Das an der Hochschule Aalen entwickelte Streifenziehwerkzeug nach dem Flachbahnprinzip ist ein Modellverfahren, welches in der Blechumformung als Standardversuch gilt. Der Flachstreifenziehversuch ermöglicht wesentlichen die Reibungszahl beeinflussenden Kenngrößen, wie Flächenpressung bzw. die Normalkraft (bis zu 65,5 kN), Ausziehgeschwindigkeit des Blechs (bis zu 8 mm/s) und die Umgebungstemperatur (bis +200 °C), in der Blechumformung gezielt zu variieren.
Mit dem Werkzeug werden, zwischen zwei Reibbacken eingespannte, Blechstreifen unterschiedlicher Blechstärken (1 – 8 mm) gezogen. Zur Ermittlung des Reibkoeffizienten für Warmblechumformung wurde das Werkzeug für hohe Umgebungstemperaturen ausgelegt.
Der Reibkoeffizient wird über die wirkende Normalkraft im Streifenziehwerkzeug und die Auszugskraft der Zugprüfmaschine ermittelt. Die Normalkraft und die Auszugskraft werden Digital aufgenommen. Die Versuche können mit Analyse-Tools ausgewertet werden. Der mittels Werkzeug ermittelte Reibkoeffizient gibt Aufschlüsse über Reib- und Verschleißverhalten von Werkstoffen in der Blechumformung.