Wenn moderne Technik Leben retten kann: Unser Professor für Audiologie und Hörakustik, Prof. Dr. Steffen Kreikemeier, engagiert sich als Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins „Kitzrettung Unterrombach-Hofherrnweiler e. V.“ für den Schutz von Rehkitzen. Zudem wird Forschung betrieben. Der Verein nimmt am Forschungsprojekt „Rehwildmarkierung in Baden-Württemberg“ der Wildforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg teil. So kann die Wanderbewegung und das Verhalten des Rehwildes wissenschaftlich untersucht werden.
Jedes Frühjahr werden zahlreiche Rehkitze bei Mäharbeiten verletzt oder getötet. Der Grund: In den ersten Lebenswochen verfügen die Tiere noch nicht über einen ausgeprägten Fluchtinstinkt. Statt davonzulaufen, drücken sie sich bei Gefahr instinktiv auf den Boden – oft mit tragischen Folgen. Um die Tiere rechtzeitig zu finden, setzt der Verein auf Drohnen mit Wärmebildkameras. Gemeinsam mit Jägern, weiteren Ehrenamtlichen und Landwirten werden die Kitze, aber auch andere Tiere (Hasen, Igel etc.) vor den Mäharbeiten aufgespürt und in Sicherheit gebracht. Dabei stehen die Helfer:innen bereits früh auf. Die ersten Flüge beginnen mit der Dämmerung ab ca. 5 Uhr morgens. Warum so früh? Die Wärmebildkamera der Drohne erfasst Wärmeunterschiede zwischen Umgebung und Lebewesen. Scheint die Sonne in die Wiesen, so werden diese Stellen als warme Bereiche angezeigt. Damit muss sehr aufwändig jede warme Stelle überprüft werden und eine effiziente Suche ist nicht möglich. Manchmal ist es nötig, dass die Rehkitze vorübergehend in Boxen untergebracht werden müssen. Bei der Rettung ist es schon vorgekommen, dass Kitze aus der Wiese vertrieben worden sind und dann nach zwei Stunden zurückgekommen sind. Leider sind sie dann doch bei der Mahr zu Schaden gekommen. Daher ist es wichtig, dass die Landwirte das Mähen frühzeitig nach der Absuche der Wiese durchführen. Die Kitze sollten nicht länger als drei Stunden in den Boxen sein. Die Rehmütter (Ricken / Geißen) finden die Kitze durch Lockrufe zuverlässig wieder. Falls Sie solche Kisten finden, bitte nicht berühren und die Kitze beunruhigen.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie technisches Know-how und ehrenamtliches Engagement zusammenwirken können, um einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz zu leisten.