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„Ein herrlicher Tag für die Hochschule“Entscheidung im Waldcampus-Wettbewerb: Preisgericht kürt Architekten aus Zimmern ob Rottweil

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OB Thilo Rentschler, Rektor Professor Dr. Gerhard Schneider und Baudirektor Claus Schüßler (von links) präsentieren das Siegermodell. (Foto: Stadt Aalen)

Di, 18. Juli 2017

Der Planungswettbewerb für den Waldcampus an der Hochschule Aalen ist entschieden. Das Büro Broghammer.Jana.Wohlleber aus Zimmern ob Rottweil mit den Landschaftsarchitekten Planstatt Senner aus Überlingen haben mit ihrem Entwurf den 1. Preis erhalten. Weitere Preise gingen an CODE UNIQUE Architekten GmbH aus Dresden und Birk Heilmeyer und Frenzel aus Stuttgart. Anerkennungen erhielten Baumschlager Eberle Architekten und Hascher Jehle Planen und Beraten GmbH aus Lustenau, Österreich und München.

„Wir haben uns einstimmig für den 1. Preis entschieden“, betonte Claus Schüßler, Amtsleiter Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Schwäbisch Gmünd, im Pressegespräch zur Entscheidung des Preisgerichts. Anfang 2020 soll mit dem Bau begonnen werden, sagte er. „Wir rechnen mit zwei bis zweieinhalb Jahren Bauzeit für den ersten Abschnitt.“ Gemeint ist damit ein Fakultätsgebäude für die Wirtschaftswissenschaften. Der zweite Abschnitt, ein Mensa-Neubau, sowie die Flächen für eine Kita und studentisches Wohnen seien terminlich noch offen.

„Es war ein langer und hervorragender Tag für die Hochschule“, zog Oberbürgermeister Thilo Rentschler Resümee aus der Sitzung des Preisgerichts. Er betonte die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten. „Die eingereichten Arbeiten haben sich sehr intensiv mit der besonderen Situation auseinandergesetzt“ sagte er und ging noch einmal auf den Ursprung der Idee für den Waldcampus ein. Vor allem gehe es darum, den Campus wieder zu verbinden, sagte Rentschler. Der OB hofft, dass 2020 auch der Kita-Bau mit studentischem Wohnen startet und die Mensa eventuell doch direkt im ersten Bauabschnitt mit gebaut werden kann. Der 1. Preisträger habe sich deutlich vom Rest abgesetzt, unter anderem, weil er das Fakultätsgebäude der Wirtschaftswissenschaften als „Leuchtturm“ in der Mitte platziert habe, direkt am Kreisverkehr.

Auch Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider war begeistert: „Es war ein herrlicher Tag für die Hochschule, ein sehr wichtiger Meilenstein“. Schneider sieht im Waldcampus einen wichtigen strategischen Schritt für die weitere Entwicklung der Hochschule. Er dankte allen Beteiligten und betonte: „Für die Region ist das eine außerordentlich wichtige Infrastrukturmaßnahme in Bildung und Innovation.“ Für die Fakultät Wirtschaftswissenschaften mit ihren derzeit rund 2.000 Studierenden sei es ein Licht am Ende des Tunnels, denn aktuell sei die Fakultät noch auf sechs Standorte in Aalen verteilt. „Wir können mit dem Waldcampus unsere beiden Campus-Teile nicht nur verbinden, sondern haben in der Mitte sogar eine deutliche Adressbildung, die den Campus beleben wird“, sagte Schneider. Insgesamt sei das „ein sehr guter Schritt der Weiterentwicklung der Hochschule Aalen“.

Preisgericht und Wettbewerb

Das Preisgericht tagte am Montag, 17. Juli 2017. Die Jury war mit Rolf Sutter, Leiter der Abteilung Vermögen und Hochbau im Ministerium für Finanzen, Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, und Thilo Rentschler, Oberbürgermeister der Stadt Aalen, besetzt. Vorsitzende des Preisgerichts war Prof. Hannelore Deubzer.

Der Wettbewerb wurde im Dezember 2016 als nichtoffener, einphasiger Realisierungswettbewerb für Architekten in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekten ausgeschrieben. Bis 11. Mai 2017 konnten die im Teilnahmewettbewerb ausgewählten 25 Büros ihre Entwürfe einreichen. 23 Arbeiten wurden abgegeben. Die Arbeiten von fünf Teilnehmern wurden vom Preisgericht mit Preisen und Anerkennungen ausgezeichnet. Die Wettbewerbssumme für Preise und Anerkennungen beträgt insgesamt 193.500 Euro.

Mit dem Waldcampus und den beiden Campus-Teilen „Beethovenstraße“ und „Burren“ soll die Hochschule Aalen in zentraler Lage räumlich verbunden und vervollständigt werden. Es sollen Neubauten für ein Fakultätsgebäude im 1. Realisierungsabschnitt sowie eine Mensa im 2. Realisierungsabschnitt entstehen. Die Fläche des Plangebiets beträgt rund 1,45 Hektar. Zudem sollen Ideen für ein Studierendenwohnheim mit Kindertagesstätte entwickelt werden. Für das Fakultätsgebäude der Wirtschaftswissenschaften ist eine Gesamtnutzfläche von etwa 3.500 Quadratmetern vorgesehen, die Mensa soll etwa 1.700 Quadratmeter umfassen, der Ideenteil des Studierendenwohnheims mit Kindertagesstätte rund 2.600 Quadratmeter.

Für den ersten Realisierungsabschnitt ist ein Kostenrahmen von rund 20 Millionen Euro vorgesehen. Für den zweiten Realisierungsabschnitt, den Neubau der Mensa, sind es 14 Millionen Euro. Ein Baubeginn ist frühestens ab 2020 möglich. „Das Planungs- und Bauvolumen an der Hochschule Aalen liegt damit in den nächsten drei bis fünf Jahren bei 90 Millionen Euro“, sagte Claus Schüßler.

Ausstellung

Die Wettbewerbsentwürfe für den Waldcampus werden noch bis einschließlich Montag, 24. Juli 2017, in der Aula der Hochschule Aalen (Campus-Teil Beethovenstraße) ausgestellt, Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr. Im Anschluss können die prämierten Arbeiten bis 14. August im Rathaus der Stadt Aalen besichtigt werden.