24. April 2026

Neu im Team: Sechs Fragen an Prof. Dr. Thomas Schwarzbäck

Im März 2026 übernahm Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schwarzbäck die Co-Leitung des LaserApplikationsZentrum (LAZ). Er wurde mit Wirkung zum 01. März 2026 als Stiftungsprofessor für Lasermaterialbearbeitung an die Hochschule Aalen – Technik, Wirtschaft und Gesundheit berufen. Nach der Promotion im Bereich der Halbleiterscheibenlaser hat er sich in der Industrie intensiv mit CO2-Lasern und der Lasermaterialbearbeitung, insbesondere mit Ultrakurzpulslasern, befasst. Wenn er neben seiner kleinen Tochter noch Zeit zum sportlichen Ausgleich übrig hat, spielt er gerne Tischtennis oder fährt leidenschaftlich Rennrad.

 

Portrait von Prof. Thomas Schwarzbäck im LaserApplikationsZentrum (LAZ).

Alfred Grundaj (AG): Wie war Ihr Weg zur Professur? War das von Anfang an das Ziel?

Thomas Schwarzbäck (TS): Ich sage es mal so, es ist bzw. war ein bereits seit langem gehegter Wunsch. Durch Diplomarbeit und Promotion bin ich schon stark mit der Lehre und selbstverständlich auch der Forschung an der Uni Stuttgart in Kontakt gekommen und das Gesamtpaket hatte mir damals schon sehr viel Spaß gemacht. Damals ging es um Experimentalphysik für Ingenieure und die Forschung am Halbleiterscheibenlaser, auch VECSEL genannt. Nach der Promotion hat es mich aber zunächst in die Industrie gezogen. Hier habe ich dann knapp 3 Jahre CO2-Laserentwicklung für die EUV-Lithographie bei TRUMPF  in Ditzingen und anschließend über 9 Jahre Innovationsberatung im Bereich Photonik/Laser/Lasermaterialbearbeitung bei EurA  in Ellwangen gemacht. Und dann kam da diese möglicherweise im Leben einmalige Gelegenheit mit der Professur für Lasermaterialbearbeitung, praktisch direkt in der Nachbarstadt, direkt um die Ecke. Da musste ich mich einfach bewerben. Und jetzt bin ich hier.

AG: Könnten Sie mir bitte mehr über Ihr Lehr- und Forschungsgebiet erzählen?

TS: Am LaserApplikationsZentrum geht es im Grunde genommen um die Lasermaterialbearbeitung. Das geht von subtraktiven, volumenerhaltenden bis hin zu additiven Verfahren, also z. B. Laserschneiden, Bohren, Schweißen, Polieren oder dem Selektiven Laserschmelzen. Voraussetzungen sind hier aber auch Kenntnisse in Optik/Photonik, Lasertechnik, Messtechnik und vor allem Strahl-Materie-Wechselwirkungen. Seit wenigen Jahren wird das Thema KI auch hier immer wichtiger.

AG: Was begeistert Sie an Ihrem Fachgebiet?

TS: Wenn‘s bunt und hell leuchtet, ist es doch immer schön. Das ist wie stundenlang ins Lagerfeuer schauen oder Polarlichter betrachten. Und die hergestellten Bauteile sind vor allem im Bereich Additive Fertigung und Ultrakurzpulslaser-Bearbeitung total faszinierend, weil nicht unbedingt immer alltäglich. Und dennoch gibt es im Alltag mittlerweile fast keine Produkte mehr, bei denen der Laser in der Fertigung nicht verwendet wurde, man weiß das nur oft nicht oder kann es nicht sehen. Das geht von der einfachen Lasermarkierung über Schweißen von Blechen hin zum Schneiden der Deckgläser von Smartphones. Das Schöne an der Lasertechnik in meiner bisherigen Zeit war, dass wir meist sehr anwendungs- bzw. sogar industrienah agieren. Und dennoch kann man hier sehr viel lernen und tief eintauchen in die Laser- und Materialphysik, um die Laserstrahl-Material-Wechselwirkungen wirklich zu verstehen und nicht nur anzuwenden.

AG: Worauf freuen Sie sich an der Lehre am meisten? Und was macht Ihnen ehrlich gesagt ein bisschen Respekt?

TS: Die Begeisterung für unsere absolut genialen Themen rüberbringen und zu motivieren, sich mehr mit dem Werkzeug Laser und dessen Anwendungen zu beschäftigen. Respekt macht mir der Aufwand für Forschung neben Lehre und Prüfungen oder umgekehrt.

AG: Wenn Ihr Fachgebiet ein Film wäre, welcher wäre das?

TS: Inception. Es gibt hinter dem Offensichtlichen immer noch mehr zu verstehen und wer will, kann tiefer eintauchen. Und mit dem Laser lassen sich herkömmliche Denkweisen in der klassischen Produktionstechnik manchmal ganz schön verbiegen oder umstülpen, wie die Räume oder Welten im Film. Ich denke da an Laserabtragen mit ultrakurzen Pulsen, bei dem ohne Berührung eines Werkzeugs extrem kleine Strukturen oder Bohrungen erzeugt werden können. Oder an die Additive Fertigung, die in Bezug auf Leichtbau oder Kühlgeometrien auch Konstruktionen ermöglicht, die vorher undenkbar waren. Und an Action fehlt es auch nicht bei der Herstellung, meistens knallt und raucht es ziemlich.

AG: Was können Sie besonders gut, das nichts mit Wissenschaft zu tun hat?

TS: Passend zum Namen: Brot, Brötchen und Briegel backen. Zum einen ist es richtig schön, wenn man in die Wohnung kommt und es riecht nach frisch gebackenem Brot und zum anderen ist so ein frisches, noch warmes Stück Brot einfach super lecker. Aber wenn man sich das Brotbacken genauer anschaut, ist das am Ende dann doch wieder Wissenschaft oder vielleicht auch Kunst oder eben beides.

AG: Danke und viel Freude an der Hochschule Aalen!