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Verbund profitiert vom Austausch „Spinnovation“-Beirat aus Vertretern dreier Hochschulen zog Bilanz und präsentierte Folgeprojekt

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Auf dem Foto von links: Peter Ohlhausen (HS Reutlingen), Christian Kling (HS Aalen), Thomas Rehmet (HS Reutlingen), Niklas Dorn (Filestage GmbH), Jürgen Münch (HS Reutlingen), Markus Weber (Anunnaki Marketing GmbH), Florian von der Mülbe (CureVac AG), Markus Schmidt (Robert Bosch GmbH), Holger Held (HS Aalen), Hendrik Brumme (HS Reutlingen), Hartmut Rösch (HdM Stuttgart), Andreas Ehrhardt (Innovationszentrum Aalen), Karin Goldstein (IHK Reutlingen), Nils Högsdal (HdM Stuttgart) und Alexander Roos (HdM Stuttgart).

Di, 09. Januar 2018

Projektleiter Thomas Rehmet von der Hochschule Reutlingen umriss zu Beginn der ersten Beiratssitzung in Stuttgart zunächst die Ziele und die Arbeitspakete des Projekts „Spinnovation“: Unter anderem beinhalteten diese die Sensibilisierung von Studierenden für unternehmerisches Denken, Ideen- und Geschäftsmodellentwicklung, aber auch die Begleitforschung und gemeinsame Events der beteiligten Hochschulen.

Er betonte, dass sich die drei beteiligten Hochschulen (Reutlingen, Stuttgart und Aalen) beim Start des Kooperationsprojekts im September 2016 an ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten befanden und seither stark vom Austausch der Erfahrungen profitierten. So konnten innerhalb von zwölf Monaten in Reutlingen bereits rund 400, in Stuttgart rund 900 und in Aalen über 1000 Studierende für das Thema Gründung sensibilisiert und somit die Zielvorgaben bereits überschritten werden.

Beiratsmitglied Dr. Hartmut Rösch, zugleich Projektleiter an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, präsentierte die einzelnen Schritte der Entrepeneurship-Ausbildung an der HdM und erläuterte die drei aufeinander aufbauenden Phasen. Sei das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Gründungsinteressierten in der ersten Phase noch ausgeglichen, ändere sich das stark in der zweiten Phase: „Hier verlieren wir einen Großteil der weiblichen Teilnehmer.“

Erfahrungsgemäß stammten rund zwei Drittel der von den Studierenden entwickelten Geschäftsideen aus dem Non-Profit-Bereich. Hier sah er eine mögliche Erklärung dafür, warum nur wenige Studentinnen ihre Ideen weiterverfolgten: „Bisher liegt unser Akzent noch zu sehr auf dem Aspekt, wie man mit einem Konzept Geld verdienen kann. In Zukunft werden wir in unseren Angeboten vermehrt Wege aufzeigen, wie man mit sozialem Unternehmertum erfolgreich sein kann“, betonte Rösch.

„Gründer wollen Sinn in ihrer Arbeit sehen“

Eine rege Diskussion über die möglichen Gründe für den geringen Anteil an Gründerinnen unter den Start-ups und über den zunehmend wichtiger werdenden Aspekt einer sinnvollen und nachhaltigen Betätigung entfachte. Dr. Markus Schmidt von der Robert Bosch GmbH wusste aus zahlreichen Gesprächen mit Start-ups: „Junge Gründer wollen heute zwar Geld verdienen, aber zunehmend auch einen Sinn in dem sehen, was sie tun. Diesen Widerspruch gilt es aufzulösen“, betonte er. Er empfahl darüber hinaus, an Start-ups nicht mit den „klassischen, buchhalterischen Schablonen“ heranzugehen, sonst sei die Motivation und die Idee „schnell totgerechnet“.

Professor Dr. Alexander W. Roos, Rektor der HdM, erklärte, dass derzeit in Teams überlegt werde, wie Social Entrepeneurship künftig besser in die Angebote des Projekts „Spinnovation“ integriert werden könnten. „Zwei Arten von Absolventen gehen aus diesem Projekt hervor: Eine Gruppe, die unternehmerisch denken kann und eine weitere Gruppe, die tatsächlich gründet.“

Professor Dr. Holger Held, Gründungsbeauftragter an der Hochschule Aalen, schlug vor, für die Projektinhalte bessere Begriffe zu finden: „Viele Studierenden stehen durch die Prägung aus ihrem Elternhaus einer Geschäftsgründung eher ablehnend gegenüber“, erläuterte er. Aber im Projekt „Spinnovation“ gehe es ja keineswegs darum, junge Menschen zu einer Unternehmensgründung zu drängen, sondern ihnen primär Methoden für eine kreative Problemlösung an die Hand zu geben: „Diesen Aspekt unserer Workshops und Seminare sollten wir künftig in der Kommunikation eher in den Vordergrund stellen.“

Von einer Idee zum Konzept in nur 100 Tagen

Professor Dr. Nils Högsdal, Gründungsbeauftragter an der HdM Stuttgart, betonte, dass das Ziel des Projekts sei, dass jeder Student an den drei Hochschulen im Verbund das Programm durchlaufe: „Wir wollen als Ziel tatsächlich 100 Prozent der Studierenden erreichen und begeistern, um daraus möglichst viele Gründungen hervorgehen zu lassen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, erarbeiteten die Prof. Dr. Hendrik Brumme, Rektor der Hochschule Reutlingen, Prof. Dr. Alexander W. Roos, Rektor der Hochschule der Medien Stuttgart und Prof. Dr. Gerhard Schneider, Rektor der Hochschule Aalen, ein gemeinsames Konzept für einen so genannten hochschulübergreifenden „Seed-Accelerator“.

Dr. Nils Högsdal fasste das Konzept so zusammen: „Es baut auf dem Projekt ‚Spinnovation‘ auf und macht in einem Intensivprogramm aus einer ersten Idee eines Studierenden innerhalb von 100 Tagen ein valides Geschäftsmodell.“ Das Konzept beinhalte sowohl die Verknüpfung zur Forschung als auch die Zusammenarbeit mit der regionalen Industrie und Wirtschaft und ist mit dem Wirtschaftsministerium und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg abgestimmt.