Unterbrechungen sind ein wesentliches Merkmal der Arbeit mit und am Menschen. Denn Interaktionsarbeit ist offen und dynamisch und kann nicht unterbrechungsfrei durchorganisiert werden, wenn man den besonderen Charakter von Dienstleistungsarbeit erhalten und die Dienstleistungsqualität nicht gefährden will. Gleichzeitig stellen Unterbrechungen aber auch eine arbeitswissenschaftlich anerkannte Belastungsquelle dar, die es zu vermeiden gilt.
Hier setzt das neue Verbundvorhaben „UMDIA – Unterbrechungsmanagement bei digital gerahmter Interaktionsarbeit“ an. Ziel des Projektes ist es, digital gerahmte Interaktionsarbeit in Dienstleistungsbeziehungen unterbrechungssensibel und belastungsarm zu gestalten. So sollen zum einen vermeidbare Unterbrechungen im Arbeitsablauf erkannt und reduziert werden. Zum anderen sollen diejenigen Unterbrechungen produktiv genutzt werden, die zum Wesen der Dienstleistungsbeziehung gehören.
Das 36-monatige Projekt mit einem Gesamtvolumen von 2,34 Millionen EUR wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Ein Teilprojekt wird am Studienbereich Gesundheitsmanagement der Hochschule Aalen unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Rieder durchgeführt. Laura Hanus ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin für dieses Teilprojekt verantwortlich. Im Fokus stehen arbeitspsychologische Analysen und die Entwicklung von Gestaltungsinstrumenten für einen differenzierten Umgang mit Unterbrechungen. Am Projekt beteiligt sind namhafte Verbundpartner wie die Universität Augsburg und das Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. (ISF München).
UMDIA im Web: Unterbrechungsmanagement bei interaktiv gerahmter Interaktionsarbeit
Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Kerstin Rieder