9. Oktober 2025

Innovationsforum zeigt konkrete Wege für Unternehmen im Ostalbkreis

Wie können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) Künstliche Intelligenz (KI) konkret in ihrer Produktion einsetzen? Antworten darauf lieferte das Innovationsforum am 6. Oktober 2025 an der Hochschule Aalen. Die Veranstaltung war eine Kooperation zwischen dem Projekt „KI-Werkstatt Mittelstand“ der Hochschule Aalen und dem Netzwerk „KI-Allianz Baden-Württemberg. Ziel war es, Unternehmen, Wissenschaft und Politik zusammenzubringen, um praxisnahe Einsatzmöglichkeiten von KI in der Produktion zu beleuchten und die KI-Challenge 2025 im Ostalbkreis offiziell zu eröffnen.

Aalen. Wie gelingt der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Produktion – konkret, wirksam und menschenzentriert? Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik kamen am 06. Oktober in der Neuen Aula der Hochschule Aalen zusammen, um sich über Chancen, Herausforderungen und konkrete Anwendungsmöglichkeiten von KI in der Produktion auszutauschen. In ihren Grußworten betonten Rektor Prof. Dr. Harald Riegel, Landrat Dr. Joachim Bläse und Sandra Rohner - Geschäftsführerin der KI-Allianz Baden-Württemberg, die Bedeutung regionaler und landesweiter Netzwerke für den erfolgreichen Einsatz von KI. „Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist der Einstieg in KI oft eine Hürde – hier möchten wir ansetzen, beraten und landesweite Kooperationen ermöglichen.“, so Rohner.

KI gelingt nur als Hybride Intelligenz mit dem Menschen
Einblicke aus der Praxis gab unter anderem von Jakob Wößner, Digital Strategy Lead bei der Weleda AG, in seiner Keynote. Seine Botschaft: Es reicht nicht, einfach nur beliebige KI-Tools zur Verfügung zu stellen. Mitarbeitende müssen in den Einführungsprozess miteingebunden werden und gezielt und verbindlich geschult werden. Die Symbiose aus Mensch, Technik und Natur sei dabei das Leitziel von Weleda.

In der anschließenden Podiumsdiskussion des Abends diskutierten u. a. Vertreterinnen und Vertreter von Weisser Spulenkörper, Franke GmbH, Prof. Dr. Doris Aschenbrenner und Prof. Dr. Nicole Stricker (Hochschule Aalen) sowie Peter Schmidt, Leiter des Digitalisierungszentrums Ostwürttemberg (digiZ), unter der Moderation von Dr. Thomas Usländer vom Fraunhofer IOSB. Im Hinblick auf die am 21.10.25 bevorstehende KI-Challenge, wurden klare Wünsche aber auch realistische Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit diskutiert. So betonte Prof. Dr. Doris Aschenbrenner von der Hochschule Aalen: „Bei Kooperationen zwischen etablierten Unternehmen und Start-ups im KI-Bereich sehen wir immer wieder, dass unterschiedliche Welten aufeinanderprallen. Ist die erste Phase der Skepsis jedoch überwunden, profitieren beide Partner von dem Wissen und den Ideen des jeweils anderen."

Wie Daten zur Schlüsselressource werden
Das ein wichtiger Faktor in der gelingenden Umsetzung von KI-Projekten die richtige und gezielte Verarbeitung von Daten ist, griffen die der Diskussion folgenden Impulse des Abends auf. Der neu entwickelte Demonstrator für Datenqualität der KI-Allianz, welcher von den Mitarbeitenden Petros Tsialis und Patrick Krawczyk von der Hochschule Aalen vorgestellt wurde, soll es Benutzenden ermöglichen die benötigten Informationen aus einem Datensatz zu extrahieren, um die Erstellung von Trainingsdaten für ein KI-System nicht mehr vollständig händisch aufbereiten zu müssen. Einen weiteren Aspekt der Datenverarbeitung griff hierbei Prof. Dr. Stricker mit ihrem Projekt „KI-Sustain“, welches sich mit dem Recycling von Plastikabfällen beschäftig, auf. Um eine gute Grundlage für das Training der KI-Systeme zu schaffen, müssen unterschiedliche Datensätze in einen Zusammenhang gebracht werden wie: Messwerte von Materialeigenschaften und realitätsnahen Aufnahmen von Plastikabfällen. Daniel Blümlein von Blümlein & AI Automation GmbH rundete mit seinem Impuls die Vorträge gelungen ab. Mit Bezug auf die vorangegangenen Vorträge visualisierte er einen wichtigen Aspekt in der Gestaltung von KI-Lösungen: Bis zu 90% der Entwicklungszeit fließen in die komplexe Aufarbeitung der Trainingsdaten. Bei diesem abschließenden Punkt des Abends waren sich alle Redner einig: Es braucht neben neuen Automatisierungsmöglichkeiten in der Aufbereitung von Daten auch mehr Sensibilisierung, Kompetenzen und Zusammenarbeit aller Beteiligten, um KI-Anwendungen in Unternehmen zu etablieren.

Nächste Schritte: KI-Challenge 2025 
Beim anschließenden Gallery Walk & Networking des Abends konnten Teilnehmende Kontakte knüpfen und erste Ideen für eigene Projekte diskutieren. Am 21. Oktober 2025 folgt nun der KI-Challenge-Workshop im Digital Innovation Space (DIS) des digiZ. Dort können interessierte Unternehmen mit Unterstützung des Fraunhofer IOSB und der Hochschule Aalen konkrete KI-Projektideen erarbeiten

 

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