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Karl Amon Optometry Award 2015Nataša Vujko Muždalo und Markus Ritzmann

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Sa, 14. November 2015

HOCHSCHULE AALEN Karl Amon Optometry Award 2015


„Silver Ager“ können ihr dynamisches Sehen trainieren

Am Samstag wurden an der Hochschule Aalen 50 Bachelor- und 30 Masterbriefe an Augenoptiker/Optometristen überreicht. In Rahmen dieser feierlichen Veranstaltung wurde auch der Karl Amon Optometry Award 2015 verliehen. In diesem Jahr teilen sich Nataša Vujko Muždalo aus Kroatien und Markus Ritzmann aus der Schweiz diesen mit insgesamt 2.000 Euro dotierten Preis. Beide Studierende des berufsbegleitenden Masters Vision Science and Business (Optometry) haben mit ihrer Thesis eine ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeit von praktischem Nutzen für die Branche erarbeitet, so die Begründung der Jury.

AALEN Die von Dr. Matjaz Mihelcic, dem Präsidenten des slowenischen Augenoptikerverbandes, initiierte und von Dr. Dörband mitbetreute Masterthesis von Nataša Vujko Muždalo beschäftigt sich mit der bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten gemessenen dynamischen Sehschärfe. Frau Vujko Muždalo hat ein Verfahren entwickelt, das neu in der Branche ist. Bisher waren diese Messungen eher experimentell durchgeführt worden. Mit ihrem neuen Messverfahren hat die Aalener Masterabsolventin gezeigt, dass die Sehschärfe auf bewegte Objekte in die optometrische Praxis integrierbar und einfach messbar ist. Dies wird gerade älteren Menschen, die im Straßenverkehr unsicher sind, helfen, sich besser einzuschätzen. Das Programm ermöglicht nämlich eine Berücksichtigung motorischer Reaktionen auf visuelle Reize in Straßenverkehr und ergibt das dynamische Äquivalent der Sehschärfe. Ferner wird dieses System es auch zulassen, dynamisches Sehen zu trainieren. Muždalos Arbeit ist ein wissenschaftlicher Beitrag, der nicht nur „Silver Agern“ helfen kann, ihr dynamisches Sehen zu verbessern – sondern auch Freizeit- und Spitzensportler sollten sich damit in der schnelleren Erfassung dynamischer Objekte trainieren lassen.

Nicht weniger interessant für die Branche ist die von Prof. Caroline von der Pacific University (Forest Grove, Oregon, USA) und Prof. Dr. Börret betreute Arbeit von Markus Ritzmann: Er hat die Form der Sklera vermessen und damit neue Grundlagen für die Entwicklung von Sklerallinsen geschaffen. Mit aufwändigen Messungen hat Markus Ritzmann eindrucksvoll gezeigt, wie die Sklera in Limbusnähe relativ regelmäßig ist und weiter in der Peripherie die Irregularität zunimmt. Der Übergang von Hornhaut zur Sklera zeigte sich nasal ausgeprägt-konkav, während in den anderen drei Kardinalrichtungen sich dieser als fließend-tangential präsentierte. Damit beschreibt Ritzmann mit seiner Arbeit erstmals umfassend die Form der Sklera in acht Segmenten des anterioren Augenabschnitts. Seine Erkenntnisse werden das zukünftige Design von Sklerallinsen maßgeblich beeinflussen. Damit trägt diese Masterthesis dazu bei, dass Sklerallinsen, die gerade in solchen Fällen zum Einsatz kommen, in denen die konventionellen Kontaktlinsen an ihre Grenzen kommen, in Zukunft sicherlich für die Betroffenen verträglicher und damit noch erfolgreicher sein werden.

Auf dem Foto (vrnl): Prof. Dr. Anna Nagl, Preisträgerin Nataša Vujko Muždalo, Prof. Scott Cooper (Pacific University, Oregon, US), Karl Amon, Stifter des mit 2.000 Euro dotierten Karl Amon Optometry Awards, Prof. Graham Erickson (Pacific University), Preisträger Markus Ritzmann, Prof. Dr. h.c. Kümmel.

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