Wenige Wochen nach Urteilsverkündung im NSU-Prozess in München entstanden die NSU-MONOLOGE, die von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU erzählen – von Elif Kubaşık, Adile Şimşek und İsmail Yozgat: von ihrem Mut, in der ersten Reihe eines Trauermarschs zu stehen, von der Willensstärke, die Umbenennung einer Straße einzufordern und vom Versuch, die eigene Erinnerung an den geliebten Menschen gegen die vermeintliche Wahrheit der Behörden zu verteidigen.
Die NSU-MONOLOGE sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit und sind in Zeiten des Erstarkens von Rechtsextremismus an Aktualität kaum zu überbieten.
Eine Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Achtung: Der Vortrag ist öffentlich und kann von allen Interessierten besucht werden.
Workload: 4 für die vollständige Teilnahme (entspricht 0,13 CP)
Anmeldung: Studierende der Hochschule Aalen müssen sich jedoch vorab verbindlich über das SAP-Onlineportal (WiSe26Vort33) anmelden, damit eine Anrechnung des Workloads erfolgen kann. Für Personen, die nicht an der Hochschule Aalen studieren, ist keine Anmeldung erforderlich.
FAKTEN, VIELFALT, FREIHEIT
Für eine resiliente Demokratie und gelebte Erinnerungskultur
Vor einem Jahr startete an der Hochschule Aalen in Zusammenarbeit mit der Partnerschaft für Demokratie Ostalbkreis die multidisziplinäre Vortragsreihe FAKTEN, VIELFALT, FREIHEIT, damals mit dem Unterthema „Wissenschaftliche Antworten auf populistische Narrative“. Das Ziel war, angesichts autoritärer Bedrohungen aus dem In- und Ausland für unsere demokratischen Werte einzutreten, diese mit wissenschaftlichen Befunden und Argumenten zu untermauern und – ganz im Sinne unseres Landeshochschulgesetzes – Inhalte zu vermitteln, die zu verantwortungsvollem Handeln in einem freiheitlichen, demokratischen und sozialen Rechtsstaat befähigen. Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse bei Studierenden und darüber hinaus.
Da das Thema weiter an Relevanz und Aktualität gewonnen hat, setzen wir die Reihe im Wintersemester 2026/27 mit drei Vorträgen, einer Filmvorführung und einer Theateraufführung fort. Thematisiert werden unter anderem geschlechtsspezifische Unterschiede im Wahlverhalten und Zusammenhänge mit der „Manosphere“, die Frage nach dem Schutz von Hochschulen vor autoritären Strömungen und Angriffen auf die Demokratie sowie die zunehmende Wissenschaftsfeindlichkeit in Deutschland.
Ergänzt wird die Vortragsreihe durch Formate der Erinnerungskultur. Die Vorführung des Dokumentarfilms „Wir dürfen es nicht vergessen“ mit anschließender Podiumsdiskussion widmet sich der Aufarbeitung des Euthanasieprogramms der Nationalsozialisten. Die Theateraufführung „NSU-Monologe“ thematisiert die Mordserie des rechtsterroristischen Untergrunds in den späten 1990er- und 2000er-Jahren.