Ohne Magnete keine Energiewende: Sie sind unverzichtbar für Elektromotoren, Windkraftanlagen und industrielle Anwendungen wie Robotik. Ihre Herstellung ist jedoch stark von Seltenen Erden abhängig. Vor diesem Hintergrund diskutierten Forschende und Industrievertretende zu Materialinnovationen, Recyclingstrategien und der Reduzierung von Rohstoffabhängigkeiten. „Wir sind heute hier, weil wir die Welt retten wollen, zumindest die europäische Welt der Permanentmagnete,“ sagte Prof. Dr. Gerhard Schneider, Leitungsmitglied des IMFAA, zur Eröffnung.
Forschung und Anwendung entlang der Wertschöpfungskette
Im Mittelpunkt der Magnettagung standen Fachvorträge entlang der Wertschöpfungskette. Forschende der Hochschule Aalen, Hochschule Pforzheim und TU Darmstadt stellten neue materialwissenschaftliche Ansätze vor. Prof. Dr. Dagmar Goll von der Hochschule Aalen, Prof. Dr. Carlo Burkhardt von der Hochschule Pforzheim und Prof. Dr. Oliver Gutfleisch von der TU Darmstadt gaben einen Überblick über aktuelle Forschungsaktivitäten zu magnetischen Materialien. Internationale Perspektiven brachte Prof. Dr. Jeffrey Snyder von der Northwestern University in Illinois ein: Er zeigte auf, wie KI-gestützte Materialentdeckung und automatisierte Hochdurchsatzlabore die Entwicklung neuer Magnetmaterialien beschleunigen. Auch Industrievertreter gaben Einblicke in aktuelle Herausforderungen: Dr. Matthias Katter von VACUUMSCHMELZE betonte die zentrale Rolle von Permanentmagneten für Dekarbonisierung und Elektrifizierung. Dr. David Schuller von der ZF Group verwies auf die wachsende Komplexität bei der Entwicklung neuer Magnetzusammensetzungen und Herausforderungen bei Lieferketten. Dr. Mario Schönfeldt vom Fraunhofer-Institut IWKS stellte Recycling vor. Dr. Bernd Grieb von ppm materials präsentierte einen geopolitischen Blick auf die Rohstoffsituation Seltener Erden.
Einblicke in Forschung und Expertennetzwerke
Ergänzend zur Tagung fand eine eineinhalbtägige Fortbildung mit 30 Teilnehmenden statt, die Grundlagen, Herstellungsverfahren und aktuelle Fragen der Magnettechnologie vermittelte. Laborführungen an der Hochschule Aalen gaben Einblicke in die magnetische Materialforschung sowie moderne Charakterisierungsmethoden.
Im Rahmen der Magnettage tagte zudem der Expertenkreis Permanentmagnete des Gemeinschaftsausschusses Pulvermetallurgie der DGM. Das Gremium, geleitet von Prof. Dr. Gerhard Schneider, arbeitet daran, Maßnahmen für mehr technologische Souveränität und Innovationskraft Europas im Bereich Permanentmagnete zu identifizieren.
Für die Hochschule Aalen waren die Magnettage eine erfolgreiche Premiere. Die Ausrichtung erfolgt im Wechsel zwischen Forschungsstandorten Aalen, Pforzheim, und Darmstadt unter Koordination der DGM. Die nächste Veranstaltung findet 2027 an der Hochschule Pforzheim statt.