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Ein faszinierender Blick hinter die KulissenHochschule Aalen kooperiert mit den Staatstheatern Stuttgart

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Kooperation unter Dach und Fach: Prof. Dr. Dieter Ahrens, Johannes Egerer, Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider, der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks, Prof. Dr. Kerstin Rieder und Martina Lutz (v.l.).

Mi, 08. Juni 2016

Bühnenhandwerker, Tänzer, Rüstmeister, Verwaltungsangestellte, Sänger, Schauspieler… In der bunten Welt des Theaters gibt es eine Vielzahl von Berufen – entsprechend ist auch die Herausforderung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz. Der Studienbereich Gesundheitsmanagement der Hochschule Aalen und die Staatstheater Stuttgart haben jetzt eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet: Die Zusammenarbeit umfasst das gesamte Spektrum des Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Ballett, Oper und Schauspiel sind in Stuttgart unter einem Dach vereint – dabei zählen die Staatstheater Stuttgart zu einem der größten Drei-Sparten-Theater der Welt. „Das wertvollste Gut sind unsere mehr als 1350 Mitarbeiter aus über 50 Nationen“, betonte der Geschäftsführende Intendant Marc-Oliver Hendriks bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags mit der Hochschule Aalen in Stuttgart. Von elementarer Bedeutung sei daher auch ein vorbildliches Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), an dessen Umsetzung seit einigen Jahren konsequent gearbeitet werde. „Nur mit gesunden und motivierten Mitarbeitern haben wir die Arbeitsvoraussetzungen und die Grundlagen, um auch künstlerisch exzellent arbeiten zu können“, sagte Hendriks.

An der Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts rund um ein „gesundes Theater“ ist seit 2010 auch die Hochschule Aalen mit ihrem Studienbereich Gesundheitsmanagement beteiligt. Mit dem Kooperationsvertrag soll nun die Zusammenarbeit vertieft werden. „Die Staatstheater Stuttgart sind im öffentlichen Dienst ein Top-Beispiel für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Es ist absolut herausragend, wie engagiert und mit welch langem Atem sie aktiv sind“, sagte Prof. Dr. Kerstin Rieder, die an der Hochschule Aalen lehrt. „Sie bieten nicht nur Einzelmaßnahmen wie Kurse, Workshops oder Seminare an, sondern arbeiten an der Veränderung der Strukturen und Prozesse.“ Auch die betrieblichen Eingliederungsmaßnahmen für Mitarbeiter, die länger krank waren, würden aktiv gelebt. „Da ist natürlich auch Einfallsreichtum gefragt, wie eine Person weiterhin beschäftigt werden kann – beispielsweise eine Ballerina, die durch eine Verletzung nicht mehr tanzen kann“, so Prof. Dr. Kerstin Rieder.

Im Rahmen der Kooperationsvereinbarung wird es nun regelmäßige Fachvorträge aus der Praxis der Gesundheitsmanager der Staatstheater zu den Themen Betriebliches Eingliederungsmanagement und Betriebliches Gesundheitsmanagement in den Lehrveranstaltungen der Hochschule Aalen geben. Außerdem werden in Praxisprojekten verschiedene BGM-Maßnahmen bearbeitet. Auch Praktika, Bachelor- und Masterarbeiten rund um das Thema BGM sind möglich. Zudem können die Studierenden einen „Blick hinter die Kulissen“ werfen – mit einer jährlichen Exkursion sollen sie einen Einblick in die tägliche Praxis der Umsetzung des BGM an den Staatstheatern Stuttgart erhalten. „Wir geben unser Wissen aus der Praxis sehr gerne an die Studenten weiter. Denn nur eine Verzahnung von Theorie und Praxis ermöglicht eine erfolgreiche Arbeit im Betrieblichen Gesundheitsmanagement“, betont Johannes Egerer, Personalratsvorsitzender der Staatstheater Stuttgart und Sozialreferent. „Und das Betriebliche Eingliederungsmanagement ist hierbei der Nukleus der Prävention und Rehabilitation. Die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft ist für uns stets ein Garant, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und sichert uns dadurch zukunftsweisende Standards“, ergänzt Martina Lutz, die Disabilitymanagerin und Leiterin des Sozialreferats. Auch Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, zeigte sich über die vielfältigen Möglichkeiten der Kooperation erfreut: „Es ist toll, dass unsere Studierenden in die faszinierende Welt des Theaters eintauchen können.“

Raphael Boger, der bei der Kooperationsunterzeichnung dabei war, findet die gemeinsamen Projekte klasse. „Das ist eine ganze andere Welt“, sagt der Gesundheitsmanagement-Student begeistert. „Die ganzen Abläufe kennenzulernen und wie man die verschiedenen Gesundheitsanforderungen von beispielsweise Künstlern, Bühnenmalern oder Schreinern unter einen Hut bringen kann, das alles ist sehr spannend.“