Wie in der Abbildung rechts dargestellt, besteht der Lagerprüfstand APS 58 aus einer elektrischen Antriebseinheit, einem Lagerprüfgehäuse und zwei pneumatischen Stellantrieben, mit denen kontrollierte radiale und axiale Belastungen auf das Prüflager ausgeübt werden. Die experimentellen Untersuchungen werden mit SKF 6314-Rillenkugellagern durchgeführt. Neben einwandfreien Referenzlagern werden auch künstlich beschädigte Prüfkörper untersucht. Die defekten Lager weisen laserinduzierte Defekte am Innen- und Außenring sowie korrosionsbedingte Schäden auf, um verschiedene Fehlermechanismen darzustellen. Bei einem Defekt am Außenring wird das Lager so eingebaut, dass sich der Defekt innerhalb der primären Belastungszone befindet, um eine gleichmäßige Fehleranregung während des Betriebs zu gewährleisten. Die Drehzahl des Prüflagers wird mit einem optischen Sensor vom Typ Autosen A0014 gemessen, wobei die Drehzahlsignale mit einer Abtastfrequenz von 1 kHz erfasst werden. Die Schwingungsmessungen wurden mit einem piezoelektrischen ICP-Beschleunigungssensor vom Typ PCB 603C01 durchgeführt, der am Lagergehäuse angebracht war. Die Schwingungssignale wurden über ein Datenerfassungssystem von National Instruments (NI) mit einer Abtastfrequenz von 51,2 kHz für einwandfreie Lager sowie für Fehler am Außen- und Innenring und mit einer Abtastfrequenz von 10 kHz für Korrosionsfehler erfasst. Die Daten wurden sowohl für den fehlerfreien Zustand als auch für Fehler am Außen- und Innenring über einen Zeitraum von 120 s erfasst, während die Daten für korrosionsbedingte Fehler über einen Zeitraum von 60 s erfasst wurden.
Mithilfe der pneumatischen Stellantriebe werden kontrollierte radiale und axiale Belastungen aufgebracht, während die entsprechenden Kräfte mit HBM-U2B-Zug-/Druckkraftmessern gemessen werden. Die Kraftsensoren bieten einen radialen Messbereich von ±20 kN und einen axialen Messbereich von ±10 kN. Die erfassten Kraftsignale werden mit MATLAB/Simulink verarbeitet und aufgezeichnet.