Aalen. Ein Sitzpolster gegen Rückenschmerzen, eine Eventagentur für Aalen oder eine Kombination aus Sportrucksack und Drohne – welche dieser Start-up-Ideen hätte das Potenzial für eine Investition? Beim "Start-up BW Tag" am Schubart-Gymnasium präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre Geschäftskonzepte vor einer Fachjury. Die Siegerteams haben nun die Chance, am Landesfinale teilzunehmen.Ideen unter Zeitdruck Julia Bühler ist 16 Jahre alt und stellte gemeinsam mit ihrer Gruppe die Idee "Pawprotect" vor: ein intelligentes Hundehalsband, das den Halter alarmiert, sobald gemessene Werte aus der Norm fallen oder auf eine Erkrankung hindeuten. "Wir haben ab 10 Uhr morgens daran gearbeitet. Der Zeitdruck war hoch", erzählt sie. Die größte Herausforderung sei gewesen, sich auf eine Idee festzulegen. "Zwischendrin zweifelt man dann doch mal." Trotz der Aufregung sei das Projekt für sie eine willkommene Abwechslung zum Unterricht gewesen. Schule trifft Praxis Auch Wirtschaftslehrer Sebastian Miese sieht darin einen großen Mehrwert: "Schule soll nicht nur theoretisches Wissen vermitteln, sondern Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorbereiten." Der Start-up BW Tag solle sie ermutigen, an eigene Ideen zu glauben und diese weiterzuverfolgen. In zwei Workshops entwickelten die Jugendlichen ihre Geschäftsideen, die sie am Ende des Tages vor einer Jury aus dem regionalen Umfeld präsentierten. Drei Minuten mussten reichen, um das Konzept auf den Punkt zu bringen. Auch Fachbegriffe aus der Start-up-Welt gehörten dazu. Die Schüler erklärten, was ihre Idee besonders macht – den "Unique Selling Point" (USP), also den entscheidenden Vorteil gegenüber vergleichbaren Angeboten. Nach Ablauf der Zeit wurden die Präsentationen vom Applaus des Publikums beendet, bevor die Jury drei Minuten lang kritische Fragen stellte: Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Wie soll die Finanzierung funktionieren?Fachleute hören genau hin Die Jury bestand aus Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Start-up-Szene. In der ersten Gruppe saßen Frank Asare aus der Luxus-Automobilbranche, Gastronom und Unternehmer Christian Hellriegel, Lilly Höschele von Smartcart sowie Steffen Haschler von Sparks4School. Die Pitches der zweiten Gruppe bewerteten Prof. Dr. Holger Held von der Hochschule Aalen, Christian Kling vom Gründungscampus Aalen, Sandra Jörg von Blackpin und Mike Gänßler von Zeiss Ventures. Kreative Ideen werden belohnt Gewonnen hat im ersten Workshop die Idee der Rucksack-Drohnen-Kombination, die automatisch Urlaubsfotos und -videos aufnehmen soll. Den zweiten Workshop entschied das Team "Apomat" für sich, das mit Medikamentenautomaten Versorgungslücken im ländlichen Raum und an Feiertagen schließen möchte. "Pawprotect" erreichte den zweiten Platz. Von: Emilia Ziller www.schwaebische-post.de/-94156291.html