Eine nachhaltige Hochschule in einer nachhaltigen StadtHochschule Aalen befasst sich einen Tag ausschließlich mit Nachhaltigkeit

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Prof. Dr. Hans-Dieter Junker schlüpfte beim Science Slam in die Rolle eines Jedi-Ritter. Das Laserschwert im Anschlag wagte er sich in die Untiefen der Chemie.

Di, 07. Juni 2016

Geballte Wissenschaft in zehn Minuten, verpackt in spannenden und anschaulichen Vorträgen und Experimenten – ein Science Slam stand am Ende des ersten Tags der Nachhaltigkeit an der Hochschule Aalen. Prof. Dr. Christian Kreiß entschied diesen letztlich für sich. Als Gewinner dürfen sich jedoch auch die Programmverantwortlichen fühlen. Die Veranstaltung hinterließ – im wahrsten Sinne des Wortes – einen nachhaltigen Eindruck.

„Ich hab‘ das Thema Nachhaltigkeit erst mal gegoogelt“, sagt Prorektor Prof. Dr. Alexander Haubrock in seiner Begrüßung beim ersten Nachhaltigkeitstag in der Aula der Hochschule Aalen. Die Vielzahl an Suchergebnissen sei beeindruckend gewesen, sagt er. Haubrock befasst sich mit der Begrifflichkeit. „Ist Nachhaltigkeit nur ein Modebegriff?“, fragt er bewusst herausfordernd, um danach die enorme Bedeutung von Nachhaltigkeit herauszustellen.

Auch Oberbürgermeister Thilo Rentschler stößt ins selbe Horn. „Es geht um die Bewahrung unserer Schöpfung, unseres Planeten – und da haben wir nur einen von.“ Die Themen der Ausstellung im vorderen Bereich der Aula seien so vielfältig, bunt und wichtig, „wie wir sie für eine erfolgreiche Stadtentwicklung auch brauchen“, sagt er. Auch über die Herkunft des Begriffs klärt der OB auf: „Nachhaltigkeit kommt eigentlich aus der Forstwirtschaft.“ Heute müssten jedoch alle an dem Thema interessiert sein und dran bleiben.

Ariane Kropp, Nachhaltigkeitsreferentin der Hochschule Aalen, erläutert ihr Verständnis von Nachhaltigkeit: „Heute schon an morgen denken.“ Sie stellt die Frage danach, was jeder einzelne tun kann. Dass Einzelne und sehr viele Ehrenamtliche mit ihren Institutionen in Aalen schon viel bewegt haben und immer wieder auf der Suche nach neuen Ideen sind, zeigt die Ausstellung des Nachhaltigkeitstags.

Es gibt spannende Projekte, wie beispielsweise das „Fahrrad-Kraftwerk“: Beim „Watt-Strampeln“ gilt es, einen CD-Player zum Laufen und Wasser zum Kochen zu bringen. Der Tauschring stellt sein Prinzip nachhaltigen Lebens vor. Der ADFC ist mit seinem „Fahrrad-Repair-Café“ dabei. Der „Interkulturelle Garten“ zeigt in vielfältigen Beispielen, wie mit zupackenden Methoden der Nährboden für soziale Nachhaltigkeit und Integration bereitet wird. Den Entwurf eines allwettertauglichen und umweltschonenden Zweirads präsentieren Studierende. explorhino, die Werkstatt junger Forscher an der Hochschule Aalen, bietet zwei BNE-Stationen an – eine zum Thema „Boden“ und eine weitere zum Thema „Sonne“.

„Das Thema Nachhaltigkeit ist heute ein Megathema. Aber jeder versteht unter Nachhaltigkeit etwas anderes“, sagt Prof. Dr. Ulrich Holzbaur, Senatsbeauftragter für nachhaltige Entwicklung an der Hochschule. Er geht auf ein paar gängige Definitionen des Begriffs ein – und macht es am Ende kurz: „Nachhaltigkeit ist der Erhalt der menschlichen Kultur auf der Erde.“

Die Hochschule Aalen beschäftigt sich seit 1985 mit dem Thema Nachhaltigkeit. Holzbaur betont: „Nachhaltigkeit bedeutet mehr als nur Umwelt- und Ressourcenschutz.“ Es gehe um ein System zur langfristigen Befriedigung unserer Bedürfnisse bei gleichzeitiger Sicherstellung, dass auch unsere Nachkommen noch eine lebenswerte Umwelt haben und ihre Bedürfnisse befriedigen können. Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) erfordere Wissen, Entscheidungs- und Abstraktionsfähigkeit. „BNE ist bei uns ein zentrales Thema“, sagt Holzbaur. „Wir sind eine nachhaltige Hochschule in einer nachhaltigen Stadt.“ Studentische Projekte seien ein wichtiges Element dabei. Auszeichnungen ebenso – und von diesen nennen Stadt und Hochschule einige ihr Eigen. Wie die Zukunft aussieht? „Wir können sie nicht vorhersagen, aber wir können sie gestalten“, sagt Holzbaur. Die Hochschule beispielsweise befinde sich gerade auf dem Weg zur Fair-Trade-Hochschule. Die Geschicke in Sachen Nachhaltigkeit wird an der Hochschule in Kürze Daniela Dörrer als neue Nachhaltigkeitsreferentin lenken.

Bevor er sich am Abend den Titel als bester Science-Slammer sichert, referiert Prof. Dr. Christian Kreiß am Nachmittag noch zum Thema „Wirtschaftswachstum ohne Ende – Wozu?“.