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Mit „Bonuspunkten“ aus dem Job das Studium verkürzenMinisterin Bauer lobt neue und erfolgreiche Anrechnungsdatenbank für Baden-Württemberg als „bundesweites Modell für mehr Durchlässigkeit im Bildungswesen“

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Große Runde: Am Gespräch mit Ministerin Bauer nahmen auch Vertreter von Südwestmetall, der Industrie- und Handelskammer, den HAW BW sowie aus der Politik teil.

Fr, 27. Juli 2018

Berufstätige, die studieren wollen, können im Job und in der Weiterbildung erworbene relevante Kompetenzen auf ein Studium in Baden-Württemberg anrechnen lassen. Damit dies künftig noch transparenter geschehen kann, soll die bundesweit einzigartige Anrechnungsdatenbank „andaba“ der Hochschule Aalen ausgebaut werden. Das teilten gestern die Auftraggeber und Finanzierungspartner – neben dem Wissenschaftsministerium sind das der Arbeitgeberverband Südwestmetall, die Industrie- und Handelskammer und künftig auch die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Baden-Württemberg (HAW BW e.V.) – anlässlich des Besuches von Ministerin Theresia Bauer an der Hochschule Aalen mit. 

„Kompetenzen aus dem Beruf können auch für ein Studium wertvoll sein und angerechnet werden. Sie können damit – wie in einem Bonuspunkte-Programm – dazu beitragen, die Studienzeit zu verkürzen“, erklärte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer bei ihrem Besuch an der Hochschule Aalen. Die Anrechnungsdatenbank sei ein exzellentes Modell, das Transparenz für Anrechnungsentscheidungen schaffe und zur Durchlässigkeit im Bildungswesen beitrage. „Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Land haben mit dieser Datenbank die Möglichkeit, das Thema Anrechnung effizient und qualitätsgesichert weiterzuentwickeln“, sagte Rektor Prof. Dr. Gerhard Schneider. „Bundesweit und auch außerhalb Deutschlands bekommen wir große Aufmerksamkeit mit der Datenbank – für uns ein Zeichen, dass wir ein gutes Tool entwickelt haben“, freute sich Projektleiter Prof. Dr. Ulrich Schmitt.

In der Datenbank werden Entscheidungen über Anrechnungen von beruflich erworbenen Kompetenzen und Weiterbildungszertifikaten qualitätsgesichert dokumentiert. Aktuell sind über 1.500 Entscheidungen aus verschiedenen Hochschulen und Studiengängen in der Datenbank eingetragen. Das Projekt des Landes sorgt bundesweit für Interesse und ist auch als Best-Practice-Beispiel beim Projekt „nexus“ der Hochschulrektorenkonferenz aufgeführt. Die Datenbank bietet erstmals die Möglichkeit, Entscheidungen zentral abrufbar zu haben. Damit wird der Aufwand bei wiederholt auftretenden Anrechnungsanträgen reduziert. Zudem unterstützt die Datenbank den Anrechnungsprozess selbst durch ein vereinfachtes Verfahren. So gelangen Anträge auf Anrechnung – beispielsweise im Fach Mechatronik an der Hochschule Aalen – zentral bei der Leitung des Zulassungs- und Anerkennungsamts an. Nach Prüfung der formalen und inhaltlichen Kriterien kann der Anrechnungsbescheid in einem vereinfachten Verfahren erfolgen. Das schlankere und transparente Verfahren nutzt Hochschulen wie Studierenden.

Studierende und Studienbewerber profitieren von der Datenbank, weil sie mit ihrer Unterstützung besser und treffsicherer beraten werden und die Anrechnungsfälle schneller entschieden werden können. Sie können sich zudem über die öffentliche Website zum Thema Anrechnung informieren. Auf ihr werden Anrechnungsentscheidungen von pauschalen Anrechnungsmodellen veröffentlicht, um die Transparenz für den Übergang zwischen beruflicher und akademischer Bildung zu erhöhen. Die Datenbank unterstützt zudem die Studienberatung an der Hochschule. Gefördert wurde und wird das Projekt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dem Arbeitgeberverband Südwestmetall und dem Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag mit insgesamt 300.000 Euro. Vor kurzem wurde die Verlängerung der Anschubfinanzierung des Projekts um ein Jahr beschlossen, finanziert durch die bisherigen Finanzpartner sowie durch die HAW BW e.V. und die Hochschule Aalen.

Zum Abschluss ihres Besuches an der Hochschule Aalen besichtigte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer auch das Innovationszentrum (INNO-Z) auf dem Burren. Das StAARt-UP!de-Team der Hochschule bot erstmals in den Räumen des INNO-Z eine Summer School für Studierende und externe Gründungsinteressierte an. In den vergangenen zwei Tagen vermittelten Referenten der Gründungsinitiative zusammen mit Experten aus der Region das notwendige Know-how für eine Gründung und boten Unterstützung bei der Ausarbeitung von Geschäftskonzepts. Die Ministerin informierte sich über die stAArt-UP!de-Initiative und die Gründungsförderung an der Hochschule Aalen und war sichtlich beeindruckt von den vielen tollen Ideen, die die Start-ups zum Leben erwecken. In Gesprächen mit Gründerinnen und Gründern sowie gründungsinteressierten Studierenden ermutigte Theresia Bauer diese, zu experimentieren und eigene Wege zu gehen.