BMBF-Forschungsprojekt AA-MOBIL

Über 1.300 Befragte beteiligen sich am Projekt AA-Mobil

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Fr, 03. Juli 2020→

Das Projekt AA-MOBIL hat ein wichtiges Zwischenziel erreicht: Die Befragung von Mitarbeiter*innen, Bürger*innen und Unternehmen ist abgeschlossen und ausgewertet. Mit über 1.300 Rückläufer hat die Befragung eine überragende Resonanz gefunden. Oberbürgermeister Thilo Rentschler freut sich über die hohe Beteiligung an der Umfrage „Das Ergebnis zeigt uns wichtige Erkenntnisse für Aalen im Bereich zukunftsfähiger Mobilität auf.“ Ein Ergebnis ist überaus deutlich hervorzuheben.

Ziel des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes AA-MOBIL ist es, Lösungsansätze zu entwickeln, wie der Verkehr verringert, optimiert und die verkehrsbedingte Emissionsbelastung in den Städten vermindert werden kann. „Dazu war es uns wichtig, im ersten Schritt die Einstellungen von Bevölkerung und Unternehmen zu Verkehrsthemen und die Offenheit für Veränderungen zu erforschen“, sagt Felix Unseld, Wirtschaftsförderer der Stadt Aalen, der gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Stefanie Benz von städtischer Seite das Projekt betreut. Die durchgeführten Befragungen, Workshops und Experten-Interviews mit den Trägern und Betreibern des ÖPNV bilden hierfür eine fundierte wissenschaftliche Basis.

Die Befragung und Auswertung wurde im Auftrag der Stadt Aalen von der Hochschule Aalen unter Federführung von Prof. Dr. Anna Nagl und Hans-Peter Weber, Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG (OBE), im Zeitraum von April bis Mai durchgeführt. Die Befragung wurde als „PreTest“ mit den Mitgliedern der OBE gestartet. Von den 250 per E-Mail erreichbaren Mitgliedern haben 113 Personen an der Befragung teilgenommen. Ebenso erfreulich waren die Teilnahmerzahl bei den weiteren an der Befragung eingebunden Unternehmen und Organisationen. Mitarbeiter*innen von Mapal, Alfing, RUD, Wasseralfinger Brauerei, VR-Bank Ostalb, Kreissparkasse Ostalb sowie der Hochschule und der Stadtverwaltung waren in die Befragung einbezogen. Zusätzlich wurden interessierte Bürger*innen über Tageszeitungen, Stadt-Info und Internet gebeten, sich ebenfalls an der Befragung zu beteiligen.

Darüber hinaus wurden Unternehmen in Aalen angeschrieben, um deren Sicht auf das Thema Mobilität kennen zulernen. Auch hier haben sich 18 weitere regional ansässige Unternehmen beteiligt. Das Projektteam ist mit der großen Resonanz, die das Projekt AA-MOBIL bei Unternehmen und Bürgern gefunden hat, zufrieden. Ein Workshop mit Studierenden der Hochschule im „DesignThinking-Format“ hat die Ergebnisse abgerundet und bestätigt. Ein Bürgerworkshop mit interessierten Bürger*innen soll noch durchgeführt werden, sofern die Corona-Bestimmungen dies zulassen.

Wesentliche Ergebnisse der Umfrage sind, dass drei Viertel der befragten Personen täglich Arbeitswege von bis zu 20 Kilometer zu bewältigen haben. Dies entspricht einer Fahrzeit von bis zu 30 Minuten. Hauptverkehrsmittel der Aalener Bürgerschaft ist der PKW mit annähernd 60 Prozent. Den ÖPNV nutzen ca. 25 Prozent der Befragten. Der verbleibende Anteil (15 Prozent) entfällt im Wesentlichen auf Fahrrad und Fußverkehr. Fahrgemeinschaften nehmen derzeit eine absolut untergeordnete Rolle ein, was den Schluss zulässt, dass der große Anteil der befragten Personen im Auto alleine zur Arbeit fährt. Dies führt in den Stoßzeiten zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen und stellt die Unternehmen vor die Herausforderung, genügend Parkraum anbieten zu müssen.

Neben dem Berufsverkehr ist das Auto auch im Freizeitbereich das am häufigsten benutzte Verkehrsmittel. Die Umfrageergebnisse zeigen auch, dass 75 Prozent der Befragten zwei oder mehr PKWs in ihrem Haushalt haben. Elektroautos haben immer noch einen geringen Anteil am Fahrzeugbestand. Allerdings geben 62 Prozent der Befragten an, dass sie sich beim nächsten Autokauf vorstellen können, ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor durch ein Elektrofahrzeug zu ersetzen. Weitere beliebte Alternativen sind zudem das E-Bike (32 Prozent) bzw. Fahrrad (27 Prozent) aber auch der Umstieg auf den ÖPNV (30 Prozent). Hinsichtlich der Elektroautos wird in der Einstellung der Befragten ein hoher Informationsbedarf bezüglich Kosten, Reichweite, Ladeinfrastruktur und Umweltthemen deutlich. Hier ist nach wie vor erkennbar, dass die Befragten vorrangig lediglich die Anschaffungskosten von Fahrzeugen betrachten und die Betrachtung der gesamten Lebenszykluskosten außen vor bleibt. Ähnliches gilt auch bei der Beurteilung des ÖPNV-Angebotes hinsichtlich Taktung und Linienführung.

Für Roderich Kiesewetter, MdB, mit dessen maßgeblicher Unterstützung das Projekt an die Stadt Aalen und die Hochschule Aalen vergeben wurde, ist das Projektergebnis überaus interessant: „Das Projektzwischenergebnis bestätigt die Notwendigkeit berufliche Fahrgemeinschaften zu bilden und den Boden für die Weiterentwicklung von E-Fahrzeugen zu bereiten. In dieses Bemühen müssen auch die Unternehmen der Region eng eingebunden werden.“

Wie geht es mit dem Forschungsprojekt weiter?

Aus den Ergebnissen der Befragung und anhand der geführten Experten-Interviews sowie durch die Arbeit des Projektteams wurden über 30 Lösungsansätze erarbeitet, wie die Verkehrssituation verbessert werden könnte. Diese werden nun im Rahmen von Projektsitzungen mit den Stakeholdern analysiert und bewertet. Anschließend werden die innovativen Ideen und Lösungsansätze, welche die größten Realisierungschancen haben, ausgewählt. Im September sollen die Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt werden. Es wird parallel dazu intensiv mit den Unternehmen diskutiert, da auch diese gefordert sind, ihren Beitrag zur Optimierung des Verkehrsmodalsplits – Zusammensetzung der Verkehrsmittelnutzung – zu leisten, um so zu einer Verbesserung der gesamten Verkehrssituation in Aalen und Umgebung beizutragen. Oberbürgermeister Thilo Rentschler freut sich auf den Präsentationstermin: „Ich bin sehr gespannt, welche konkreten Empfehlungen das Projektteam für die Stadt Aalen bereit hält und auf welchem Weg die Verkehrssituation in Aalen optimiert werden kann.“

Gemeinschaftsprojekt zur Mobilität der Zukunft in der Region

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Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt Fördermittel in Höhe von 100.000 Euro


Fr, 20. Dezember 2019

Wie werden wir uns in Zukunft fortbewegen? Und welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Autonomes Fahren, Carsharing oder die Nutzung von Fahrzeugen mit umweltfreundlichem Elektroantrieb sind nur drei Themen, mit denen sich ein gemeinsames Projektteam der Hochschule Aalen, der Stadt Aalen und der OstalbBürgerEnergie eG beschäftigt. Zusammen wollen sie innovative kommunale Mobilitätskonzepte für die Region entwickeln. Ihr Förderantrag Ihr Förderantrag wurde im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Projekten zum Thema „MobilitätsWerkStadt 2025“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt und wird mit 100.000 Euro unterstützt.

Wir wollen uns jederzeit von A nach B bewegen können, ohne lange warten zu müssen oder auf andere angewiesen zu sein. Dafür ist das Auto aktuell noch das beliebteste Verkehrsmittel. Das wird sich zukünftig ändern, da sind sich die Experten einig. Doch wie können wir den Wunsch nach größtmöglicher individueller Mobilität mit dem Ziel vereinbaren, die Umweltbelastung zu verringern und damit Emissionen wie Lärm, Luftverschmutzung und die CO2-Belastung zu reduzieren? Prof. Dr. Anna Nagl von der Hochschule Aalen, Carina Nitschke vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen und Hans-Peter Weber, Vorstand der OstalbBürgerEnergie eG, wollen Lösungen für diese unterschiedlichen Anforderungen entwickeln, um eine weitere Überbelastung der Mobilitätsinfrastruktur zu verhindern.

Roderich Kiesewetter MdB und Oberbürgermeister Thilo Rentschler befürworten das Projekt

Unterstützt werden sie dabei von Roderich Kiesewetter, Mitglied des Bundestages, der in einem Schreiben an Bundesbildungsministerin Anja Karliczek betonte, dass das Projekt sowohl für die Stadt Aalen als auch für die Hochschule eine großartige Chance sei: „Die Fokussierung auf die Bewältigung individueller Mobilität macht den Reiz des Konzepts aus, denn sie bezieht auch die Mobilität der Arbeitnehmerschaft mit ein. Besonders geht es um die Mehrfachnutzung von Fahrzeugen im Rahmen von Carsharing-Systemen auf öffentlichen und privaten sowie Firmenparkplätzen und auch um die Optimierung des ÖPNV und die Elektrifizierung des gewerblichen Wirtschaftsverkehrs.“

Konzept soll auf andere Kommunen übertragbar sein

Das Projektteam will nun Ideen entwickeln, die die örtliche und regionale Verkehrssituation entspannen und für eine nachhaltige Verbesserung der Emissionsbelastung sorgen. Der Aalener Oberbürgermeister Thilo Rentschler, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der OstalbBürgerEnergie eG ist, wird die Koordination des Projektes mit anderen Projekten unterstützen. Dazu gehört beispielsweise auch die Prüfung, inwiefern die CO2-Belastung durch den Einsatz von umweltfreundlichem PV-Strom verringert werden kann. Das Konzept soll später auch auf andere Kommunen übertragbar sein.

Das BMBF stufte den Antrag als besonders förderungswürdig ein und stellt für die Umsetzung 100.000 Euro bereit. Damit ist das Gemeinschaftsprojekt der Hochschule Aalen, der Stadt Aalen und der OstalbBürgerEnergie eG eins von nur 50 Projekten bundesweit, das gefördert wird.


Dieses Vorhaben wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Förderschwerpunkt Sozial-ökologische Forschung unter dem Förderkennzeichen 01UV2046_ZB gefördert. Die Verantwortung für den Inhalt liegt bei den Autoren.