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Blockseminar zur Technikgestaltung an der Hochschule Aalen

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Techische Redaktion - Seminar Technikgestaltung mit Welf Schröter

Mo, 05. Dezember 2016

Auch im kommenden Sommersemester wird es für Studierende wieder ein Blockseminar zur Technikgestaltung und zur Rolle des Betriebsrates bei der Einführung neuer Technologien im Betrieb geben. Studierende können an Praxisbeispielen aus der Arbeitswelt die Bedeutung der betrieblichen Mitbestimmung für den Erfolg von Innovationsprozessen kennenlernen. Im zurückliegenden Sommersemester führte Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung und Lehrbeauftragter an der Hochschule Aalen, ein erstes Blockseminar dieser Art durch. Die vierzehn Studierenden haben als gemeinsame Prüfungsleistung ein sozialpartnerschaftliches Planspiel mit sehr gutem Erfolg absolviert. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschten sich, dass auch weiterhin Studierende eine solche Chance erhalten.


Es war ein Experiment und es ist gelungen! Auf Initiative von Prof. Karsten Wendland und Prof. Constance Richter wurde im zurückliegenden Sommersemester das Studienangebot Technische Redaktion um ein Blockseminar erweitert, das Studierenden Praxiserfahrungen im Umgang mit Betriebsräten und Mitbestimmungsprozessen bei der Einführung neuer Technologien im Betrieb aufzeigen konnte. Welf Schröter, Leiter des Forum Soziale Technikgestaltung und Lehrbeauftragter an der Hochschule Aalen, sowie gewerkschaftlicher Mitbegründer der „Allianz Industrie 4.0 Baden-Württemberg“ führte das Blockseminar dieser Art erstmalig durch.

Vierzehn Studierende befassten sich in mehreren Terminen mit Fragen der betrieblichen Mitbestimmung, mit der Bedeutung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, sowie mit dem Thema „digitale Transformation“ („Arbeit 4.0“). Vor allem sollte vermittelt werden, wie sich ein Betriebsrat bei der Einführung bisher unbekannter Neuerungen verhält. Welche Aufgaben hat er, worauf will er achten, wie drückt er seine Interessen aus? Ein langjähriger Betriebsrat eines Großunternehmens schilderte seinen einschlägigen Alltag.

Am Ende des Seminars absolvierten die vierzehn Studierenden ein sozialpartnerschaftliches Planspiel als Prüfungsleistung. Dazu hatten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen der ihren, nämlich Julian Niemcewicz, zum Regieleiter gewählt. Er konzipierte entsprechend der Erkenntnisse aus dem Seminar ein Szenario, in dem ein Mitbestimmungsvorgang in verteilten Rollen und Interessen “durchgespielt“ werden konnte. In einem Unternehmen sollen humanoide Roboter eingeführt werden. Mit welchen Argumenten und Schachzügen schaffen es Geschäftsleitung und Betriebsrat, schrittweise eine gemeinsame Betriebsvereinbarung zu erarbeiten, die den Beschäftigten ausreichenden Schutz bietet? Das knapp 90-minütige Planspiel wurde von den Studierenden selbstständig in verschiedenen Rollen „besetzt“: Geschäftsleitung, IT-Abteilung, Arbeitsschutzbeauftragte, Datenschutzbeauftragter, Betriebsrat und Beschäftigte traten vorbereitet auf und für ihre Rolleninteressen ein.

Für Welf Schröter, der zudem den www.blog-zukunft-der-arbeit.de moderiert, war das gelungene Planspiel zugleich auch so etwas wie ein Jubiläumsgeschenk. Denn das Personennetzwerk "Forum Soziale Technikgestaltung", in dem mehr als 3.000 Frauen und Männer aus Betriebs- und Personalräten, Vertrauensleutekörpern, aus großen und kleinen Betrieben, aus Industrie und Dienstleistung vertreten sind, wurde 2016 gerade 25 Jahre alt.