AA-MOBIL“ geworben. „Ich bin begeistert von den Lösungsvorschlägen und über die Möglichkeit, dieses Projekt mit den Mobilitätsbedürfnissen von Unternehmen wie Zeiss zu verbinden“, äußerte sich der von der Projektarbeit angetane Bundestagsabgeordnete Kiesewetter.

(© BMBF und FONA)

Weiteres Vorgehen

Bis zum 01. Dezember 2020 besteht die Möglichkeit, eine Projektskizze für die zweite Phase der Fördermaßnahme „MobilitätsWerkStadt 2025“ einzureichen. Die Stadt Aalen wird ihr Konzept mit Unterstützung der Projektpartner und weiteren interessierten Akteuren sowie der Partnerkommune Heidenheim einreichen. 15 innovative Mobilitätskonzepte insbesondere aus den in Phase 1 geförderten 50 Kommunen werden voraussichtlich von Mitte 2021 bis Mitte 2024 in der zweiten Projektphase eine Förderung erhalten.


Bisherige Pressemitteilungen, u.a. 

Wie Aalen umweltfreundlicher unterwegs sein könnte, SDZ vom 22.09.2020: https://www.schwaebische-post.de/p/1925447/

Informationsdefizite erschweren den Umstieg auf Elektroautos, GenoGraph News vom 14.09.2020: https://www.wir-leben-genossenschaft.de/de/Informationsdefizite-erschweren-den-Umstieg-auf-Elektroautos-8964.htm

Über 1.300 Befragte beteiligen sich am Projekt AA-Mobil, Stadt Aalen vom 01.07.2020: https://www.aalen.de/ueber-1-300-befragte-beteiligen-sich-am-projekt-aa-mobil.154628.25.htm

Gemeinschaftsprojekt zur Mobilität der Zukunft in der Region, Hochschule Aalen: https://www.hs-aalen.de/de/news/3211


Und hier gehts zur website der Begleitforschung der BMBF-Richtlinie "MobilitätsWerkStadt 2025" https://www.zukunft-nachhaltige-mobilitaet.de/

Über 1300 Befragte beteiligen sich am Projekt AA-Mobil

Gruppenbild: Vier Personen im Freien vor einem Aufsteller mit er Aufsschrift AAMobile

Fr, 03. Juli 2020→

Das Projekt AA-MOBIL hat ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Die Befragung von Mitarbeiter*innen, Bürger*innen und Unternehmen ist abgeschlossen und ausgewertet. Mit über 1300 Teilnehmern hat die Befragung eine überragende Resonanz gefunden. Oberbürgermeister Thilo Rentschler freut sich über die hohe Beteiligung an der Umfrage „Das Ergebnis zeigt uns wichtige Erkenntnisse für Aalen im Bereich zukunftsfähiger Mobilität auf.“ Ein Ergebnis ist überaus deutlich hervorzuheben.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes AA-MOBIL ist es, Lösungsansätze zu entwickeln, wie der Verkehr verringert, optimiert und die verkehrsbedingte Emissionsbelastung in den Städten vermindert werden kann. „Dazu war es uns wichtig, im ersten Schritt die Einstellungen von Bevölkerung und Unternehmen zu Verkehrsthemen und die Offenheit für Veränderungen zu erforschen“, sagt Felix Unseld, Wirtschaftsförderer der Stadt Aalen, der gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Stefanie Benz von städtischer Seite das Projekt betreut. Die durchgeführten Befragungen, Workshops und Experten-Interviews mit den Trägern und Betreibern des ÖPNV bilden hierfür eine fundierte wissenschaftliche Basis.

Die Befragung und Auswertung wurde im Auftrag der Stadt Aalen von der Hochschule Aalen unter Federführung von Prof. Dr. Anna Nagl und Hans-Peter Weber, Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG (OBE), im Zeitraum von April bis Mai durchgeführt. Die Befragung wurde als „PreTest“ mit den Mitgliedern der OBE gestartet. Von den 250 per E-Mail erreichbaren Mitgliedern haben 113 Personen an der Befragung teilgenommen. Ebenso erfreulich waren die Teilnahmerzahl bei den weiteren an der Befragung eingebunden Unternehmen und Organisationen. Mitarbeiter*innen von Mapal, Alfing, RUD, Wasseralfinger Brauerei, VR-Bank Ostalb, Kreissparkasse Ostalb sowie der Hochschule und der Stadtverwaltung waren in die Befragung einbezogen. Zusätzlich wurden interessierte Bürger*innen über Tageszeitungen, Stadt-Info und Internet gebeten, sich ebenfalls an der Befragung zu beteiligen.

Darüber hinaus wurden Unternehmen in Aalen angeschrieben, um deren Sicht auf das Thema Mobilität kennen zulernen. Auch hier haben sich 18 weitere regional ansässige Unternehmen beteiligt. Das Projektteam ist mit der großen Resonanz, die das Projekt AA-MOBIL bei Unternehmen und Bürgern gefunden hat, zufrieden. Ein Workshop mit Studierenden der Hochschule im „DesignThinking-Format“ hat die Ergebnisse abgerundet und bestätigt. Ein Bürgerworkshop mit interessierten Bürger*innen soll noch durchgeführt werden, sofern die Corona-Bestimmungen dies zulassen.

Wesentliche Ergebnisse der Umfrage sind, dass drei Viertel der befragten Personen täglich Arbeitswege von bis zu 20 Kilometer zu bewältigen haben. Dies entspricht einer Fahrzeit von bis zu 30 Minuten. Hauptverkehrsmittel der Aalener Bürgerschaft ist der PKW mit annähernd 60 Prozent. Den ÖPNV nutzen ca. 25 Prozent der Befragten. Der verbleibende Anteil (15 Prozent) entfällt im Wesentlichen auf Fahrrad und Fußverkehr. Fahrgemeinschaften nehmen derzeit eine absolut untergeordnete Rolle ein, was den Schluss zulässt, dass der große Anteil der befragten Personen im Auto alleine zur Arbeit fährt. Dies führt in den Stoßzeiten zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, genügend Parkraum anbieten zu müssen.

Neben dem Berufsverkehr ist das Auto auch im Freizeitbereich das am häufigsten benutzte Verkehrsmittel. Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass 75 Prozent der Befragten zwei oder mehr PKWs in ihrem Haushalt haben. Elektroautos haben immer noch einen geringen Anteil am Fahrzeugbestand. Allerdings geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie sich beim nächsten Autokauf vorstellen können, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch ein Elektrofahrzeug zu ersetzen. Weitere beliebte Alternativen sind zudem das E-Bike (32 Prozent) bzw. Fahrrad (27 Prozent) aber auch der Umstieg auf den ÖPNV (30 Prozent). Hinsichtlich der Elektroautos wird in der Einstellung der Befragten ein hoher Informationsbedarf bezüglich Kosten, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Umweltthemen deutlich. Hier ist nach wie vor erkennbar, dass die Befragten vorrangig lediglich die Anschaffungskosten von Fahrzeugen betrachten und die Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten außen vor bleibt. Ähnliches gilt auch bei der Beurteilung des ÖPNV-Angebotes hinsichtlich Taktung und Linienführung.

Für Roderich Kiesewetter, MdB, mit dessen maßgeblicher Unterstützung das Projekt an die Stadt Aalen und die Hochschule Aalen vergeben wurde, ist das Projektergebnis überaus interessant: „Das Projektzwischenergebnis bestätigt die Notwendigkeit berufliche Fahrgemeinschaften zu bilden und den Boden für die Weiterentwicklung von E-Fahrzeugen zu bereiten. In dieses Bemühen müssen auch die Unternehmen der Region eng eingebunden werden.“

Wie geht es mit dem Forschungsprojekt weiter?

Aus den Ergebnissen der Befragung und anhand der geführten Experten-Interviews sowie durch die Arbeit des Projektteams wurden über 30 Lösungsansätze erarbeitet, wie die Verkehrssituation verbessert werden könnte. Diese werden nun im Rahmen von Projektsitzungen mit den Stakeholdern analysiert und bewertet. Anschließend werden die innovativen Ideen und Lösungsansätze, welche die größten Realisierungschancen haben, ausgewählt. Im September sollen die Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt werden. Es wird parallel dazu intensiv mit den Unternehmen diskutiert, da auch diese gefordert sind, ihren Beitrag zur Optimierung des Verkehrsmodalsplits – Zusammensetzung der Verkehrsmittelnutzung – zu leisten, um so zu einer Verbesserung der gesamten Verkehrssituation in Aalen und Umgebung beizutragen. Oberbürgermeister Thilo Rentschler freut sich auf den Präsentationstermin: „Ich bin sehr gespannt, welche konkreten Empfehlungen das Projektteam für die Stadt Aalen bereit hält und auf welchem Weg die Verkehrssituation in Aalen optimiert werden kann.“

Gemeinschaftsprojekt zur Mobilität der Zukunft in der Region

Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro


Fr, 20. Dezember 2019

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Und welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Autonomes Fahren, Carsharing oder die Nutzung von Fahrzeugen mit umweltfreundlichem Elektroantrieb sind nur drei Themen, mit denen sich ein gemeinsames Projektteam der Hochschule Aalen, der Stadt Aalen und der OstalbBürgerEnergie eG beschäftigt. Zusammen wollen sie innovative kommunale Mobilitätskonzepte für die Region entwickeln. Ihr Förderantrag Ihr Förderantrag wurde im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „MobilitätsWerkStadt 2025“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt und wird mit 100.000 Euro unterstützt.

Wir wollen uns jederzeit von A nach B bewegen können, ohne lange warten zu müssen oder auf andere angewiesen zu sein. Dafür ist das Auto aktuell noch das beliebteste Verkehrsmittel. Das wird sich zukünftig ändern, da sind sich die Experten einig. Doch wie können wir den Wunsch nach größtmöglicher individueller Mobilität mit dem Ziel vereinbaren, die Umweltbelastung zu verringern und damit Emissionen wie Lärm, Luftverschmutzung und die CO2-Belastung zu reduzieren? Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen, Carina Nitschke vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen und Hans-Peter Weber, Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG, wollen Lösungen für diese unterschiedlichen Anforderungen entwickeln, um eine weitere Überbelastung der Mobilitätsinfrastruktur zu verhindern.

Roderich Kiesewetter MdB und Oberbürgermeister Thilo Rentschler befürworten das Projekt

Unterstützt werden sie dabei von Roderich Kiesewetter, Mitglied des Bundestages, der in einem Schreiben an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek betonte, dass das Projekt sowohl für die Stadt Aalen als auch für die Hochschule eine großartige Chance sei: „Die Fokussierung auf die Bewältigung individueller Mobilität macht den Reiz des Konzepts aus, denn sie bezieht auch die Mobilität der Arbeitnehmerschaft mit ein. Besonders geht es um die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen im Rahmen von Carsharing-Systemen auf öffentlichen und privaten sowie Firmenparkplätzen und auch um die Optimierung des ÖPNV und die Elektrifizierung des gewerblichen Wirtschaftsverkehrs.“

Konzept soll auf andere Kommunen übertragbar sein

Das Projektteam will nun Ideen entwickeln, die die örtliche und regionale Verkehrssituation entspannen und für eine nachhaltige Verbesserung der Emissionsbelastung sorgen. Der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der OstalbBürgerEnergie eG ist, wird die Koordination des Projektes mit anderen Projekten unterstützen. Dazu gehört beispielsweise auch die Prüfung, inwiefern die CO2-Belastung durch den Einsatz von umweltfreundlichem PV-Strom verringert werden kann. Das Konzept soll später auch auf andere Kommunen übertragbar sein.

Das BMBF stufte den Antrag als besonders förderungswürdig ein und stellt für die Umsetzung 100.000 Euro bereit. Damit ist das Gemeinschaftsprojekt der Hochschule Aalen, der Stadt Aalen und der OstalbBürgerEnergie eG eins von nur 50 Projekten bundesweit, das gefördert wird.


Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung unter dem Förderkennzeichen 01UV2046_ZB gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autoren.