Wie gelingt die Energiewende? Jahresauftaktveranstaltung zum Thema Erneuerbare Energien an der Hochschule Aalen

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Mi, 12. Februar 2020

Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland erfordert ein Zusammenspiel vielfältiger Maßnahmen. Um dieses Ziel auch regional weiter voranzutreiben, wurde die Stiftungsprofessur Erneuerbare Energien an der Hochschule Aalen ins Leben gerufen. Prof. Dr. Martina Hofmann lehrt an der Fakultät Elektronik und Informatik und ist für zahlreiche Projekte rund um Erneuerbare Energien verantwortlich. Zum Jahresauftakt des Lehrstuhls luden Hofmann und ihr Team in den AAccelerator in Aalen ein und beleuchteten gemeinsam mit den Gästen die Energiewende aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Hofmann stellten ihre Mitarbeiter Verena Mischo und Fabian Zippel die Kompetenzstelle Energieeffizienz Ostwürttemberg (KEFF) vor, eine regionale Initiative zur Förderung des Photovoltaikzubaus und zentrale Anlaufstelle für die Initiierung von Wärmenetzwerken in Ostwürttemberg. Dadurch sollen vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützt werden, denen oftmals die Zeit und die Kapazitäten fehlen, um sich mit möglichen Energieeffizienzpotenzialen intensiv auseinanderzusetzen.

In sieben Vorträgen präsentierten Referenten aus Wirtschaft, Forschung und Kommunen ihre Aktivitäten zur Energiewende. Auf das Thema Photovoltaik an Industriegebäuden gingen Mathias Meede von der Firma Palme Solar GmbH und Jürgen Krimm der Pluss GmbH ein. Dank praktischer Beispiele wurde schnell deutlich, dass Photovoltaik heutzutage eine ordentliche Rendite abwerfen kann.

Sonnenstrom im großen Stil

Die Photovoltaikanlage von Landwirtin Helga Brenner in Pflaumloch wird im April im Beisein vom baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller feierlich eröffnet. Gegen größte Widerstände hat sie ihren Plan inzwischen erfolgreich umgesetzt, auf einem vormals landwirtschaftlich genutzten Gelände künftig bis zu 750000 Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr aus Sonnenenergie zu produzieren, der in das öffentliche Stromnetz einfließen wird.

Mit ähnlich viel Energie treibt Werner Glatzle, Sprecher des Arbeitskreises Bürger-Energie in der Zukunftsoffensive Königsbronn, das Gemeinschaftsprojekt „Heizen aus kalten Quellen“ voran. Die Klimaziele sollen in Königsbronn mittels örtlich vorhandener Energiequellen und einer Bürger Energie Genossenschaft, die speziell zu diesem Zweck gegründet wird, erreicht werden. Auch der Vortrag von Jürgen Gackstatter vom Steinbeis Beratungszentrum Ressourceneffizienz und Innovation über aktuell erhältliche Fördermittel führte zu angeregten Diskussionen unter den mehr als 70 Teilnehmern der Veranstaltung.

Unternehmen aus der Branche wie VARTA, EnBW ODR, Walter- und Palme Solar oder Emyst Energiemanagement Systeme nutzten die Möglichkeit, ihr Angebot zu präsentieren. „Die Voraussetzungen, um die Energiewende zu meistern, sind verfügbar. Kommen politischer Wille und der gesellschaftliche Konsens dazu, ist eine erfolgreiche Umsetzung nicht nur denk- sondern auch machbar“, so Hofmann von der Hochschule Aalen als Fazit der Jahresauftaktveranstaltung.

Foto: Verena Mischo | Hochschule Aalen