Brücken in den Arbeitsmarkt Neues Projekt vernetzt internationale MINT-Studierende der Hochschule Aalen mit Unternehmen in der Region Ostwürttemberg

Programme wie MINTconnect International helfen dabei, internationale Talente in der Region zu halten. Foto: © Hochschule Aalen | Jan Walford

Di, 03. März 2026

Um dem Fachkräftemangel im MINT-Bereich zu begegnen, haben die Servicestelle HOCHSCHULEWIRTSCHAFT beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V., die Südwestmetall-Bezirksgruppe Ostwürttemberg, die Hochschule Aalen sowie das Welcome Center Ostwürttemberg das neue Programm „MINTconnect International“ entwickelt. Unterstützt wird das Projekt durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg (WiRO), die mit dem JOB-BUS Ostwürttemberg Unternehmensbesuche ermöglicht. „Die Metall- und Elektroindustrie bietet stetige Weiterentwicklung und lebenslanges Lernen. Mit einem Beruf in unserer Industrie arbeiten Menschen an Zukunftstechnologien und können so Wandel und Transformation aktiv mitgestalten“, betont Markus Killian, Geschäftsführer der Südwestmetall Bezirksgruppe Ostwürttemberg. 

Doch der Fachkräftemangel im MINT-Bereich ist auch in Ostwürttemberg spürbar. Für eine Region mit stark verankerter Industrie wird die Sicherung qualifizierter Fachkräfte damit zu einem entscheidenden Zukunftsthema. Internationale Studierende sind daher eine wertvolle Ressource, um den steigenden Bedarf an qualifizierten MINT-Fachkräften langfristig zu decken. Viele von ihnen möchten nach dem Studium in Deutschland bleiben: Eine Erhebung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zeigt, dass 64 Prozent der internationalen Studierenden eine Bleibeabsicht haben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Internationale Studierende kennen Deutschland und seine Kultur bereits gut, lernen die Sprache und sammeln häufig während des Studiums erste Praxiserfahrungen über Praktika oder Projektarbeiten. Um dieses Potenzial besser zu nutzen und internationale MINT-Studierende frühzeitig mit Unternehmen in der Region Ostwürttemberg zu vernetzen, gibt es nun das Programm MINTconnect International.

Ziel des Programms ist es, Brücken zwischen internationalen Studierenden und regionalen Unternehmen zu bauen und den Übergang in den regionalen Arbeitsmarkt zu fördern. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels im MINT-Bereich setzt das Projekt früh an und sensibilisiert Studierende für berufliche Perspektiven in der Region. Kürzlich fand der Projektauftakt statt. Während dreier intensiver Programmtage reflektierten die teilnehmenden internationalen Studierenden zunächst ihre Kompetenzen, Berufsinteressen und Ziele und glichen diese mit den Anforderungen des regionalen Arbeitsmarkts ab. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem direkten Kontakt zur Unternehmenspraxis. So besuchten die Studierenden am zweiten Tag ein regionales Unternehmen und erhielten dort praxisnahe Einblicke in Arbeitsabläufe und Unternehmenskultur. Am dritten und letzten Tag wurden die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet und konkrete nächste Schritte besprochen, etwa durch Hinweise auf Sprachkurse, Bewerbungstrainings oder individuelle Beratungsangebote.

An der Hochschule Aalen studieren derzeit 526 internationale Studierende in unterschiedlichen Master- und Bachelorstudiengängen wie beispielsweise Electrical Engineering, Machine Learning & Data Analytics, Advanced Materials & Manufacturing oder Polymer Technology. „Unsere internationalen Studierenden sind hervorragend qualifiziert. Programme wie MINTconnect International helfen dabei, diese Talente in der Region zu halten“, erklärt Pascal Cromm, Leiter des Akademischen Auslandsamtes der Hochschule Aalen. Die Hochschule arbeitet dabei eng mit dem Welcome Center Ostwürttemberg zusammen, einem gemeinsamen Projekt der Hochschule Aalen und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WiRO. Das Welcome Center steht in intensivem Kontakt mit internationalen Studierenden in der Region und unterstützt regionale Unternehmen gezielt dabei, dieses Fachkräftepotenzial besser zu erschließen. 

Auch die Teilnehmenden ziehen ein positives Fazit. Student, Ahmad Raza, Masterstudent in Marketing and AI berichtet: „Die Transformation von Rohmaterial in hochpräzise technische Bauteile zu beobachten, war wirklich faszinierend und hat mir geholfen, industrielle Fertigung in der Praxis besser zu verstehen. Insgesamt war der Besuch eine unglaubliche Erfahrung für mich und hat mir sehr wertvolle Einblicke in die moderne Produktion, Qualitätsstandards und Teamwork in einem deutschen Unternehmen gegeben. Ich bin sehr dankbar, dass ich an dieser Exkursion teilnehmen durfte.”

Nach dem erfolgreichen Auftakt im Februar findet die zweite Programmrunde mit zwei weiteren Unternehmensbesuchen im April statt.