Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Kita-ModellprojektKitas aus Ostwürttemberg erproben 18-monatiges Qualifizierungsprogramm „KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität“

Screenshot: Ein Zoomcall - alle beteiligten halten Gegenstände in die höhe. Eine Flasche, eine Hauspflanze, ein Handy etc.
Mi, 04. November 2020

Diesen Monat fiel der Startschuss für die Modellphase eines innovativen Kita-Programms. Unter den Pionieren mit dabei: 23 Kindergärten aus dem Netzwerk Ostwürttemberg der Hochschule Aalen. Mit ihrem neuen Qualifizierungsprogramm „KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität: Wenn Entdecken und Forschen zum Alltag werden“ erprobt die Bildungsstiftung „Haus der kleinen Forscher“ neue Fortbildungsansätze, um pädagogische Fach- und Leitungskräfte bei der Qualitäts- und Organisationsentwicklung zu unterstützen. Damit es ihnen leichtfällt, das entdeckend-forschende Lernen mit Kindern in ihren Kitas zu verankern.

Das Netzwerk Ostwürttemberg an der Hochschule Aalen ist eine von vier zuvor ausgewählten Modellregionen für die Pilotphase des „KiQ“-Modellprogrammes. Bis März 2022 nehmen bundesweit 93 Kindertageseinrichtungen, darunter 23 Kindergärten in Ostwürttemberg, mit einem Tandem aus Kita-Leitungskraft und Kita-Fachkraft teil. Durch Blended-Learning-Fortbildungen, Videoarbeit, Transferaufgaben und regelmäßige Treffen mit den Prozessbegleiterinnen Katja Albrecht und Claudia Maile von explorhino werden sie fit gemacht, ihre Bildungseinrichtungen gemeinsam mit ihren Teams so weiterzuentwickeln, dass das entdeckende und forschende Lernen fester Bestandteil ihres Kita-Alltags wird. Zudem lernen die „KiQ-Tandems“ frühe MINT-Bildung so mit anderen Bildungsbereichen zu verzahnen, dass die Kinder ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert werden.

„KiQ geht neue Wege bei der Verbesserung der pädagogischen Qualität in Kitas und wir freuen uns ganz besonders auf die nun gestarteten Testläufe“, sagt Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. „Das Modellprogramm erlaubt es uns, Kitas individuell und längerfristig zu begleiten und mit ihnen auch Prozesse in den Einrichtungen zu überdenken.“ Neben Fach- und Methodenkenntnissen aus dem naturwissenschaftlichen und pädagogischen Bereich lernen die teilnehmenden Fach- und Leitungskräfte im „KiQ“-Programm auch, die für Veränderungsprozesse erforderlichen kulturellen und organisatorischen Strukturen zu reflektieren, um in ihren Kitas neue Wege zu gehen.

Kombination aus Fortbildungsreihe und Prozessbegleitung

Den Kitas wird ein Gesamtpaket aus verzahnten Qualifizierungsmaßnahmen geboten:

  • eine Fortbildungsreihe mit fünf Modulen – in Präsenz und digital durchgeführt,
  • eine persönliche Betreuung durch eine Prozessbegleiterin, die jede Einrichtung unterstützt, ihre eigene Vision als entdeckend-forschende Kita zu entwickeln und zu verwirklichen,
  • die aktive Einbindung des gesamten Kita-Teams, zum Beispiel im Rahmen von zwei Inhouse-Fortbildungen, und
  • viel Raum für kollegialen Erfahrungsaustausch und Vernetzung zwischen den teilnehmenden Kitas.

Forschen und Entdecken im Kita-Alltag beginnt mit Haltung

Viele der teilnehmenden Kitas reizt die Möglichkeit, von diesen Qualifizierungsangeboten in den nächsten eineinhalb Jahren kostenfrei zu profitieren. So auch die Städtische Bewegungskindertagesstätte Kolibri. Kita-Leiterin Michaela Schnele nennt zudem noch weitere Gründe, warum ihre Kita beim „KiQ“-Modellprogramm mitmacht: „Wir möchten uns kontinuierlich weiterentwickeln, unsere gesamte Einrichtung evaluieren“. Ihr als Kita-Leiterin sei es ein Anliegen alle ihre pädagogischen Fachkräfte für das Experimentieren und Forschen zu begeistern. Dafür möchte sie das ganze Team „gedanklich mitnehmen“ und die Kolleginnen und Kollegen motivieren, ihr bereits „fundiertes Wissen zu erweitern sowie Freude und Motivation zu entfachen und zu vertiefen“. Gemeinsam mit ihrer pädagogischen Fachkraft Eveline Dambacher habe sie bereits durch die erste Auftakt-Fortbildung erste AHA-Erlebnisse gehabt: „Wir haben für uns mitgenommen, dass es sehr viele verschiedene und versteckte Situationen im Laufe des Kita-Alltags gibt, in denen die Kinder forschen und experimentieren“. Dadurch sei beiden nochmals „intensiv bewusst geworden, wie wichtig die Haltung der pädagogischen Fachkraft ist“, diese Lerngelegenheiten zu erkennen, aufzugreifen und zu fördern.

Aus Bundesmitteln gefördert, wissenschaftlich begleitet

Neben den 23 Kitas aus der Region Ostwürttemberg, nehmen Kindertageseinrichtungen aus Hamburg, aus den Regionen Herford und Lippe in Nordrhein-Westfalen und aus dem sächsischen Landkreis Görlitz am „KiQ“-Modellprogramm teil. Bis zum Sommer 2022 wird das Kita-Programm wissenschaftlich begleitet. Die gesamte Modellphase wird gefördert durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Daher sind alle Qualifizierungsangebote für die teilnehmenden Kitas kostenfrei.