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Und es hat Bam! gemachtTheaterstück mit Virtual Reality-Anwendungen der Hochschule digital erlebbar

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Mit dem Theater der Stadt Aalen kann man in virtuelle Welten abtauchen.

Di, 19. November 2019

Mit dem Theaterstück „Bam! Ich bin glücklich!“, das kürzlich Uraufführung feierte, will das Theater der Stadt Aalen die Frage nach dem Theater der Zukunft beantworten. Für das Stück hat Camil Pogolski aus dem Studienangebot Medieninformatik die Virtual Reality-Anwendungen programmiert, die im Stück zu sehen sind. 

„Theater muss sein wie ein Computerspiel!“ Mit diesem Auftrag, der bei einer Befragung von Kindern entstand, machte sich das Theater der Stadt Aalen auf dem Weg, um das Theater der Zukunft zu entwickeln. Mit dem geförderten Projekt „Werkstätten digitale Bühne“ wurden verschiedene innovative Konzepte erarbeitet und untersucht, um Theaterveranstaltungen interaktiv zu gestalten und die Besucher aktiv am Geschehen teilnehmen zu lassen. Innerhalb dieser Werkstätten wurde von den Informatikstudenten Thorsten Blank, Benjamin Engel und Lukas Schneider unter Betreuung von Prof. Roy Oberhauser, eine App entwickelt. Mit dieser können verschiedene „Storys“ von den Besuchern erstellt werden. In einem Workshop wurden mit Jugendlichen die Inhalte der Theateraufführung erarbeitet. Mit der App ist es möglich, ähnlich einer digitalen Schnitzeljagd, verschiedene Stationen zu erstellen, an denen Texte, Bilder und Videos gezeigt oder verschiedene Rätsel gestellt werden. Das Theater hat für den Workshop den ganzen Saal in eine Bühne verwandelt. Dieser wurde mit verschiedenen Bühnenbauten und Requisiten ausgestattet, sodass mehrere Schauplätze entstanden sind. Die Schauspieler haben sich an den unterschiedlichen Schauplätzen positioniert und einzelne Rollen in den Geschichten übernommen.

Gleichzeitig wurde als Teil des Projekts „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“ die digitalen Welten von rund 600 Kindern und Jugendlichen unter die Lupe genommen. Der Autor Lorenz Hippe interviewte gemeinsam mit dem Theater Sozialarbeiter und Suchtexperten, aber vor allem die Kinder, und haben sich Geschichten über die digitale Welt der Kinder und Computerspiele erzählen lassen. „Wir haben gefragt, was macht die Kinder glücklich? In ihrem Leben, aber auch im virtuellen Raum“, so Hippe, „Für Kinder macht es überhaupt keinen Unterschied mehr, ob sie einen realen oder einen virtuellen Raum betreten.“ Daraus entstanden ist das Theaterstück „Bam! Ich bin glücklich!“, das im Oktober 2019 seine Uraufführung in Aalen feierte. Die Ideen und auch die Geschichten der Kinder hat Hippe beim Schreiben des Stücks mit einfließen lassen. So ist ein Stück entstanden, bei dem die Besucher aktiv involviert werden und sogar die Schauspieler steuern können. „Wir wollten keine Installation machen, sondern eine Theatergeschichte“, sagt Hippe. Im Stück geht es um die Zwillinge Max und Fine. Die Eltern sind getrennt, und in den Ferien sind sie beim Vater. Dort gibt es kein Internet, doch die beiden versuchen, den „welt-ersten Theater-Channel“ zu machen. 

Mit an der Entwicklung und Umsetzung des Stücks beteiligt war Camil Pogolski, Mitarbeiter im Studienangebot Medieninformatik. Die im Stück vorkommenden VR-Anwendungen wurden von ihm programmiert. „Die Anfangsidee hat mich sehr begeistert, da ich selber auch gerne Videospiele spiele und dies im Rahmen eines solchen Projektes voll einbringen konnte“, erklärt Pogolski. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Kooperationen seitens der Hochschule und dem Theater der Stadt Aalen. So stellte das Theater auch für dieses Stück eine Anfrage an die Hochschule. „VR begleitet mich seit meiner Bachelorarbeit im Jahr 2016, wo auch die ersten kommerziellen VR-Brillen, wie wir sie heute kennen, auf den Markt kamen. Virtuelle Welten sind faszinierend. Sie lassen einen in eine fantastische Welt eintauchen. Gerade mit der VR-Brille bin ich viel mehr mitten drin“, erklärt Pogolski. Anfangs habe er das Theater „mit Ideen überschwemmt“ berichtet er über die Zusammenarbeit mit dem Theater. „Abschließend möchte ich mich bei Prof. Dr. Carsten Lecon bedanken, der mich in dieses Projekt einbezog und mir bei der Entwicklung freie Hand lies“, freut sich Pogolski.


Bildnachweis: © Theater Aalen / Peter Schlipf