Der Einstieg in die Forschung ist für viele Professorinnen und Professoren, die neu an einer Hochschule beginnen, eine besondere Herausforderung – vor allem, wenn es an finanziellen Mitteln für erste Projekte fehlt. Um diese Lücke zu schließen, hat die Carl-Zeiss-Stiftung das Förderprogramm „CZS Forschungsstart“ ins Leben gerufen. Seit 2022 unterstützt das Programm zweijährige Forschungsvorhaben an Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit aktuell bis zu 200.000 Euro.
Von dieser Unterstützung profitieren nun auch Prof. Dr. Christina Schwarz und Prof. Dr. Anne Stumper von der Hochschule Aalen. Beide können ihre Forschung zu Gesundheitsthemen dank der Stiftung gezielt aufbauen. „Wir freuen uns außerordentlich über die Förderung unserer Professorinnen durch die Carl-Zeiss-Stiftung“, betont Hochschulrektor Prof. Dr. Harald Riegel. „Die Stiftung verfügt über ein breites Portfolio an Fördermöglichkeiten, das für die Entwicklung und Profilierung der Forschung an der Hochschule von hohem Wert ist.“
Prof. Dr. Christina Schwarz studierte an der Heidelberger Universität Physik und promovierte an der spanischen Universidad de Murcia. Nach Forschungsaufenthalten in den USA und einer Tätigkeit als Forschungsgruppenleiterin an der Universität Tübingen wurde sie im vergangenen Jahr auf die Professur Optometrie an der Hochschule Aalen berufen. Im Fokus ihres von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Projekts steht die Entwicklung eines speziellen Optiksystems, mit dem Sehhilfen wie Brillen oder Linsen computerunterstützt und realitätsnah – wie beispielsweise beim Sehen in Bewegung oder am Rand des Blickfelds – getestet werden können. „Ziel ist es, Sehhilfen zukünftig bereits bei der Herstellung so auszulegen, dass sie das subjektive Sehempfinden des Einzelnen stärker berücksichtigen und so zum besseren Sehen beitragen“, sagt die Wissenschaftlerin.
Prof. Dr. Anne Stumper ist seit März 2025 Professorin für Medizintechnisches Produktmanagement und Regulatory Affairs an der Hochschule Aalen. Nach Stationen an der Universität Ulm und der Dublin City University war sie zuletzt bei einem Hersteller für Medizinprodukte tätig. In ihrem durch die Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Projekt möchte die promovierte Chemikerin ein neuartiges Diagnosesystem für systemische Krebserkrankungen wie Leukämie entwickeln. Das Testsystem soll nach einer erfolgreichen Erstbehandlung des Tumors mit wenigen Tropfen Blut oder Urin zu Hause zuverlässig anzeigen, ob die Krebserkrankung wieder zurückkehrt. Ziel ist es, wiederkehrende Arztbesuche für Nachuntersuchungen zu minimieren. „Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung spezieller Metallkomplexe, die wie kleine Spürnasen funktionieren – sie erkennen individuelle Merkmale des Krebses und schlagen Alarm, sobald sich ein Rückfall ankündigt“, erläutert Stumper. Tatkräftige Unterstützung erhält sie hierbei durch Arbeitsgruppen an der Hochschule, die ihre Expertise und Gerätschaften zur Verfügung stellen, aber auch durch ihre Kooperationspartner am Ostalb-Klinikum Aalen und der Universität Ulm.
„Dass wir durch die Förderung durch die Carl-Zeiss-Stiftung jetzt die Möglichkeit haben, unsere Forschung an der Hochschule Aalen zügig anzustoßen, ist einfach klasse. Und dafür sind wir sehr dankbar“, freuen sich die beiden Wissenschaftlerinnen.
Über die Carl-Zeiss-Stiftung
Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.