Deutsch-Jordanische Hochschule feiert 15-jähriges JubiläumHochschule Aalen gratuliert mit einer Videobotschaft

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Austauschbeziehungen gibt es nicht nur auf der Ebene der Dozenten und Studierenden, sondern auch auf Verwaltungsebene – hier 2019 bei einem Treffen mit GJU-Präsidentin Prof. Dr. Manar Fayyad (Mitte). Von Seiten der Hochschule Aalen war damals Antje Discher vom Akademischen Auslandsamt mit dabei (5. v. l.).

Do, 18. März 2021

Die German Jordanian University (GJU) feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Da persönliche Kontakte zu den Partnern momentan nicht möglich sind, hat die Hochschule Aalen ihrer langjährigen Partnerhochschule in Amman per Video gratuliert. Die Initiative, eine Video-Reihe als Geburtstagsgeschenk von internationalen Partnern zu erstellen, geht auf das GJU-Projektbüro in Magdeburg zurück. „Mit diesen Videobotschaften sollen der Erfolg, die Größe und die Bandbreite der bi-nationalen Hochschule und des transnationalen Bildungsprojektes TNB aufgezeigt werden. Wir sind beeindruckt von den Ideen und den tollen Botschaften und freuen uns sehr über das Engagement unserer Partner“, erklärt GJU-Projektkoordinatorin Dr. Monica Heitz.

Hochschulen für angewandte Wissenschaften als Vorbild

Mit der Gründung der GJU im Jahr 2005 hat die jordanische Regierung auf die mangelnde Praxisausbildung im Land reagiert. Zum Vorbild haben sich die Gründer das deutsche HAW-Modell gemacht. Die Curricula wurden nach und nach gemeinsam mit deutschen Professorinnen und Professoren entwickelt. Bis heute gehören deutsche Lehrende zum akademischen Lehrkörper. Eine Besonderheit der GJU ist ein obligatorisches Jahr in Deutschland, das die Studierenden zur Hälfte an einer der 120 deutschen Partnerhochschulen und zur Hälfte in einem Unternehmen in Deutschland in Form eines Praktikums verbringen. Die GJU wird im Rahmen der DAAD-Programme im Bereich der Transnationalen Bildung (TNB) mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und gilt als Leuchtturmprojekt in der Region.

Enger Austausch mit Aalen

Seit 2008 gehört auch die Hochschule Aalen zum Partnernetzwerk der GJU. Angefangen hat die Zusammenarbeit im Bereich des Wirtschaftsingenieurwesens, später wurde sie auf die Bereiche der internationalen Betriebswirtschaft, Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mechatronik und des Maschinenbaus ausgeweitet. Rund 120 jordanische Studierende waren bisher zu Gast in Aalen. Nicht mal während der Corona-Pandemie wurde der studentische Austausch unterbrochen. Sieben GJU-Studierende sind zum Sommersemester 2021 angereist; acht weitere, die bereits ihr Studiensemester an der Hochschule Aalen absolviert haben, beginnen aktuell ihr Praxissemester. „Die Deutschlanderfahrung war der Hauptgrund, warum ich mich an der GJU beworben habe. Nun bin ich schon zum zweiten Mal in Deutschland und fühle mich hier sehr wohl. Alle Mitarbeitenden der Hochschule Aalen, mit denen ich bisher Kontakt hatte, sind sehr freundlich und hilfsbereit. So kann man auch mit der unangenehmen Corona-Situation besser umgehen“, sagt Lubna Al-Hammouri. Die junge Frau studiert Wirtschaftsingenieurwesen und ist vor drei Wochen in Aalen angetroffen. Sehr viele jordanische Studierende besuchen regelmäßig Lehrveranstaltungen im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen. „Dabei kommen ihnen natürlich die englischsprachigen Vorlesungen und Projekte zugute, aber auch in deutschsprachigen Lehrveranstaltungen kommen sie gut zurecht“, erklärt Prof. Dr. Ulrich Holzbaur. Auch deutsche Studierenden profitierten stark von der Zusammenarbeit mit Kommilitoninnen und Kommilitonen aus anderen Ländern und Kulturen.

Dozenten- und Verwaltungsaustausch

Nicht nur auf der studentischen Ebene betreiben die Hochschule Aalen und die GJU enge Austauschbeziehungen. Auch der Kontakt zwischen den Lehrenden und den Akademischen Auslandsämtern der beiden Hochschulen ist ein wichtiger und befruchtender Teil der Kooperation. Im Sommer 2019 sind zum Netzwerktreffen des Bereichs Wirtschaftsingenieurwesen die Koordinatorin Stefanie Kirsch sowie Verantwortliche der GJU und der deutschen Partnerhochschulen nach Aalen gekommen. Im November des gleichen Jahres hat in Amman die zweite internationale Konferenz ISME’19 (International Conference on Industrial, Systems and Manufacturing Engineering) stattgefunden, die von der GJU in Kooperation mit der Jordanian Engineers Association ausgerichtet wurde. Zur Stärkung der akademischen Zusammenarbeit und dem anwendungsorientierten Austausch mit Ingenieuren in Jordanien wurde auch Prof. Dr. Alice Kirchheim eingeladen, um einen Workshop über die Chancen und Risiken bei der Automatisierung von logistischen Systemen zu halten. „Ich war begeistert von der großen Beteiligung und konnte mein Netzwerk an der GJU ausbauen“, freut sich Kirchheim. „Für die Zukunft wünsche ich mir, dass auch vermehrt Studierende der Hochschule Aalen die Chance nutzen, das liberale, politisch stabile Land und seine faszinierende Kultur im Rahmen eines internationalen Semesters kennenzulernen“, sagt Kirchheim.

Diesem Wunsch schließt sich auch das Akademische Auslandsamt der Hochschule Aalen (AAA) an, das seit vielen Jahren die Studierenden aus Amman intensiv betreut und bei der Suche nach Praktikumsstellen unterstützt. „Wir wünschen der German Jordanian University auch für die Zukunft alles Gute und eine erfolgreiche Weiterentwicklung. Wir freuen uns auf den fortgesetzten Austausch und weitere gemeinsame Projekte aller Art“, betont Pascal Cromm, Leiter des AAA.