Ausbildung und Ausblicke in der AugenoptikZeiss virtuell zu Gast an der Hochschule Aalen

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Um die Zukunft der Augenoptik ging es bei der gemeinsamen Studium-Generale-Veranstaltung der Hochschule Aalen und Zeiss.

Do, 21. Januar 2021

Auch in diesem Wintersemester haben die Hochschule Aalen und Zeiss zur Studium-Generale-Veranstaltung eingeladen – natürlich online. Die Diskussion drehte sich vor allem um die corona-bedingten Veränderungen im Unternehmen sowie Veränderungen durch die Digitalsierung in der augenoptischen Praxis und bei der Ausbildung.

Seit 2017 lädt Zeiss gemeinsam mit Prof. Dr. Anna Nagl aus dem Studiengang Augenoptik/ Optometrie im Wintersemester Studierende der Hochschule Aalen ein, um an einem Nachmittag aktuelle Themen und Projekte aus der Unternehmenspraxis vorzustellen und zu diskutieren. Ging es vor einem Jahr noch ins Zeiss Forum der Optik, verlegten Zeiss und Hochschule die Veranstaltung diesmal natürlich ins Web.

Unter dem Motto „Wie wir die Zukunft der Augenoptik und der Ausbildung neu gestalten“ berichtete Dr. Matthias Metz, Mitglied des Vorstands der Zeiss-Gruppe und Leiter der Sparte Consumer Markets, über die Erfahrungen in 2020 und aktuelle Zukunftsprojekte. Zeiss sei als Unternehmen bisher gut durch die Krise gekommen – dank der Aufstellung als Portfoliounternehmen, zahlreicher Innovationen und weil bereits vor der Pandemie vorsorgende Resilienzprogramme in allen Bereichen umgesetzt worden seien. „Doch gerade in der Augenoptik haben wir auch den Einbruch im Frühjahr erlebt, als weltweit viele Geschäfte unserer Kunden geschlossen waren“, so Metz. „Für unsere wirtschaftliche Erholung war entscheidend, dass wir das Vertrauen unserer Kunden durch ununterbrochene Lieferfähigkeit bestärkt haben und mit zahlreichen innovativen Produkten und Services die richtigen Angebote für sie hatten. Gerade jetzt entdecken viele Verbraucher neu, wie wichtig gutes und gesundes Sehen ist, weil wir alle sehr viel Zeit vor Bildschirmen und im Home-Office verbringen. Das verlangt unseren Augen viel ab, und Zeiss Markengläsern helfen spürbar zu entspanntem Sehen und bieten zugleich Mehrwert für gesunde Augen.“

Prof. Dr. Anna Nagl freute sich, dass die Veranstaltung auch dieses Wintersemester stattfinden konnte. „Weit über 100 Studierende haben sich eingewählt und die Gelegenheit genutzt, Einblicke in die Praxis eines globalen Unternehmens wie Zeiss aus erster Hand zu bekommen.“ Die Verbindungen der Hochschule Aalen zu dem Unternehmen sind vielfältig, von Abschlussarbeiten und Angeboten für Werksstudenten bis zum direkten Einstieg von Absolventen.

 Digitalisierung ist ein Muss – gerade auch in der Augenoptik

„Die vielfältigen Fragen der Studierenden, die wir im Vorfeld erhielten, drehten sich natürlich vor allem darum, was die Corona-Pandemie für Zeiss, für unsere Kunden in der Augenoptik und für Studium und Berufseinstieg bedeuteten“, so Metz. „Aber auch, welchen Stellenwert etwa Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Zeiss einnehmen, steht weit oben auf der Liste der Fragen.“ Die Studierende beschäftigte auch, welche Risiken es bei allen Chancen für die Augenoptik gibt, ob wirklich alle unabhängigen Geschäfte mithalten könnten. „Ohne Digitalisierung geht es nicht. Auch ältere Verbraucher schauen erst im Netz, bevor sie zum Optiker gehen. Wer da nicht präsent ist, wird es schwer haben“, sagte Metz. „Mit einer digitalen Consumer Journey, die auf dem Sofa startet und digitale Services des Augenoptikers integriert, wird der Brillenkauf zu einem Erlebnis.“ Davon könne jedes Augenoptikgeschäft profitieren, denn Zeiss biete ihnen an, sie in der Digitalisierung zu unterstützen. „Wir bringen Augenoptiker ins Web, sie können mit individueller Werbung ihre Kunden besser erreichen und für Sehtest, Brillenglasberatung und Bestellung sind unsere Plattformen so gestaltet, dass die Arbeit mit ihnen Spaß macht und der Verbraucher immer mit einbezogen werden kann.“

Die jetztigen Studierenden seien „digital natives“. Eine gute Ausbildung sei durch nichts zu ersetzen. Die Digitalisierung sei durch die Pandemie zwar beschleunigt, aber nicht grundlegend neu definiert worden. „Aber Sie bringen mit, dass Sie digital immer mitdenken, wo und an was auch immer Sie arbeiten“, wandte Metz sich an die Studierenden, „das ist eine Stärke, die Sie aktiv ausspielen sollten.“


Weitere Infos:

Der Studiengang Augenoptik wurde 1982 von Heinz Diepes gegründet und war damit in Deutschland der erste Studiengang seiner Art. Bis zum Wintersemester 2006/07 war die Aus-bildung als Augenoptiker Zulassungsvoraussetzung. Seither ist das Augenoptik-/Optometrie-Studium ohne eine vorangegangene fachspezifische Ausbildung möglich. Der Augenoptik-/Optometrie und Hörakustik-/Audiologie Neubau mit modern ausgestatten Labor-, Seminar- und Büroräumen auf 1750 Quadratmetern wurde im November 2011 bezogen. Insgesamt 10 Professoren des Bachelor-Studiengangs und zahlreiche Lehrbeauftragte aus Augenoptik-Geschäften sorgen in sehr vielen Trainings in kleinen Gruppen dafür, dass alle Praktikanten im 5. Semester - egal ob mit oder ohne Ausbildung vorher - von ihren Arbeitgebern auch aufgrund des in den ersten vier Semestern in der Werkstatt und beim Beratungs- und Verkaufstraining erworbenen Praxis-Know-hows gerne genommen werden. Hinzu kommt, dass mit Abschluss des Augenoptik-/Optometrie-Studiums auch die Teile 3 und 4 der Meisterprüfung, also der betriebswirtschaftliche Teil und die Ausbildereignung, von allen Handwerkskammern deutschlandweit ohne weitere Kosten anerkannt werden. Hier finden Sie detaillierte Informationen über den Studiengang: www.hs-aalen.de/ao

 Seit 2002 wird an der Hochschule Aalen auch ein deutschlandweit einzigartiger Optometrie-Masterstudiengang, der M.Sc. Vision Science and Business (Optometry), angeboten. Hierzu kommen alle vier Wochen die besten Professoren und Optometristen auf dem jeweiligen Fachgebiet für jeweils fünf Tage aus den USA eingeflogen und lehren in Theorie und Praxis die weltweit höchsten Standards u. a. auf den Gebieten der Augenkrankheiten und der für Augenoptiker relevanten Kompetenzen in Pathologie, Physiologie, Pharmakologie usw. sowie auch Vision Therapy, Kinderoptometrie und Sports Vision. Dieses Masterstudium lohnt sich für alle, die die Lücken der erweiterten Kundenanforderungen in der täglichen Praxis auf im deutschsprachigen Raum höchsten Niveau schließen wollen.

Auf die insgesamt zwöf Studienplätze pro Jahr kann man sich für 2022 bereits jetzt hier bewerben. Weitere Informationen erteilt auch Studiengangsleiterin Prof. Dr. Anna Nagl: anna.nagl@hs-aalen.de.