Prof. Dr.Dr. habil. Robert Rieg

Raum
WIN 4.01
Prof. Dr.Dr. habil. Robert Rieg

Zitat eines unbewussten Controllers:

"However beautiful the strategy, you should occasionally look at the results"
(Sir Winston Churchill)

Curriculum Vitae

Lebenslauf

Forschung

Forschung zielt darauf, neue Erkenntnisse zu erlangen.

Sie ist wichtig sowohl für die Wirtschaftspraxis als auch für die Lehre!

Gute Forschung ist hilfreich für Unternehmen, die damit erkennen können, welche Methoden oder Konzepte wirklich weiter helfen und welche nur Managementmoden sind. Gerade in der Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspraxis werden viele Vorschläge ungeprüft kommuniziert.

Gute Forschung hilft auch der Lehre und den Studierenden, in dem sie empirisch bestätigte Lehrinhalte einbringt und die Studierenden an die kritische, faktenorientierte Denkweise heranführt! Letzteres dient auch der Herausbildung der Urteilsfähigkeit und Selbständigkeit des Denkens.

Meine aktuellen Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf a) die empirische Forschung zum Rechnungswesen und Controlling sowie b) die Modellierung entsprechender Phänomene, vor allem mittels System Dynamics. Daraus abgeleitete Themen sind:

Publikationen

231 Publikationen

Patrick Ulrich, Robert Rieg, Felix Stockert ISBN: 978-1-958200-11-7,

Alexander Sprengel, Patrick Ulrich, Robert Rieg ISBN: 978-1-958200-11-7,

Robert Rieg ISBN: 9783759719812,

Patrick Ulrich, Robert Rieg, Felix Stockert ISBN: 978-3-907379-39-4,

Studien-& Abschlussarbeiten

offene Theme / in Bearbeitung

Kompetenzprofile im Controlling im Wandel? Eine qualitative Analyse organisationaler Mechanismen hinter stabilen Rollenbildern

Masterarbeit, Status: offenes Thema

Studiengang: Financial Management

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

Die Masterarbeit untersucht, warum sich Kompetenzprofile im Controlling trotz Digitalisierung nur langsam verändern. Dazu werden leitfadengestützte Interviews mit Controllingleitern und HR-Verantwortlichen durchgeführt und analysiert, um zentrale Mechanismen der organisationalen Trägheit, Kompetenzunsicherheit und Rollenidentität zu identifizieren. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für ein quantitatives Folgeprojekt und leisten einen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft des Controllings und die Ausrichtung von Weiterbildungsprogrammen.

IFRS 18 und die Neustrukturierung der Gewinn- und Verlustrechnung. Simulationsstudie zu den Auswirkungen auf Erfolgskennzahlen ausgewählter DAX-Unternehmen

Bachelorarbeit, Status: offenes Thema

Studiengang: Internationale Betriebswirtschaft

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

 

1. Hintergrund und Problemstellung

Mit IFRS 18 wird die Struktur der Gewinn- und Verlustrechnung grundlegend verändert. Künftig sind Erträge und Aufwendungen in Kategorien wie „Operating“, „Investing“ und „Financing“ auszuweisen, ergänzt um neue Pflicht-Zwischensummen wie „Operating profit or loss“ und „profit or loss before financing and income taxes“. Dadurch verschiebt sich die Grundlage vieler Erfolgs- und Rentabilitätskennzahlen, die bisher auf der klassischen IFRS GuV nach IAS 1 basierten.

Kapitalmarktteilnehmer, Banken und Controller nutzen solche Kennzahlen intensiv für Analyse, Steuerung und Covenants. Es ist bisher jedoch kaum untersucht, wie stark sich Kennzahlen ändern, wenn die bisherige GuV-Struktur auf die neue IFRS 18 Logik umgestellt wird. Besonders für deutsche IFRS Bilanzierer (z. B. DAX-Unternehmen) ist dies ein praxisrelevantes Thema.

2. Zielsetzung der Arbeit

Die Bachelorarbeit verfolgt zwei Hauptziele:

  1. Systematische Umgliederung der GuV ausgewählter deutscher IFRS Konzerne auf die neue Struktur nach IFRS 18, auf Basis veröffentlichter Abschlüsse.

  2. Analyse der Auswirkungen dieser Umgliederung auf zentrale Erfolgskennzahlen und Rentabilitätskennzahlen.

Die Arbeit ist bewusst als ex ante Simulationsstudie angelegt, da zum Bearbeitungszeitpunkt noch keine oder nur sehr wenige tatsächliche IFRS 18 Abschlüsse vorliegen.

3. Mögliche Forschungsfragen

Beispielhafte Leitfragen:

  1. Wie lassen sich die wesentlichen GuV Posten ausgewählter DAX Unternehmen konsistent den IFRS 18 Kategorien zuordnen.

  2. Wie verändert sich die Höhe und relative Rangfolge zentraler Erfolgskennzahlen, wenn dieselben Unternehmen nach IFRS 18 statt nach der bisherigen IFRS GuV ausgewiesen werden.

  3. Welche Kennzahlen erweisen sich als besonders sensitiv gegenüber der Umgliederung. Welche erscheinen relativ robust.

  4. Welche Implikationen ergeben sich daraus für Analysten, Kreditgeber und das interne Controlling.

4. Methodik und Vorgehen

Stichprobe.
Auswahl von z. B. 6–10 DAX oder MDAX Industrieunternehmen (keine Finanzinstitute, um komplexe Spezialregelungen zu vermeiden).

Datenbasis.
Veröffentlichte IFRS Konzernabschlüsse, insbesondere GuV, Anhang und Lagebericht für ein aktuelles Jahr (z. B. 2024 oder 2025). Ergänzend Fachbeiträge der großen Prüfungsgesellschaften zu IFRS 18, um typische Zuordnungsschemata und Zweifelsfälle zu verstehen.

Schritte.

  1. Konzeptionelle Aufarbeitung von IFRS 18.
    Kurzüberblick über Zielsetzung, Struktur der neuen GuV und die relevanten Kategorien sowie Pflicht-Zwischensummen.

  2. Mapping der GuV Posten.
    Systematische Zuordnung der GuV Zeilen einzelner Unternehmen zu den IFRS 18 Kategorien. Dokumentation aller Annahmen und Ermessensentscheidungen.

  3. Erstellung einer „simulierten“ IFRS 18 GuV.
    Aufbau einer alternativen GuV-Struktur pro Unternehmen im Tabellenformat, entsprechend IFRS 18.

  4. Berechnung von Kennzahlen.
    Ermittlung ausgewählter Kennzahlen auf Basis der alten und der simulierten neuen Struktur, z. B.:

    • Operating Margin

    • EBIT- und EBITDA-Marge

    • Ergebnis vor Finanzierung und Steuern

    • Interest-Coverage

  5. Vergleich und Auswertung.
    Analyse der Veränderungen auf Kennzahlenebene. Betrachtung von Niveauänderungen, relativen Rangverschiebungen zwischen Unternehmen und Kennzahlensensitivitäten.

Optional kann das Mapping oder die Interpretation von Zweifelsfällen mit Expertinnen und Experten einer Prüfungsgesellschaft abgestimmt werden, etwa im Rahmen eines kurzen fachlichen Gesprächs. Das erhöht Praxisnähe, ist aber kein Muss.

5. Erwartete Beiträge

  • Fachlich. Erste systematische Einsichten, wie sich IFRS 18 auf verbreitete Erfolgskennzahlen auswirken könnte.

  • Methodisch. Entwicklung eines transparenten Mapping-Ansatzes für die Umstellung einer GuV auf IFRS 18.

  • Praktisch. Hinweise für Analysten, Banken und Controller, welche Kennzahlen künftig kritisch zu beobachten sind.

IFRS 18 und die Gestaltung von Steuerungskennzahlen. Konzeption eines IFRS-18-kompatiblen KPI-Systems für das interne Management-Reporting

Masterarbeit, Status: offenes Thema

Studiengang: Financial Management

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

1. Hintergrund und Problemstellung

IFRS 18 verändert nicht nur die äußere Form der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern auch die logische Struktur der Erfolgsdarstellung. Neue Kategorien und Pflicht-Zwischensummen schaffen eine andere Sicht auf operative, investive und finanzielle Ergebnisbestandteile.

Unternehmen nutzen bereits heute umfangreiche KPI-Systeme zur internen Steuerung. Viele dieser Kennzahlen sind eng an die bisherige GuV-Struktur gekoppelt, etwa EBIT, EBITDA, verschiedene Margen sowie „adjusted“ Kennzahlen. Mit IFRS 18 entsteht die Frage, wie ein modernes KPI-System aussehen sollte, das sowohl externe IFRS 18 Vorgaben berücksichtigt als auch interne Steuerungsbedürfnisse abbildet.

Zugleich reguliert IFRS 18 den Umgang mit Management Performance Measures (MPMs), die häufig eng mit internen Steuerungsgrößen verbunden sind. Daraus ergeben sich Chancen und Spannungen für das Controlling.

2. Zielsetzung der Arbeit

Die Masterarbeit hat drei zentrale Ziele:

  1. Analyse, wie IFRS 18 die Grundlage für finanzielle Steuerungskennzahlen verändert.

  2. Entwicklung eines konzeptionellen KPI-Frameworks, das IFRS-18-Zwischensummen und interne Controlling-Bedürfnisse integriert.

  3. Validierung und Diskussion dieses Frameworks anhand von Praxisbeispielen und ggf. Experteninterviews, etwa mit Controllern oder Wirtschaftsprüfern.

3. Mögliche Forschungsfragen

Beispielhafte Leitfragen:

  1. Welche Rolle spielen GuV-basierte Kennzahlen im bestehenden internen KPI-System von Unternehmen, und wie stark sind diese Kennzahlen mit der bisherigen IFRS GuV-Struktur verknüpft.

  2. Wie verändern sich die logische Einordnung und Aussagekraft zentraler Kennzahlen durch die neue Struktur nach IFRS 18.

  3. Wie könnte ein IFRS-18-kompatibles KPI-System gestaltet werden, das sowohl externe Berichtspflichten als auch interne Steuerungsanforderungen unterstützt.

  4. Welche Chancen und Risiken entstehen aus der neuen Regulierung von Management Performance Measures für die Ausgestaltung interner Steuerungsgrößen.

4. Methodik und Vorgehen

Phase 1. Theoretischer und normativer Rahmen

  • Systematische Aufarbeitung von IFRS 18 (Schwerpunkt Ergebnisrechnung, Zwischensummen, Kategorien, MPM-Regelungen).

  • Literaturreview zu KPI-Systemen, Value Based Management und Performance Measurement mit Fokus auf GuV-basierte Kennzahlen.

  • Ableitung theoretischer Anforderungen an ein „gutes“ KPI-System unter IFRS 18:

    • Anschlussfähigkeit an externe Berichterstattung

    • Steuerungsrelevanz

    • Verständlichkeit und Konsistenz

    • Vermeidung von Fehlanreizen

Phase 2. Empirisch-konzeptionelle Analyse

  • Auswahl von z. B. 5–8 kapitalmarktorientierten Unternehmen und Analyse ihrer derzeitigen Kennzahlenlandschaft, basierend auf Geschäftsberichten, Präsentationen, Analystenunterlagen und ggf. zusätzlichen Quellen.

  • Identifikation der wichtigsten extern berichteten Performance-Kennzahlen (inkl. Non GAAP / MPMs) und, soweit dokumentiert, deren Verbindung zu internen Steuerungsgrößen.

  • Simulative Betrachtung, wie diese Kennzahlen unter IFRS 18 einzusortieren wären, und wo Konflikte oder Inkonsistenzen entstehen könnten.

Phase 3. Entwicklung und Validierung eines KPI-Frameworks

  • Konzeption eines strukturierten KPI-Systems, zum Beispiel mit Ebenen wie:

    • Core IFRS-18-basierte KPIs (direkt an Pflicht-Zwischensummen anknüpfend).

    • Adjusted KPIs, deren Ableitung transparent dokumentiert ist.

    • Interne Steuerungskennzahlen, die bewusst von IFRS 18 abweichen, aber über Brückenkennzahlen anschlussfähig bleiben.

  • Darstellung des Frameworks in Form eines Baukastens oder einer „Landkarte“ von Kennzahlen.

  • Validierung und Feinschärfung anhand von Experteninterviews, etwa mit:

    • Controlling-Verantwortlichen eines Unternehmens, und / oder

    • Fachleuten einer Prüfungsgesellschaft mit IFRS-18-Schwerpunkt.

Die Kontakte zur Prüfungsgesellschaft können genutzt werden, um Rückmeldungen zu Plausibilität, Umsetzbarkeit und typischen Problemfeldern zu erhalten.

5. Erwartete Beiträge

  • Theoretisch-konzeptionell. Vorschlag für ein KPI-Design, das explizit auf die neue IFRS 18 Logik reagiert und die Rolle von MPMs sauber reflektiert.

  • Empirisch. Einblick, wie stark heutige Kennzahlensysteme an die alte GuV-Struktur gebunden sind und wo die größten Anpassungsbedarfe liegen.

  • Praktisch. Handlungsorientiertes Framework, das Unternehmen als Ausgangspunkt für die eigene KPI-Weiterentwicklung nutzen können. Prüfer können es in ihrer Beratungspraxis reflektieren.

Determinanten und Auswirkungen des Wechsels von Finanzvorständen (CFO)

Masterarbeit, Bachelorarbeit, Status: offenes Thema

Studiengänge: Financial Management, Internationale Betriebswirtschaft

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

Basiert auf öffentlich zugänglichen Daten eines Aufsatzes:


onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/smj.3693  

osf.io/fh248/

Mögliche konkrete Fragen können mit dem Betreuer geklärt werden. Unter anderem ließe sich analysieren:

a) Wahrscheinlichkeit eines CFO im Amt zu bleiben in Abhängigkeit der Performance, Unternehmensgröße, der bisherigen Amtszeit und eines CEO-Wechsels

b) Was geschieht mit der Performance nach einem CFO-Wechsel? Steigt sie an oder nur wenn es vorher Verluste gab?

c) werden CFOs die länger im Amt sind riskoaverser?

...

Sie benötigen für diese Arbeit Statistik-Kenntnisse bzw. die Bereitschaft, sich diese anzueignen.
Statistische Analysen sind mit R und R Studio durchzuführen.

Bandbreitenplanung in der Unternehmenspraxis – Verbreitung, Ausgestaltung und Zielcharakter

Masterarbeit, Bachelorarbeit, Status: offenes Thema

Studiengänge: Financial Management, Internationale Betriebswirtschaft

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

Arbeitstitel

Bandbreitenplanung in der Unternehmenspraxis – Verbreitung, Ausgestaltung und Zielcharakter

1 Problemstellung und Relevanz

Unternehmerische Planungsprozesse sind traditionell punktorientiert. Mit steigendem Wettbewerbs- und Marktunsicherheitsdruck wird jedoch die explizite Berücksichtigung von Risiken und Chancen immer wichtiger. Die Bandbreitenplanung (BP) – oft umgesetzt mittels Szenarioanalyse oder Monte‑Carlo‑Simulation – bildet Unsicherheit ab, indem sie das erwartete Ergebnis nicht als Punkt, sondern als Korridor präsentiert (Gleißner & Romeike 2012; Steinke & Löhr 2014).

Obwohl BP in Fachbeiträgen und Seminaren als Good Practice propagiert wird, existieren kaum belastbare empirische Daten darüber, in welchem Umfang Unternehmen das Instrument tatsächlich nutzen und ob der resultierende Korridor nur eine Prognose darstellt oder als verbindliche Zielgröße fungiert. Radinger, Moecke & Gleißner (2022) zeigen in einer Einzelfallstudie die Integration von BP in die Finanzplanung; generalisierbare Erkenntnisse fehlen jedoch. Die vorliegende Arbeit soll diese Forschungslücke schließen.

2 Zielsetzung und Forschungsfragen

Ziel der Arbeit ist es, die Verbreitung und Ausgestaltung der Bandbreitenplanung im deutschsprachigen Raum zu erfassen und zu untersuchen, welchen Zielcharakter Unternehmen dem Instrument beimessen. Daraus leiten sich folgende Fragen ab:

  1. Adoption: Wie verbreitet ist BP in Unternehmen unterschiedlicher Größe und Branche?
  2. Ausgestaltung: Welche Methoden (Szenarien, Monte‑Carlo, Stresstests) und Planungsebenen (GuV, Cashflow, Bilanz) werden eingesetzt?
  3. Zielcharakter: Wird die Bandbreite als reine Prognose genutzt oder fungiert sie als Steuerungskorridor mit definierten Eingriffspunkten?
  4. Nutzen & Hürden: Welche Vorteile und Herausforderungen sehen Praktiker bei der Anwendung?

 

 

3 Einstiegsliteratur

  • Gleißner, W., & Romeike, F. (2012). Bandbreitenplanung und unternehmerische Entscheidungen bei Unsicherheit. Risk, Compliance & Audit, 1, 17–22.
  • Steinke, K.‑H., & Löhr, B. W. (2014). Bandbreitenplanung als Instrument des Risikocontrollings. Controlling, 26(11), 616–623. doi.org/10.15358/0935-0381_2014_11_616 
  • Radinger, G., Moecke, P., & Gleißner, W. (2022). Fallbeispiel zur Bandbreitenplanung: Risikoanalyse im Rahmen der Finanzplanung. Controller Magazin, 47(2), 25–31.

Zusammenarbeit von Controllern und Data Scientists

Masterarbeit, Bachelorarbeit, Status: offenes Thema

Studiengänge: Financial Management, Internationale Betriebswirtschaft

Hauptbetreuer: Prof. Dr. Dr. habil. Robert Rieg

Untersuchung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Controllern und Data Scientists. Ziel ist es, die Vorteile und Herausforderungen dieser Kooperation zu identifizieren, möglicherweise durch Fallstudien oder Umfragen