Prof. Dr. Karsten Wendland

Fakultät
Optik & Mechatronik
Raum
DIS 2.13
Prof. Dr. Karsten Wendland

Profil

Professor für Medieninformatik im Studienbereich Human Centricity der Hochschule Aalen. Forschung und Lehre bewegen sich in den Grenz- und Übergangsgebieten von Informatik, Humanwissenschaften und Gesellschaft. Im Mittelpunkt stehen die menschzentrierte Gestaltung technischer Systeme, ihre verantwortliche Einbettung in menschliche Praxis und Gesellschaft sowie Fragen von Subjektwerdung, Autonomie und Orientierung im digitalen Zeitalter. Ausgangspunkt ist das Verstehen des gesamten Kontexts – von konkreten Nutzungssituationen über organisationale und institutionelle Bedingungen bis zu langfristigen Technikfolgen – und nicht die vorschnelle Suche nach einer Lösung. Ziel ist eine Informatik, die technische Innovation mit humanwissenschaftlicher Urteilskraft verbindet. Technik soll Räume öffnen, nicht verengen; Widerspruch gilt dabei als Erkenntnisquelle, nicht als Störung.

Studium der Informatik mit humanwissenschaftlicher Ausrichtung, anschließend bis 2005 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung der Technischen Universität Darmstadt. 2006 Promotion am Fachbereich Humanwissenschaften der TU Darmstadt. Seit 1993 parallel zur wissenschaftlichen Laufbahn eigenständige unternehmerische Tätigkeit, ab 1995 mit Schwerpunkt auf netzbasierter Zusammenarbeit und Webprojekten. Später folgten die Mitgründung des Instituts für Sozialinformatik in Bielefeld und eine Gesellschaftertätigkeit bei der effective WEBWORK GmbH in Hamburg. Von 2011 bis 2013 zudem Mitglied des Vorstands der Integrata-Stiftung für humane Nutzung der Informationstechnologie.

Seit 2008 Professor an der Hochschule Aalen. Von 2017 bis 2022 wissenschaftliche Tätigkeit am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse des Karlsruher Instituts für Technologie. Ab September 2026 Forschungsaufenthalt am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Berlin.

Forschungsschwerpunkte

Die Forschung konzentriert sich auf vier miteinander verbundene Themenfelder:

  • Menschzentrierte Gestaltung technischer Systeme in gesellschaftlichen Kontexten
  • Technikfolgenabschätzung und verantwortliche Technikgestaltung
  • KI-Bewusstsein, Subjektkonstitution und synthetische Phänomenologie
  • Governance emergenter KI-Systeme

Von 2018 bis 2021 Leitung des BMBF-geförderten Projekts „Abklärung des Verdachts aufsteigenden Bewusstseins in der Künstlichen Intelligenz (KI-Bewusstsein)“. Gutachtertätigkeit für Dissertationen am Karlsruher Institut für Technologie, an der Bauhaus-Universität Weimar, an der Universität Bremen sowie an indischen Universitäten.

Wissenschaftskommunikation

Podcast „Selbstbewusste KI“ mit Gästen aus Philosophie, Neurowissenschaft, Informatik und KI-Forschung, darunter Thomas Metzinger, Christof Koch und Klaus Mainzer.

Konzeption und Moderation kuratierter Gesprächsformate zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und gesellschaftlicher Praxis.

Herausgabe eines Sammelbands zum Thema KI-Bewusstsein, der bei KIT Scientific Publishing erscheint.

Lehrprofil

Das Lehrprofil umfasst technische Kerngebiete und anwendungsorientierte Felder der Medieninformatik, ergänzt um gestalterische, ethische und gesellschaftliche Perspektiven:

  • Medieninformatik und Webtechnologien
  • Datenmanagement und Knowledge Management
  • Technikethik, Technikphilosophie und menschzentrierte Technikgestaltung
  • Future Work and Responsibility

Systematische Integration von KI-Systemen in Lehrveranstaltungen und studentische Projekte. Der reflektierte und verantwortliche Umgang mit ihnen gilt als selbstverständliche akademische Grundkompetenz.

Transfer

Grundlage des Transferprofils sind mehr als drei Jahrzehnte eigenständiger Projektpraxis und unternehmerischer Erfahrung. Im Bereich Web und digitale Systeme wurden mehr als hundert Projekte für Unternehmen, öffentliche Einrichtungen sowie Kultur- und Bildungsorganisationen im In- und Ausland konzipiert und umgesetzt, darunter Projekte für internationale Technologiekonzerne.

Diese Praxis setzt sich während der Hochschultätigkeit in teils umfangreichen internationalen Kooperationen fort. Über die Einbindung in die KIT Campus Transfer GmbH besteht zudem eine institutionelle Verbindung zwischen wissenschaftlicher Expertise und unternehmerischer Praxis. Ausgewählte Beratungsmandate ergänzen diese Arbeit bis heute.