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Einfach machen! Netzwerken und Austausch mit Impuls-Effekt beim INDUSTRIEcamp

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Unkomplizierter Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.

Mo, 14. Mai 2018

„Was müssen wir in Ostwürttemberg entwickeln, damit wir hier in der Region für die Zukunftsthemen 2035 gut aufgestellt sind? „Welche Qualifikationen müssen an den Hochschulen und durch Kooperationen gefördert werden?“ Diese übergeordneten Fragen bildeten die Meta-Ebene für die Diskussionen beim zweiten INDUSTRIEcamp. Angeregt wurde sie vom Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter, der der Einladung an die Hochschule Aalen wie die etwa 60 weiteren Teilnehmenden gern gefolgt ist. Im Fokus des interaktiven Veranstaltungsformats zum Wissenstransfer stand die intensive Vernetzung in der Region Ostwürttemberg verbunden mit einem interdisziplinären Austausch zu aktuellen Themen. Eine Regel dabei: Einfach machen!

Beim INDUSTRIEcamp waren alle Teilnehmer eingeladen, aktiv mitzugestalten. Der unkomplizierte Austausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft ermöglichte jedem Beteiligten, eigene Impulse zu setzen und aus dem offenen, persönlichen Dialog wertvolle Impulse mitzunehmen - für das Unternehmen, die eigene Arbeit und sich selbst. Das war das Besondere an diesem sich selbst organisierenden Themen-BarCamp mit seiner Kultur des Teilens und aktiven Mitgestaltens durch jeden einzelnen: Forscher und Entwickler, Geschäftsführer und Mitarbeiter, Wissenschaftler und Studierende. Gastgeber war die Hochschule Aalen mit dem Förderverein und dem Projekt SmartPro gemeinsam mit den Partnern Südwestmetall Ostwürttemberg, der IHK Ostwürttemberg, der DHBW Heidenheim und dem Unternehmen madiko. Sie boten den Rahmen, um aktuelle Vorhaben und den Forschungsstandort voranzubringen, neue Industriekooperationen anzubahnen, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte zu stärken. Ziel war und ist, über den eigenen Tellerrand und vor allem mit langfristiger Perspektive zu schauen, um dadurch die Innovationsfähigkeit in der Region nachhaltig zu stärken.

Noch ist dieses Format für alle Beteiligten neu. Unklar ist gewesen, was passieren und herauskommen könnte. „Hauptsache, es bringt uns voran“, bekräftigt Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen. Ein Anfang ist gemacht. 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Industrie, Politik und Forschungseinrichtungen waren dabei. Themenschwerpunkte des diesjährigen INDUSTRIEcamps waren die Digitalisierung der Arbeitswelt und Industrie 4.0 sowie der damit verbundene Bedarf für neue Konzepte zum Know-how-Aufbau und für lebenslanges Lernen – neben der offenen, konstruktiven Zusammenarbeit im Netzwerk eine wichtige Schlüsselqualifikation für die Industrie mit Zukunft. Methoden zur Weiterbildung wie „Training with Industry“ (TWI) bzw. zur Ideengenerierung wie Design Thinking wurden vorgestellt und konnten direkt in Praxis-Übungen erprobt werden. "Der Design-Thinking-Prozess zielt darauf ab, Empathie zu entwickeln und somit möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven zu einer Problemstellung zusammenzubringen", erklärt Christian Kling, Projektleiter der Gründungsinitiative der Hochschule Aalen stAArt-UP!de. Die Methode habe sich aus dem Designprozess entwickelt und passe deshalb hervorragend zum interdisziplinären Ansatz des IndustriCamps. Ziel der Methode ist laut Kling in erster Linie innovative Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind. Teilnehmerin Natalie Kuba zeigte sich begeistert von den erlernten Techniken: "Daumen hoch zu Empathie! Aus meiner Sicht der wichtigste Erfolgsgarant. Danke für die Einblicke in die Design-Thinking-Methode!" Diskussionen zur Biologisierung der Wertschöpfung werden z.B. in eine derzeit erstellte Fraunhofer-Studie eingehen. Fließend war der Übergang zu technischen Themen für Anwendungsfelder, zu denen auch in der FH-Impuls-Partnerschaft SmartPro mit 50 regionalen Partnern geforscht wird: Elektromobilität, digitale Produktentwicklung, Leichtbau und 3D-Druck als neues Fertigungsverfahren mit disruptivem Potential standen im Mittelpunkt bei weiteren der elf Sessions an diesem Nachmittag.

Rektor Schneider ist von interaktiven Formaten für den Wissenstransfer überzeugt: „Die Entwicklung innovativer Produkte erfordert verschiedene Perspektiven. Dafür brauchen wir auch einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft und die leistungsfähige Kooperation zwischen Hochschule und regionalen Industrieunternehmen.“ So könnten Innovationsimpulse gegeben und damit wichtige Beiträge zu gesellschaftlichen Herausforderungen und zur Zukunftssicherung der Region geleistet werden.

Das Engagement der sieben regionalen Partner und den gelungenen Auftakt weiß auch der Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter zu schätzen: „Ich bin bewusst hierhergekommen, weil ich gehört habe, dass es beim ersten Mal schon klasse war. Das, was hier stattfindet, ist echt gut, weil es kompetenzübergreifend, fachübergreifend läuft. Weiter so!, kann ich nur sagen.“

Dokumentation, ausführliche Interviews und weitere Informationen finden Sie hier. http://industrie.camp, http://industrie-initiative.de und www.hs-aalen.de/smartpro.


Fotonachweis: ©Hochschule Aalen/Peter Kruppa