Veranstaltung

Vertrauen, Skepsis, Leugnung: die Wahrnehmung von Wissenschaft in Deutschland

Art
Vortrag
Sprache
Deutsch
Veranstaltungsort
Beethovenstraße, Aula / Hörsaalgebäude, Aula
Veranstaltungsdetails
26. November 2026
18:00 bis 19:30 Uhr

Vertrauen die Deutschen der Wissenschaft noch – oder tritt eine skeptische Sichtweise mehr und mehr in den Vordergrund? Umfragen wie dem Wissenschaftsbarometer zufolge ist das Vertrauen in „die Wissenschaft“ höher als etwa in die Politik oder die Medien. Doch wem oder was wird da eigentlich vertraut: einer Methode, einem Berufsstand, dem Wissenschaftssystem? Ist Skepsis ein Defizit, das Aufklärung beheben kann, oder eine wissenschaftliche Tugend? Und was setzt man eigentlich voraus, wenn man von "Leugnung" spricht?

Der Vortrag nimmt diese drei Begriffe ernst, indem er sie auseinandernimmt: Vertrauen ist ambivalent, Skepsis mehrdeutig, Leugnung eine Zuschreibung mit Voraussetzungen, die berechtigt sein kann oder nicht. Anhand aktueller Forschung arbeitet der Vortrag heraus, wo begründete Kritik an der Wissenschaft endet und Wissenschaftsleugnung beginnt.

Daraus ergibt sich, dass der pauschale Ruf nach mehr Vertrauen ins Leere läuft: Er vermengt begründete Kritik und Leugnung. Die Konsequenz ist nicht, Vertrauen einzufordern, sondern nachprüfbar und vertrauenswürdig zu werden.

Diskussion: Prof. Dr. Christoph Böhmert, Hochschule Aalen

Achtung: Der Vortrag ist öffentlich und kann von allen Interessierten besucht werden. 

Workload: 3 für die vollständige Teilnahme (entspricht 0,1 CP)

Anmeldung: Studierende der Hochschule Aalen müssen sich jedoch vorab verbindlich über das SAP-Onlineportal (WiSe26Vort31) anmelden, damit eine Anrechnung des Workloads erfolgen kann. Für Personen, die nicht an der Hochschule Aalen studieren, ist keine Anmeldung erforderlich.

FAKTEN, VIELFALT, FREIHEIT

Für eine resiliente Demokratie und gelebte Erinnerungskultur 

Vor einem Jahr startete an der Hochschule Aalen in Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für Demokratie Ostalbkreis die multidisziplinäre Vortragsreihe FAKTEN, VIELFALT, FREIHEIT, damals mit dem Unterthema „Wissenschaftliche Antworten auf populistische Narrative“. Das Ziel war, angesichts autoritärer Bedrohungen aus dem In- und Ausland für unsere demokratischen Werte einzutreten, diese mit wissenschaftlichen Befunden und Argumenten zu untermauern und – ganz im Sinne unseres Landeshochschulgesetzes – Inhalte zu vermitteln, die zu verantwortungsvollem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat befähigen. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei Studierenden und darüber hinaus. 

Da das Thema weiter an Relevanz und Aktualität gewonnen hat, setzen wir die Reihe im Wintersemester 2026/27 mit drei Vorträgen, einer Filmvorführung und einer Theateraufführung fort. Thematisiert werden unter anderem geschlechtsspezifische Unterschiede im Wahlverhalten und Zusammenhänge mit der „Manosphere“, die Frage nach dem Schutz von Hochschulen vor autoritären Strömungen und Angriffen auf die Demokratie sowie die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit in Deutschland.

Ergänzt wird die Vortragsreihe durch Formate der Erinnerungskultur. Die Vorführung des Dokumentarfilms „Wir dürfen es nicht vergessen“ mit anschließender Podiumsdiskussion widmet sich der Aufarbeitung des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten. Die Theateraufführung „NSU-Monologe“ thematisiert die Mordserie des rechtsterroristischen Untergrunds in den späten 1990er- und 2000er-Jahren.

Weitere Veranstaltungen