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Innovatives Lehrkonzept ausgezeichnetHochschule Aalen mit fünf Projekten beim ZEISS Jahresempfang vertreten

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Das Projekt "Mehr-Säulen-Konzept" aus der Fachrichtung Mechatronik überzeugte die Jury.

Fr, 09. Februar 2018

Im ZEISS Forum in Oberkochen wurde das erste Mal der ZEISS MINT-Award verliehen. Im Rahmen der Initiative „Bildung Neu Denken“ hatte das Unternehmen „Vordenker und Gestalter zum Austausch eingeladen“, wie Prof. Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, in seiner Begrüßungsrede sagte. Die Hochschule Aalen war mit gleich fünf Projekten beim Jahresempfang präsent.

Im zweiten Stock des ZEISS Forums in Oberkochen hatten die Projektgruppen der Hochschule Aalen ihre Stände aufgebaut. Das E-Motion Rennteam setzte den autonom fahrenden Rennwagen ERD-one beeindruckend in Szene. Auf dem Präsentationstisch des „Mehr-Säulen-Konzepts“ aus dem Bereich Mechatronik tummelten sich drei Roboter und zeigten den Interessierten anschaulich, wie man in verschiedenen Lehrkonzepten die Studierenden für die Herausforderungen der Digitalisierung motivieren und sensibilisieren kann. Das KarMen Plus Programm war mit vier Mentees vor Ort. Diese stellten gut gelaunt das Mentoring-Projekt der Hochschule vor. KarMen Plus (Karriere und Mentoring Plus) bringt Studentinnen mit Personen aus der Wirtschaft zusammen, um Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und junge Frauen auf Führungspositionen in der Wirtschaft vorzubereiten. Beim Projekt „Wissen 4.0 – Digitales Lernen und Lehren“ drehte sich alles darum, wie man jungen Ingenieuren die Vorlesungen Mathematik 1 und 2 mit dem Learning Management System Canvas online vermittelt. Auch das Institut für Materialforschung an der Hochschule Aalen (IMFAA) stellte ein innovatives Projekt vor: „Machine and Deep Learning in Materials Microscopy“ hatte seinen festen Platz im ZEISS Forum.

Verlässliches Wissen als Überlebensmittel

Alle fünf Teams waren beim Jahresauftakt von ZEISS, um am ersten ZEISS MINT-Award teilzunehmen. „Wir wollen die Begeisterung für technische Dinge wecken“, sagte Dr. Ulrich Simon, Leiter der Konzernfunktion Research & Technology, zu Beginn der Veranstaltung. Vorstandsvorsitzender Kaschke betonte später in seiner Rede, dass „verlässliches Wissen in einer komplexen Welt als ‚Überlebensmittel‘“ gesehen werden müsse. Bei der Preisverleihung wurden die besten Projekte ausgezeichnet. Die Hochschule Aalen erhielt den Sonderpreis in der Kategorie Studierende. Das Projekt „Mehr-Säulen-Konzept“ von Prof. Dr. Peter Eichinger, Prof. Dr. Bernhard Höfig, Manuel Böhm, Lukas Brtnik und Philip Frenzel wurde ausgezeichnet, da es ein „innovatives und herausragendes Lehrkonzept“ darstelle, wie die Jury ihre Entscheidung begründete. In den drei Kategorien des MINT-Awards wurden des Weiteren ausgezeichnet: Marla und Silvan Laidler vom Max-Planck-Gymnasium Heidenheim für ihren intelligenten Rollstuhl, die Auszubildenden der Firma Voith für ihren Einsatz von Snapchat in der Ausbildung sowie das Team „Spatzenhirn“ von der Universität Ulm für ein autonom fahrendes Modellfahrzeug. Auch das Projekt „Junioren- und Schüler-Ingenieur Akademie Aalen“ des Theodor-Heuss-Gymnasiums erhielt einen Sonderpreis.

Im Anschluss an die Preisverleihung fand der Jahresauftakt des Unternehmens statt. Nach der Rede des Vorstandsvorsitzenden sprach der Philosoph Dr. Richard David Precht. Durch seine „Inkompetenzkompensierungskompetenz“ als Philosoph beschäftigte er sich in seinem Vortrag mit den Problemen des veralteten Bildungssystems in Deutschland. Dieses bezeichnete er als Blaupause des 19. Jahrhunderts. Die starren Formen seien nicht mehr passend im hochindividualisierten 21. Jahrhundert und im 19. Jahrhundert von Leuten eingeführt worden, die absolut nichts von Kinder verstanden. Die dem Militär nachempfundenen, kasernenartigen Schulhäuser, die Ausbildung von Offizieren in Gymnasien, Unteroffizieren in Real- und des Fußvolks in Volksschulen sowie die strenge Disziplin des Stillsitzens sei weder kind- noch zeitgemäß. Bildgewaltig zeigte er auf, wie Bildung in den Schulen funktionieren sollte: „Kinder wollen wie Funken entzündet werden und nicht nur wie Fässer mit Wissen befüllt.“


Fotonachweis: © Hochschule Aalen/ Bianca Kühnle