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„Gut, dass Du noch lebst!“Viktor Staudt referierte über Depression und Suizidprävention

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Viktor Staudt gewährte den Zuhörern ganz persönliche Einblicke in seine Geschichte und seinen Lebensweg.

Do, 06. Juni 2019

Trotz bestem Grill- und Freibadwetter lockte das letzte Ethik-Café der ökumenischen Hochschulseelsorge unter Leitung der Hochschulseelsorger Pastoralreferent Tobias Obele und Pfarrer Bernhard Richter über 120 Interessierte in die Aula der Hochschule Aalen. Dass Suizidprävention als gesamtgesellschaftliche Aufgabe auch ein Thema an der Hochschule mit 6000 Studierenden, über 150 Professoren und vielen Mitarbeitenden ist und ins öffentliche Bewußtsein gebracht werden muss, darin waren sich beide Hochschulseelsorger einig. Für das wichtige und doch tabuisierte Thema „Depressionen und Suizid“ konnte Viktor Staudt, selbst Überlebender eines Bahnsuizids, gewonnen werden.

„Wenn es nur eine Person gibt, die nach dem Vortrag oder der Lektüre des Buches zu sich sagt: ‚Ich glaube, ich werde mich doch nochmal auf die Suche nach Hilfe begeben‘, dann hat es sich schon gelohnt“, machte Viktor Staudt seine persönliche Motivation deutlich. Er ist Autor des Buches „Die Geschichte meines Selbstmordes“. „Nur wenn es gelingt, über das Tabuthema ‚Depression‘ zu reden, kann es eine Besserung oder Heilung geben“, ist Staudt überzeugt und gewährte den Zuhörern ganz persönliche Einblicke in seine Geschichte und seinen Lebensweg. „Lieber fünf oder sechs Mal nachfragen und ein offenes Ohr anbieten, als aus falscher Rücksichtnahme nur einmal“, gibt Staudt den ganz konkreten Tipp mit auf den Weg, wenn man sich im Umgang mit Freunden, Verwandten oder Arbeitskollegen unsicher sei. „Darüber wäre ich in meiner damaligen Situation wirklich froh gewesen“, so der Autor. Nach der berührenden Lesung und den persönlichen Worten Staudts nahm das Publikum im Ethik-Café die Gelegenheit wahr, dem Autor Fragen zu stellen, die er mit viel Empathie beantwortete. Die Hochschulseelsorger Richter und Obele dankten ihm recht herzlich für sein Kommen und Engagement, nicht ohne ihn mit „Aalener Spionle“ als Proviant für seine lange Rückreise nach Warschau auszustatten.